Concert-Chorgemeinschaft Stuhr

Eine Speisekarte, die richtig gut klingt

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Die Sänger der Concert-Chorgemeinschaft Stuhr und des Gastchores Gutenberg 62 klingen auch gemeinsam gut. 

Varrel - Von Uwe Goldschmidt. Ein abwechslungsreiches Kontrastprogramm zu Sonne und Fußballweltmeisterschaft hat am Sonntag die Concert-Chorgemeinschaft Stuhr (CCG) in der Gutsscheune Varrel präsentiert. Nach einer gemeinsamen Kaffeetafel ging das Publikum zusammen mit dem Männerchor 62 Gutenberg aus Bremen in die musikalisch-kulinarische Verlängerung.

Nachdem das Kuchenbüffet abgebaut und der letzte Kaffee ausgeschenkt war, schritten die rund dreißig Sängerinnen und Sänger der gastgebenden CCG frisch gestärkt auf die Bühne der mit zahlreich erschienenen Zuhörern gut gefüllten Gutsscheune. Davon, dass der Chor in den vergangenen Jahren zahlenmäßig von einst mehr als hundert auf jetzt knapp dreißig Aktive geschrumpft ist, wie Chorleiter Max Börner berichtete, war der musikalischen Qualität nichts anzumerken.

Den Auftakt bestritt der Chor treffend mit dem Stück „Nun fanget an“ von Hans Leo Haßler (1564 bis 1612). Weiter ging es mit Stücken aus dem breit gefächerten Repertoire der Stuhrer. Genüsslich und heiter intonierten sie viele Lieder, die sich dem Thema „Wein, Weib und Gesang“ widmeten. Auch die gleichnamige Walzerkomposition von Johann Strauß (Sohn, 1825 bis 1899), nach einem Martin Luther zugeschriebenen Vers, oder das Volkslied „Tummel dich, gut‘s Weinlein“ griffen das Motto des Konzerts auf.

Auch die Gäste aus Bremen trugen musikalisch einiges um Thema bei. Waren sie zahlenmäßig mit zwölf Sängern zwar noch gebeutelter als ihre Stuhrer Mitstreiter, konnten sie diese quantitative Unterlegenheit jedoch qualitativ ausgleichen. Mit humorvollen und beherzt vorgetragenen Liedern wussten sie das Publikum zu überzeugen. Unverkennbar trug deren Musikauswahl die Handschrift ihres Chorleiters, ebenfalls Max Börner, der in Dresden geboren ist.

Das Lied „Speisezettel“ hatte der Leipziger Komponist Carl Friedrich Zöllner komponiert. Er lud damals seine Freunde Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) und Robert Schumann (1810 bis 1856) in das Leipziger Wirtshaus „Zills Tunnel“ ein und prahlte damit, jeden Text vertonen zu können. Also forderte man ihn auf, die Speisekarte zu komponieren, was er angeblich bis zum nächsten Morgen erledigte. Der Text „Fricassé von Kalbfleisch, Blumenkohl mit Rindfleisch, Sauerkraut mit Schweinefleisch …“ fand ebenso den Beifall der Zuhörer wie die Werbehymne über das Mundwasser der Marke Odol.

Max Börner ließ es sich nicht nehmen, sich des Mottos des Nachmittags auch persönlich anzunehmen. Zu dem Text „Fasten“ des Komikers Otto Waalkes begleitete er seinen Gesang selber an der E-Gitarre.

Zum Abschluss des Konzertes sangen beide Chöre zusammen. Dazu hatte Börner den Peter-Kreuder-Hit „Musik! Musik! Musik!“ für Chor und Klavier (Katharina Berndt) arrangiert und das Lied „Loreley“ auch in einer sächsischen Version vorgetragen.

Bevor es galt, Abschied zu nehmen, sangen Chöre und Gäste zusammen das Volkslied „Kein schöner Land ...“, sodass ein voller, warmer Klang die Varreler Gutsscheune erfüllte.

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