Kadaver im Kiekutsee: 1 000 Euro für Hinweise

Verein setzt Belohnung aus

In dieser Tonne befindet sich zum Glück nur normaler Restmüll. Aber in eine Ähnliche mussten Vereinsmitglieder, darunter Werner Husak (v.l.) nun Schlachtabfälle entsorgen. Sehr zum Ärger des ersten Vorsitzenden Detlef Roß und des Pressesprechers Gerold Porth. 
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In dieser Tonne befindet sich zum Glück nur normaler Restmüll. Aber in eine Ähnliche mussten Vereinsmitglieder, darunter Werner Husak (v.l.) nun Schlachtabfälle entsorgen. Sehr zum Ärger des ersten Vorsitzenden Detlef Roß und des Pressesprechers Gerold Porth. Foto: ks
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    vonKatharina Schmidt
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Stuhr – Die Müllsäcke mit Schlachtabfällen, die am Donnerstag im Kiekutsee aufgetaucht waren, haben das Fass zum Überlaufen gebracht: Der Fischereiverein Delmenhorst hat die Nase gestrichen voll davon, dass seine Gewässer ständig als Müllhalde genutzt werden. Er hat eine Belohnung in Höhe von 1 000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung desjenigen führen, der die Kadaver-Teile im Kiekutsee versenkt hatte.

„Es kann nicht sein, dass wir einfach tatenlos zuschauen“, sagt der Vorsitzende Detlef Roß. Bereits im vergangenen Jahr seien Schweinepfoten an dem Stuhrer Gewässer gefunden worden. Und achtlos zurückgelassene Verpackungen sind für den Verein längst nichts Neues mehr.

Nach dem ekelerregenden Fund am Donnerstag haben sich drei Vereinsmitglieder darum gekümmert, dass der Inhalt der acht gefundenen Säcke in einer 240-Liter-Tonne landet, die der Stuhrer Baubetriebshof zur Verfügung gestellt hatte. Einer dieser Mitglieder war der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Werner Husak. Ihm zufolge war die Tonne am Ende bis zur Hälfte gefüllt mit Knochen und Fleischresten.

Knochen und Fleischreste

Neben Husack haben bei der Entsorgung zwei Rentner mitangepackt. Diese wussten laut dem stellvertretenden Vorsitzenden eine wertvolle Kombination, um die Arbeit erträglicher zu machen: eine Maske und intensiv riechende Erkältungssalbe.

Am Freitag wurde die Tonne mit den Schlachtabfällen abgeholt. Zu dem Zeitpunkt lag hinter dem Vorsitzenden bereits eine Odyssee. „Den ganzen Donnerstag habe ich nichts anderes gemacht, als mit Dienststellen zu telefonieren“, schildert er. Ständig habe er gehört: „Dafür bin ich nicht zuständig.“

Letztlich habe sich alles noch einigermaßen zum Guten gewendet, führt er aus – und dankt insbesondere einem Mitarbeiter des Stuhrer Bauhofs. Dieser habe sich abends von Zuhause aus noch bei ihm gemeldet und verkündet, dass der Bauhof eine Tonne zur Verfügung stelle.

Die Entsorgung muss, wie bereits berichtet, der Verein zahlen, da sich der See in seinem Besitz befindet. Aus dem gleichen Grund mussten die Mitglieder beim Verfrachten der Abfälle in die Tonne auch selbst ran. Um sich so etwas künftig zu ersparen – und aus Gründen des Umweltschutzes – will der Verein den oder die Täter nicht einfach so davonkommen lassen. Wer Hinweise hat, kann diese der Polizei melden (0421 / 806 60).

Ähnlicher Vorfall in Langwedel

Der Vorsitzende verweist darauf, dass es am Samstag in Langwedel einen ähnlichen Fall gegeben habe – dort seien Überbleibsel von Wildtieren in einem Angelteich entsorgt worden. Laut einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Verden/Osterholz gibt es Hinweise, dass es sich bei den Tätern in Langwedel um zwei Männer mit einem weißen Transporter handeln könnte.

Von Katharina Schmidt

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