Spielraumtheater feiert Premiere mit „Nenn mich nicht Sissi“

Vater und Tochter in einem dramatischen Dialog

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„Nenn mich nicht Sissi“ heißt das aktuelle Stück des Spielraumtheaters in Seckenhausen. Regisseur Per Lindberg, gespielt von Peter Koschade, gerät unter Druck: Seine Tochter Cecilia (Beverly Huntemann) fühlt sich vernachlässigt und bewirft ihn während einer hitzigen Diskussion mit einer Zeitschrift.

Seckenhausen - Von Rainer Jysch. Mit einem spannungsgeladenen Zwei-Personen-Stück feiert das Spielraumtheater an der Hauptstraße 35 am morgigen Freitag um 20 Uhr Premiere. Maximal 50 Zuschauer fasst das als kulturelle Begegnungsstätte im Jahr 2011 entstandene Amateurtheater.

Der Stoff für die rund 40 Minuten dauernde Aufführung „Nenn mich nicht Sissi“ stammt aus der Feder des schwedisch-finnischen Autors Johan Bargum (73). Die Handlung dreht sich um einen Vater-Tochter-Dialog „mit vielen dramatischen Wendepunkten“, wie es in der Ankündigung der Theatermacher heißt. Das Stück wurde in schwedischer Sprache in Helsinki unter dem Titel „Kalla mig inte Sessan!“ im März 1996 uraufgeführt.

„Es gibt zwar auch witzige Szenen, die Handlung ist aber eher dramatisch, fast tragisch“, sagt Peter Koschade. Der 39-jährige Ingenieur und Hobbyschauspieler hat die Rolle des Vaters namens Per Lindblad übernommen. Beruf: ein bekannter Theater-Regisseur. Seine Tochter Cecilia, genannt Sissi, verkörpert die Schülerin Beverly Huntemann (17), die in ihrer Rolle mit langen Sätzen zurechtkommen muss.

Nach der gescheiterten Ehe ihrer Eltern lebt Cecilia bei ihrer Mutter. Der vielbeschäftigte Regisseur kümmert sich offenbar zu wenig um seine halbwüchsige Tochter. Dann erhält er von ihr einen Anruf aus der Notfall-Aufnahme eines Krankhauses. Auf das Schlimmste gefasst, eilt er zu seiner Tochter, findet sie aber unverletzt. „Du siehst doch. Heile Arme und Beine. Nicht ein Kratzer. Fit wie ein Turnschuh.“ Cecilia, die sich nach der Trennung der Eltern im Stich gelassen fühlt, hat ihrem Vater eine Falle gestellt. Und so sehr er sich wehrt und verteidigt, er muss Cecilia Rede und Antwort stehen. „Ihren Kosenamen Sissi möchte sie dabei aber keinesfalls hören“, sagt Beverly Huntemann.

„Nenn mich nicht Sissi“ ist nach Angaben des Spielraumtheaters eine Abrechnung über die Vernachlässigung der Gefühle in einer extremen Ausgangssituation. „Die Thematik kennt man ja aus vielen Patchworkfamilien und aus Trennungsgeschichten“, sagt Koschade und verweist auf die Aktualität der Handlung: „Ein Stück über die Wünsche und Bedürfnisse Jugendlicher nach ihren Eltern, nach Anerkennung und einem Zuhause.“ Das Stück enthalte viel Raum für Emotionen und es soll zum Nachdenken anregen, so die Laiendarsteller.

„Ich habe den Stoff im Internet entdeckt und fand das Textbuch gut passend für unsere Theatergruppe“, erklärt Koschade, der bis 2010 sechs Jahre beim Weyher Theater semi-professionell mitgewirkt hat. „Ich finde die Dialoge ganz pfiffig und eine Handlung mit einem solchen Generationenkonflikt hatten wir auch noch nicht auf unserer Bühne“, berichtet er. „Die Rolle des Vaters hat mich sehr angesprochen und ich habe in der Rolle der Tochter sofort Beverly gesehen.“

Seit Oktober laufen die Proben, die sich aufgrund der beruflichen und schulischen Verpflichtungen der Mitwirkenden nicht so regelmäßig gestalten ließen, wie sie das gerne gehabt hätten. „Den letzten Schliff hat das Stück in den vergangenen Monaten erhalten“, sagt Koschade.

Für Regie und Bühnenbild zeichnet Falk Wiechers verantwortlich. Alina Astl gibt als Souffleuse die richtigen Stichworte, und Daniel Cichala sorgt für Licht und Ton.

Nach der Premiere steht das Stück noch weitere Male auf dem Spielplan: am Sonnabend, 23. April, um 20 Uhr, tags darauf um 17 Uhr, am Freitag und Sonntag, 29. und 30. April, jeweils um 20 Uhr und am Sonntag, 1. Mai, um 17 Uhr. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt fünf Euro an der Abendkasse. Vorbestellungen sind per E-Mail an info@spielraum-stuhr.net oder telefonisch bei Peter Koschade unter 0151/42 31 85 21 möglich. Theaterbesucher erhalten bei Vorlage dieses Artikels einen Rabatt von einem Euro.

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