In Varrel spielen die Legenden „Lake“ und Nachwuchshoffnung Ina Bredehorn

Tradition und Jugend

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„Deine Cousine“ alias Ina Bredehorn sowie Gitarrist und Sänger Alex Conti von „Lake“ (l.) freuen sich mit Organisator Helmut Frank auf ihre Auftritte am 24. April in Varrel.

Varrel - Von Andreas Hapke. Die Unterschiede könnten größer nicht sein: hier die Rocklegenden, die vor 35 Jahren für ausverkaufte Hallen sorgten; dort das nach eigener Auskunft „blonde Gift“, das noch am Anfang seiner Karriere steht. Wenn „Lake“ und „Deine Cousine“ alias Ina Bredehorn am Freitag, 24. April, auf der Bühne des Guts Varrel stehen, treffen nicht nur Tradition und Jugend aufeinander. Laut Helmut Frank vom veranstaltenden Verein „A Heart for Stuhr“ dürfen die Besucher auch „gespannt sein auf die Kombination der beiden Musikrichtungen“.

Blues, Rock und Pop, dazu eine Prise Jazz – das sind die Zutaten, mit denen es „Lake“ zu einer der renommiertesten Bands Deutschlands gebracht haben. Dass sie 1980 nach nur drei Alben auseinanderbrach, weil gleich drei Mitglieder ausstiegen, bezeichnet Gitarrist und Sänger Alex Conti heute als einen „großen Fehler“. Auch er kehrte der Gruppe den Rücken, 1988 löste sie sich endgültig auf. Mit der Wiedervereinigung im Jahr 2003 hat Conti diesen Fehler korrigiert.

Als er sich als junger Mann gegen die Schule und für die Rockmusik entscheidet, beginnt für ihn ein Leben in zum Teil abenteuerlichen Verhältnissen. Rückblickend stellt der 63-Jährige fest, dass er „alle Höhen und Tiefen“ erlebt hat. Nach den Erfolgen mit Atlantis, Mitte der 70er-Jahre Deutschlands Band Nummer eins, schlägt sich Conti als Sessionmusiker durch. Der Hochphase mit Lake folgt eine Krise, in der Alkohol und Drogen einen breiten Raum einnahmen. Noch heute weiß Conti nicht, ob ihn die Lebensumstände in die Sucht getrieben oder die Sucht seine Lebensumstände herbeigeführt haben. Doch auch in dieser Zeit lässt ihn die Musik nie los. Er geht ins Studio und produziert eigene Sachen oder nimmt Engagements in der einen oder anderen Band an – bis ihm 2002 die Idee mit der Reunion von Lake kommt.

Als beeindruckendstes Erlebnis seiner Musikerkarriere nennt Conti die Teilnahme an einem Festival in Miami 1977 zu Ehren der mit einem Charterflugzeug abgestürzten Rockgruppe Lynyrd Skynyrd. Eigentlich sollten Lake selbst in der Maschine sitzen, da sie seinerzeit mit Lynyrd Skynyrd tourten. Nur der vom Management geforderte Auftritt in einer Radio-Show in Atlanta verhinderte dies. In Varrel bringt die Band ihre Klassiker von damals und Stücke des aktuellen Albums „Wings of Freedom“ auf die Bühne.

Ganz anders der Ansatz der 28-jährigen Ina Bredehorn, die im Vorprogramm auftritt und das Publikum mit ihrem „gesellschaftsfähigem Punkrock“ sowie ihrer energiegeladenen Show für sich begeistern möchte. Rockmusik sei ihr zu einseitig, die Frauen in der Popmusik seien ihr zu lieb. In ihren deutschen und selbst komponierten Stücken gehe es darum, sich nichts gefallen zu lassen. „Ich spiele mit den Sachen, die Frauen sich nicht trauen zu sagen, jedenfalls nicht in der deutschen Musik.“

Der Durchbruch gelang ihr beim Finale 2014 des Panikpreises der Udo-Lindenberg-Stiftung in Calw, als sie vor ein paar Tausend Besuchern den zweiten Platz abräumte. Bredehorn spricht von dem „besten Tag in meinem Leben“. Für Varrel bringt sie einen Percussionisten mit, sie selbst spielt Gitarre und Klavier.

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