Posaunenchor probt für Konzert zum 75. Geburtstag von Leiter Klaus Kanitz

Mit viel Takt und einem brillantem Gehör

Klaus Kanitz leitet seit 2007 den Heiligenroder Posaunenchor. Derzeit probt das Ensemble für das Konzert zum 75. Geburtstag seines langjährigen Leiters. - Foto: Ehlers

Heiligenrode - Von Angelika Kratz. „Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein“ – den Klassiker von Reinhard Mey haben am Donnerstagabend 20 Mitglieder des Heiligenroder Posaunenchors angestimmt. Den Taktstock hielt wie stets Klaus Kanitz in der rechten Hand, während die linke Hand mit dem Zeigefinger die Einsätze der jeweiligen Trompeten, Posaunen und Hörner anzeigte.

Seit 2007 ist Klaus Kanitz offiziell der musikalische Leiter des Posaunenchors und hat diesem frischen Wind eingehaucht. „Es begann damit, dass die Syker Kirche renoviert wurde und Klaus und Sabine Kanitz für ihre Trauung nach Heiligenrode ausweichen mussten“, ist im aktuellen Gemeindebrief zu lesen. Seit dieser Zeit ist der ehemalige Landesposaunenwart sehr eng mit dem Heiligenroder Posaunenchor verbunden – erst als Lehrer, dann als Leiter. Kanitz ist ein Vollblutmusiker, und sein brillantes Gehör bekommt jeden noch so kleinen Fehler mit.

Zum Anfang der Proben spielen die Musiker erst auf den Mundstücken die Tonlagen auf und ab, um dann rhythmisch von oben nach unten die eigene Stimme erklingen zu lassen. „Ja, das isses“, heißt es schließlich, als alle Lippen genau die richtige Beweglichkeit haben.

Vor seinem Posaunen-Studium in West-Berlin gelang ihm die Flucht aus dem Ostteil der Stadt. Mit viel Glück durchschwamm Kanitz 1961 direkt nach dem Mauerbau einen grenznahen Kanal und kam mit nichts, aber unversehrt in der Freiheit an. Im Theater des Westens bekam er nach dem Studienabschluss als Posaunist ein Engagement.

„Auf Dauer zu doof“, begründet Kanitz mit leichtem berlinerischem Dialekt den damaligen Ausstieg. „Zu doof“ sei für ihn auch der musikalische Abstecher in die „Orgelhampelei“ gewesen. Seine Wirbelsäule machte nicht mit, aber bei der geliebten Posaune war alles in Ordnung. „Da kommt Luft in die Lunge“, sagt er und strahlt hinsichtlich seines „gesunden“ Instruments.

Stets offen für Neues ist Kanitz, und entsprechend gestaltet sich das Programm des Posaunenchors mit Stücken von Klassik bis Moderne. Derzeit probt das Ensemble für das Geburtstagskonzert seines Leiters, das am Sonnabend, 29. Oktober, um 20 Uhr in der Klosterkirche beginnt. „Himmel, Erde, Luft und Meer“ ist das Notturno für Blechbläser zu Ehren des 75. Wiegenfestes von Klaus Kanitz überschrieben. Sicherlich wird nicht nur Händels Feuerwerksmusik begeistern.

„Wir haben mit Klaus Glück gehabt, er verlangt was, aber es macht uns allen große Freude“, beschreibt ein Chormitglied den „engagierten, netten, kameradschaftlichen“ Kanitz, der es verstehe, auf die Schwächen der einzelnen Chormitglieder einzugehen.

Ein bisschen Sorgen bereitet dem Ensemble indes das bevorstehende Abitur von vier Jungbläsern. „Die könnten auf einmal weg sein“, wie Kanitz’ Stellverteterin Iris Rose bemerkt. So hofft der Posaunenchor weiter auf Nachwuchs.

Der übt jeden Donnerstag vor den „Großen“ im Gemeindesaal unter Leitung von Iris Rose und soll seinen großen Auftritt am Sonntag, 6. November, in der Kirche erhalten.

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