Rudelsingen zum 30. Weihnachtsmarkt

Verabredung zum kollektiven Karaoke in Stuhr

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Kurt Bröker und Sohnemann Simon begleiten das singende Publikum, nehmen sich aber ansonsten zurück. „Beim Rudelsingen sind die Besucher die Stars“, sagt Kurt Bröker.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Singen vertreibt Raubtiere – so lautet eine Theorie zum Ursprung des Singens. Eine andere besagt, dass es das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Dies dürfte auch eher der Grund sein, weshalb sich Menschen am Donnerstag, 14. Dezember, im Rathaus Stuhr versammeln.

Dort macht – zum ersten Mal überhaupt in der Gemeinde – das Rudelsingen Station. Beginn ist um 19.30 Uhr. Nach Auskunft von Andrea Mehlhop vom Team Stuhr Kultur „wollten wir das ohnehin mal bei uns veranstalten. Wir wollten es aber an einem Anlass festmachen“. Nun ist der Anlass gefunden: Das Rudelsingen bildet den Auftakt zum 30. Stuhrer Weihnachtsmarkt am 16. und 17. Dezember und steht folglich unter dem Motto „Weihnachtsspecial“. „Wir sind froh, dass wir noch kurzfristig einen Termin bekommen haben“, sagt Mehlhop.

Beim Rudelsingen kommen Menschen jeden Alters in lockerer Atmosphäre zusammen und singen gemeinsam Hits von A wie Abba bis Z wie Zappa. Die dazugehörigen Texte werden von einem Beamer an die Wand geworfen. Inzwischen erfreut sich das von David Rauterberg gegründete Format einer derart großen Beliebtheit, dass die Veranstalter Teams für die unterschiedlichen deutschen Regionen gebildet haben. In Stuhr haben es die Besucher mit Kurt Bröker und seinem Sohn Simon zu tun.

Vater-Sohn-Konzert

„Das gibt ein Vater-und-Sohn-Konzert“, sagt Kurt Bröker im Gespräch mit der Kreiszeitung. Der 67-Jährige macht nach eigener Auskunft seit seinem 15. Lebensjahr Musik und hat als Musiklehrer an einem großen Schulzentrum in Bremen gearbeitet. Viele dürften ihn als Mitglied der „Beathovens“ kennen, als deren Arrangeur und Produzent „Kuddel“ nach einer Weile fungierte. Mit der Band ist er immer noch unterwegs. Um den Ruhestand nicht tatenlos zu verleben, meldete sich Bröker 2014 bei Rauterberg. „Der suchte noch Teams, und wir waren dabei.“

Simon und Kurt Bröker begleiten das singende Publikum mit der E-Gitarre, akustischen Gitarre, dem Schlagzeug, Percussion und der Cajon. Für manche Lieder hat Bröker senior auch Einspieler im heimischen Studio produziert. „Um uns geht es gar nicht“, betont er. „Die Energie soll beim Publikum bleiben. Die Besucher sind die Stars.“

Der richtige Ton ist nicht wichtig

Bröker ist begeistert von diesem „positiven Format. Es nimmt die Leute mit. Das ist etwas für jemanden, der gerne singt, aber nicht so eine Verbindlichkeit will, wie dies bei einer Mitgliedschaft in einem Chor der Fall wäre“. Anders als in einem Ensemble sei es auch gar nicht wichtig, dass die Teilnehmer den richtigen Ton treffen. „Man wird getragen von dem Klang der Gruppe, der Einzelne darf durchaus unsauber intonieren. Wir wollen auch Leute erreichen, die in der Schule nicht so gerne gesungen haben.“ Bröker spricht von einem „ungezwungenen, kollektiven Karaoke“.

Die Bandbreite reicht in der Regel von Evergreens bis zu aktuellerer Rockmusik. Beim Stuhrer Weihnachtsspecial, dessen Programm laut Bröker noch nicht ganz steht, sieht das etwas anders aus. Der Musiklehrer kündigt Klassiker wie „Last Christmas“ und die „Weihnachtsbäckerei“ an, ebenso Phil Collins’ „Another day in paradise“, das die Situation von Obdachlosen thematisiert. 

„Ist ja auch ein Weihnachtsthema.“ Auf Abbas „I have a dream“ dürfen sich die Besucher auch schon mal freuen. Der Abend umfasst drei Blöcke à acht Songs, unterbrochen von zwei Pausen, und dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. „Mehr als acht Lieder schaffen die Leute nicht am Stück“, sagt Bröker und fügt hinzu: „Die Leute werden mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach Hause gehen.“

Singen klappt besser im Stehen

Da Singen „bekanntlich besser im Stehen“ funktioniert, wie es in der Mitteilung der Gemeinde heißt, befinden sich im Ratssaal nur Stehtische. Eine Ausnahme bildet die Empore, die wie gewohnt bestuhlt ist. Besucher, die nicht über die volle Distanz stehen möchten, können also ebenfalls am „Weihnachtsspecial“ teilnehmen.

Karten zum Preis von zehn Euro gibt es im Bürgerbüro des Rathauses und bei der Mediengruppe Kreiszeitung. Reservierungen für die Abendkasse sind unter der Telefonnummer 0421/56 95 294 möglich.

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