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Neues VHS-Programm für Stuhr: Yoga für Männer, doch die Küche bleibt kalt

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Von: Andreas Hapke

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VHS-Leiterin Brigitte Witte blättert in einem Programmheft. Der Katalog mit den 95 Veranstaltungen  ist ab sofort erhältlich.
Die Programmhefte mit den 95 Veranstaltungen von Brigitte Witte sind ab sofort erhältlich. © Andreas Hapke

95 Kurse und damit etwas weniger als in den Vorjahren beinhaltet das Programm der VHS-Außenstelle Stuhr. Hinzu kommt, dass wegen der Corona-Einschränkungen weniger Personen an den Veranstaltungen teilnehmen können. Trotzdem könnte es sich lohnen, denn es sind ein paar neue Angebote dabei.

Stuhr – Zwei Jahre Pandemie sind auch an dem sonst üppigen Programm der Außenstelle Stuhr der Volkshochschule (VHS) des Landkreises Diepholz nicht spurlos vorbeigegangen. Nur noch 95 statt wie zuletzt 120 Veranstaltungen hat Leiterin Brigitte Witte für das Sommersemester 2022 zusammengetragen. Und auch die Teilnehmerzahl pro Kurs ist mal wieder geschrumpft. Maximal acht Personen etwa dürfen sich in den Räumen an der Jupiterstraße 1 in Brinkum tummeln, zuvor waren es 12 oder 13. Im Gegenzug starten Kurse bereits ab fünf Teilnehmern.

So viele Interessierte hätte Witte gerne für eines ihrer neuen Angebote: Yoga für Männer. Lediglich zwei Herren der Schöpfung können sich das momentan vorstellen, drei weitere müssten es mindestens sein. „Bei solchen Kursen muss immer die Chemie stimmen“, erklärt die Leiterin. Dozenten und Teilnehmer hätten dort eine viel stärkere Bindung als zum Beispiel bei Vorträgen. Doch wenn eine solche Veranstaltung erst einmal zustande gekommen sei, „dann ist die Kuh gesund und der Kurs läuft weiter“.

Ebenfalls neu in Wittes Portfolio: zwei Kurse zum Thema Goldschmieden. Die eine Dozentin, Judith Bieler, reist für ihren Kurs „Ich stelle meinen eigenen Schmuck her“ in der Bildungsstätte Seckenhausen mit ihren kompletten Equipment aus Ottersberg an. Zum „Goldschmieden in Kleingruppen“ treffen sich die Teilnehmer in der privaten Werkstatt der Stuhrerin Lilian Brüning. Diese Angebote wolle sie „schon jetzt nicht missen“, erklärt die VHS-Leiterin.

Sie macht auf das Gesundheitsangebot „Ressourcen stärken – Sinneswandeln im Wald“ aufmerksam. „Fitness, Entspannung, Wahrnehmung, Natur, da ist alles drin. Das hatte ich so auch noch nicht im Programm.“

„Zusammen wird es bunter“

Neues müsse aber nicht immer gleich ein komplett neues Angebot sein, sagt Witte. Manchmal würden schon neue Kooperationspartner für Abwechslung sorgen. „Das ist Bestandteil der Netzwerkarbeit. Sonst schmort man im eigenen Saft. Zusammen wird es bunter.“ Als Beispiel nennt Witte die Zusammenarbeit mit der KGS Brinkum beim Präventionsangebot „Wir sind stark“ für die siebten Klassen.

In der VHS, der Kunstschule Stuhr (Kuss), der Kreismusikschule und dem Heimatverein Heiligenrode wirken gleich vier Koop-Partner bei der Heiligenroder Sommerwiese mit. Das Open Air verknüpft im Spätsommer Musik, Kultur und Kunst auf der Mühlenwiese – unter dem Dach des Heimatvereins, der parallel seinen Backtag veranstaltet. In dieser Form gab es die Aktion erst ein Mal, im vergangenen Jahr.

Gemeinsam mit der Kuss würde sie gerne eine Kooperation mit dem Spielraumtheater eingehen. Sie könne sich auch vorstellen, Wirtschaftsunternehmen einzubinden und die Arbeit der VHS bei der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen zu präsentieren. Auf diese Weise würde sie vielleicht auf neue Themen und Dozenten stoßen. Zudem könne sie „Bildung auf Bestellung“ organisieren, etwa wenn Firmen einen speziellen EDV- oder Sprachkurs benötigten.

Kochkurse pandemiebedingt bis Ostern gestoppt

Was nicht läuft, wird im Normalfall ausgetauscht. Doch nicht alle Veranstaltungen, die sich schwer etablieren lassen, das ist laut Witte bei Kunst der Fall, fliegen aus dem Programm. „Blumen, Landschaften, Stillleben im Aquarell“ etwa wolle sie vorerst nicht „hergeben“. Gleiches gelte für Sprachen wie Polnisch, Russisch, Norwegisch und Türkisch.

An vormaligen Selbstläufern, die von einem aufs andere Semester nicht nachgefragt werden, halte sie ebenfalls zunächst fest. „Das liegt dann am Preis, am Inhalt oder an der Dozentin. Da muss man nachsteuern.“ Die Kosten vermutet sie als Grund für die aktuelle Flaute bei Pilates. Übers ganze Semester sind das diesmal 15 Wochen, die in der Kleinstgruppe (fünf oder sechs Personen, die Red.) 138 Euro kostern würden. „Und geht man da überhaupt jede Woche hin?“, fragt Witte, die im kommenden Semester lieber zwei kurze statt einen langen Kurs anbieten möchte. „Diese Erfahrung muss man halt machen.“

Zusammengeschrumpft ist der EDV-Bereich („Der Umgang mit dem Computer ist heute selbstverständlich.“), was bei weiter rückläufigem Interesse auch der Fotografie droht. Kochkurse sind pandemiebedingt bis Ostern gestoppt.

Online-Kurse: „Wunderbare Ergänzung, aber kein Ersatz für Präsenz“

„Für mich hat Volkshochschule die Dimensionen Inhalt und Soziales. Das Treffen und der Austausch der Menschen machen VHS aus“, stellt Witte fest. Das Angebot sei immer deren Bedürfnissen anzupassen, „man darf nicht in einer Blase sitzen“. Das große Angebot an Online-Kursen bezeichnet sie als „wunderbare Ergänzung, aber kein Ersatz für Präsenz“.

Für die Zeit nach Corona hofft Witte auf neue „Initialkurse“ und darauf, „dass Leute, die wir in den kleineren Gruppen nicht berücksichtigen konnten, uns nicht abgesprungen sind“.

Übrigens: Die Printausgabe des Programms habe immer noch ihre Berechtigung. „Viele Teilnehmer“, begründet Witte, „sind schon älter und blättern gerne zwischendurch mal nach.“

Von Andreas Hapke

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