Verein in Varrel untergekommen

Mach-Art-Künstlerinnen schwärmen vom neuen Domizil

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Helma Andresen (l.), Ute Stein und die anderen Künstlerinnen haben sich bereits eingerichtet.

Varrel - Die Suche der Künstlerinnengruppe Mach-Art nach einer neuen Bleibe war von Erfolg gekrönt: Inzwischen sind die Frauen von Heiligenrode, wo sie einen Teil des Obergeschosses im Schulgebäude genutzt hatten, an die Grüne Straße in Varrel gezogen und haben sich bereits dort eingerichtet. Die Gemeinde hatte ihnen im Mai gekündigt, weil sie die Räume für die Einrichtung zweier Kindergartengruppen benötigt.

„Wir hätten noch bis Mai 2020 in Heiligenrode bleiben können“, sagt die Vorsitzende Ulrike Stein. „Doch dann hätten wir im kommenden Jahr vor demselben Problem gestanden.“

Gemeinsam mit Mach-Art hat sich die Künstlerin Karin Hirschgänger in das Erdgeschoss an der Grünen Straße einquartiert. Sie war ebenfalls von der Kündigung betroffen und nutzt jetzt zwei kleinere Räume als Lager.

Nach eigener Auskunft sind die Frauen über private Kontakte auf das Haus in Varrel gestoßen. „Das war Anfang August. Danach ging alles ganz schnell“, berichtet Ulrike Stein. Zuvor hätten sie sich diverse Unterkünfte angesehen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage gekommen seien.

Die Künstlerinnen nennen Schimmel und eine hohe Miete als Beispiele. In einem Fall sei ihnen ein Zwei-Jahres-Vertrag angeboten worden. „Mitunter muss man einen langen Weg gehen, bis man ins Ziel kommt“, stellt Helma Andresen fest.

Sein Banner muss der Verein noch aufhängen. Das Foto zeigt die Mitglieder Helma Andresen (l.) und Ute Stein (r.) sowie Künstlerin Karin Hirschgänger, die das Haus auch nutzt.

Regelrecht ins Schwärmen geraten die Mach-Art-Mitglieder, wenn die von der neuen Bleibe sprechen: „Wir können die Terrasse und den Garten mit Sitzecke nutzen. Der ist für die Malerei eine wahre Idylle. Eigentlich haben wir jetzt viel mehr als in Heiligenrode“, sagt Andresen. Außerdem seien die Anfahrtswege kurz, „und wir können alles mit der Vermieterin besprechen“. Den Frauen gefallen auch die hellen Räume und die wesentlich größere Küche mit Kochmöglichkeiten. „Die ist für gesellschaftliche Anlässe optimal.“

Laut Ute Stein haben die Frauen ihr Konzept geringfügig umgestellt. „In Heiligenrode haben unsere beiden Gruppen getrennt in ihrem jeweiligen Raum gemalt, jetzt malt jede Gruppe in beiden Räumen gleichzeitig.“ Über den Besuch weiterer, interessierter Künstlerinnen würde sich der Verein freuen. Gelegenheit dazu besteht montags ab 18 und dienstags ab 9.30 Uhr. „Wir suchen noch Mitglieder“, sagt die Vorsitzende.

Mach-Art bedankt sich für den großen Zuspruch, den der Verein nach Bekanntgabe seiner Situation während einer Pressekonferenz im Rathaus bekommen habe. Der Dank der Frauen gilt aber auch – trotz Kündigung – der Gemeinde. Die hatte unter anderem ein Unternehmen eingeschaltet, um den „Hausstand“ der Künstlerinnen fachgerecht verladen und von A nach B transportieren zu lassen.

„Die Unterstützung für Mach-Art waren keine Lippenbekenntnisse“, sagt Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier. Er spricht von einer Win-win-Situation: Die Künstlerinnen seien in Stuhr geblieben, und die Kommune habe zeitnah den Umbau der Räume für den Kindergarten „einstielen“ können.

Nach Auskunft des für den Hochbau zuständigen Rathausmitarbeiters Hayo Wilken sind im ehemaligen Machart-Domizil im Obergeschoss der Heiligenroder Schule Differenzierungs- und Personalräume vorgesehen. „Ohne den Umzug der Künstlerinnen hätten wir Provisorien für die Mitarbeiter schaffen müssen. Dafür gab es auch schon Überlegungen, doch das hätte sich sehr aufwendig gestaltet.“ Es sei immer vorteilhaft, ein Projekt in einem Rutsch umzusetzen.

Bislang hätten die Baufirmen vorrangig im Erdgeschoss gearbeitet, weil dort die beiden Gruppenräume bis Anfang Oktober fertigzustellen seien. Zum Stand des Umbaus sagt Wilken: „Überall wird unten noch gearbeitet, sind Fliesenleger und Maler im Einsatz. Wenn sich das einer anguckt, der glaubt nicht, dass in zwei Wochen Kinder einziehen.“ Doch so werde es kommen.

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