Arbeiten sollen drei Jahre dauern

Bremer A 281-Baustelle: Kritiker rechnen mit Verkehrschaos in Stuhr

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Die Bauabschnitte der A281 - Stand Januar 2019.

Baustellen und Staus plagen Autofahrer in Stuhr seit geraumer Zeit. Ein Ende ist nicht in Sicht. Durch den geplanten Bauabschnitt 2 / 2 der Bremer Autobahn 281 dürfte es in einigen Monaten insbesondere auf der Carl-Zeiss-Straße und der Norderländer Straße voller werden.

Stuhr - Ganz zu schweigen von den Verkehrsbehinderungen, mit denen Pendler rechnen müssen, die tagtäglich mit dem Auto nach Bremen fahren. Jürgen Kück von der zuständigen Projektmanagementgesellschaft Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) erläuterte am Mittwoch im Stuhrer Rat, inwieweit sich die Bremer Baustelle über die Landesgrenze hinweg auswirken wird. 

Der Bauabschnitt 2/2 betrifft den Bereich der Kreuzung der Neuenlander Straße mit der Kattenturmer Heerstraße und der Kornstraße. Darunter wird das Tunnel- und Trogbauwerk ersetzt. Laut Kück wird es während der Arbeiten nicht möglich sein, dort in irgendeiner Weise links abzubiegen. Die Geradeausbeziehungen bleiben bestehen.

An der Kreuzung dürfte sich der Verkehr entspannen, da Ampelphasen für Linksabbieger wegfallen und sich viele Fahrer von vornherein andere Wege suchen. An anderer Stelle staut es sich dafür umso mehr. Zum Beispiel auf Stuhrer Gebiet. Auch wenn die Carl-Zeiss-Straße und die Norderländer Straße nicht als Umleitung ausgeschildert sein werden, sind sie dann für viele eine Abkürzung.

Viele Klagen zu A281-Abschnitt 2/2 erwartet

All das demonstrierte Jürgen Kück anhand von Verkehrssimulationen. Jan-Alfred Meyer-Diekena (FDP) sagte im Anschluss: „Sie haben mit sanften Worten ein Horrorszenario an Verkehr dargeboten.“ Er erkundigte sich, inwieweit in Verträgen mit den Baufirmen festgehalten sei, dass die Arbeiten schnell erledigt werden. Kück: „Vertraglich ist noch nichts vereinbart – weil es noch keine Verträge gibt.“ Den Verantwortlichen sei jedoch bewusst, dass Zeit wichtiger sein kann als Geld.

Susanne Cohrs (SPD) hakte nach, wann die Arbeiten beginnen und wie lange sie dauern. Einen genauen Zeitplan konnte Kück nicht nennen. Es sei eine Maßnahme des vordringlichen Bedarfs, daher könnte es eigentlich zügig losgehen. Eigentlich, weil er davon ausgeht, dass Klagen das Vorhaben bremsen. Er schätzt, dass nach dem Feststellungsbeschluss und dem Eingang möglicher Klagen noch 15 bis 18 Monate bis zum Baubeginn vergehen werden. Die Bauzeit bezifferte er auf drei Jahre.

Schwierige Planung für Menschen mit Job in Bremen

Drei Jahre, in denen der Alltag für viele Stuhrer „sehr heftig“ sein wird. Das meinte Norbert Breeger, Sprecher der Bremer Bürgerinitiativen für eine menschengerechte A 281. „Wir haben jetzt schon Staus, und diese Staus werden sich potenzieren“, schilderte er. 

Für Menschen, die in Bremen arbeiten, werde es schwierig zu planen, wann sie bei der Arbeit eintreffen. Auch der Öffentliche Personennahverkehr und Speditionen seien betroffen. „Sie haben es mitbekommen, es gab Probleme auf der A1, Unfälle und Baustellen“, sagte Breeger. Er wolle sich nicht vorstellen, was passiert, wenn zusätzlich zu der A 281-Baustelle weitere Verkehrsbehinderungen auftreten. „Die Simulationen mögen richtig sein – aber sie beschreiben eine Idealsituation.“ 

Kück erwiderte, dass die Deges im Austausch mit den Verkehrsbetrieben stünde und sich auch Gedanken über andere Baustellen mache. „Es wird nicht so sein, dass wir zeitgleich zwei größere Sachen organisieren und es dann den Supergau gibt.“ Unfälle seien nie auszuschließen.

Radfahrer fahren weiter in alle Richtungen

Jürgen Timm (FDP), betonte: „Für Stuhr ist es wichtig, dass der Bauabschnitt B2 / 2 überhaupt erstellt wird. Die Baustellen auf der A1, die uns jetzt noch beschäftigen, dürften dann erledigt sein.“ Diese Zuversicht teilten nicht alle im Ratssaal. Timm warf die Überlegung in den Raum, die Varreler Bäke-Brücke vor der Großbaustelle in Bremen in Angriff zu nehmen. Laut Kück könnte das klappen. Er hofft, dass für das Vorhaben zum Ende dieses Jahres Baurecht vorliegt.

Für Stuhrer, die mit dem Fahrrad nach Bremen fahren, verändert sich durch die Fortführung der A 281 übrigens nicht viel. Sie können an der Kreuzung in alle Richtungen fahren. Das erklärte Kück auf Nachfrage von Kristin Taberski ( Die Grünen).

Frank Schröder von der CDU kam auf die „B6 neu“ zu sprechen. Unternehmen hätten sich in Stuhr angesiedelt, weil gesagt worden sei, dass sie komme. „Was wollen wir denen sagen, warum es nicht losgeht? Weil Bremen nicht planen kann?“ Kücks Antwort war nicht in Schröders Sinn: „Momentan ist da wenig bis gar keine Bewegung.“

Hintergrund: Das Projekt A281

Nach ihrer Fertigstellung soll die Autobahn 281 einen Ring um Bremen bilden und eine Eckverbindung zwischen der A1 und der A27 darstellen. Die Projektmanagementgesellschaft Deges verspricht sich, den Verkehr zu entlasten und Orte wie den Flughafen besser zu erschließen. Der erste Bauabschnitt wurde bereits Mitte der 1990er-Jahre realisiert.

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