Das Unternehmen Cordes & Graefe sitzt seit einem halben Jahrhundert in Stuhr

Doppeljubiläum in Seckenhausen

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Michael Hardemann, persönlich haftender Gesellschafter der Cordes & Graefe Bremen KG, im Hochregallager seiner Firma in Seckenhausen. Zweimal am Tag verlassen Auslieferungsfahrzeuge das Lager, um Fachhandwerker in der Region zu beliefern.

Seckenhausen - Von Rainer Jysch. Gleich zwei Mal hat die Firmengruppe Cordes & Graefe in diesem Jahr Jubiläum gefeiert: Bereits seit 50 Jahren gibt es den Standort der Cordes & Graefe Bremen KG in Seckenhausen. Und: Genau vor 40 Jahren saßen Vertreter der Firma mit drei Branchenpartnern aus Süd- und Westdeutschland zusammen, um die GC-Gruppe (Großhandels Contor) als Fachgroßhandelsgruppe für SHK-Haustechnik (Sanitär, Heizung, Klima) aus der Taufe zu heben.

Das gemeinsame Ziel: Den Einkauf zu bündeln und der Dominanz der damals vorherrschenden Konzerne und Industrie etwas entgegenzusetzen. Noch heute gilt, dass alle Partner selbstständig, eigenverantwortlich und gleichberechtigt zusammenarbeiten.

Inzwischen zählt die GC-Gruppe bundesweit mehr als 100 inhabergeführte Familienunternehmen und ist Marktführer. In 16 weiteren Ländern sowie in Asien ist die GC-Gruppe vertreten. Allein in Deutschland beschäftigt sie an 800 Standorten mehr als 15000 Mitarbeiter, davon 800 einschließlich 68 Auszubildende, am Standort Seckenhausen. Damit ist die Firma der größte Arbeitgeber in Stuhr.

„Die Cordes & Graefe Bremen KG in Seckenhausen ist das Mutterhaus der GC-Gruppe“, erklärt Michael Hardemann. „Das ist die Keimzelle, aus der alles entstand.“ Der 53-Jährige ist seit 1999 im Seckenhauser Unternehmen tätig, seit 13 Jahren als Gesellschafter. Dachgesellschaft des Verbunds ist die Cordes & Graefe KG mit Kai-Uwe Hollweg an der Spitze. Die Holding hat ihren Sitz ebenfalls in Seckenhausen.

„Aufgrund der räumlichen Enge am alten Standort erfolgte 1965 der Umzug von Bremen nach Stuhr. Mittlerweile ist die Immobilie mehrfach erweitert worden“, blickt Hardemann zurück. 140000 Quadratmeter Grundstück, davon 40000 Quadratmeter bebaut mit Büros und einem riesigen Lager, stehen dem Unternehmen zur Verfügung. „Wir halten hier 40000 verschiedene Artikel vor.“

Hunderte Meter

Regalreihen

Aber nicht nur Heizkörper, Badewannen, Wasch- und Duschbecken und andere Sanitärartikel lagern in den meterhohen und Hunderte Meter langen Regalreihen. Als Großhändler deckt Cordes & Graefe mit den Bereichen Sanitär, Heizung, Klima/Lüftung und über Tochtergesellschaften die Themen Elektro, Dachtechnik, Installation, Tiefbau und Industrietechnik ab und umfasst somit die gesamte Palette der Haustechnik.

1996 unterschrieb Cordes & Graefe die Vertriebswegerklärung. Darin ist festgehalten, dass der Großhändler ausschließlich an das konzessionierte Fachhandwerk liefert. Schnelligkeit steht dabei im Vordergrund.

Ein Fuhrpark mit rund 85 eigenen Lastwagen steht dafür zur Verfügung. „Zwei Mal am Tag verlassen unsere Fahrzeuge das Lager“, sagt Hardemann, der das eigene Versorgungsgebiet zwischen Emden und Hamburg, Cuxhaven und Hannover umreißt. „Wer morgens bis 10.45 Uhr bestellt, bekommt am selben Tag noch eine zweite Lieferung auf die Baustelle.“

Damit die Handwerker pünktlich loslegen können, schwärmen die ersten Laster schon nachts gegen 1.30 Uhr ins Versorgungsgebiet aus. „Wir haben hier fast einen 24-Stunden-Dienst.“ Zusätzlich habe das Handwerk die Möglichkeit, in 28 sogenannten Abholexpresslagern aus bis zu 8000 Artikeln auszuwählen. „Das funktioniert wie ein Supermarkt für den Fachhandwerker“, beschreibt Michael Hardemann das System.

Alle zwei Jahre im Frühjahr können sich die hiesigen Handwerksbetriebe auf der von Cordes & Graefe am Standort Seckenhausen organisierten Hausmesse „HTA – Haustechnik Aktuell“ über die neuesten Trends informieren. Knapp 300 Aussteller waren in diesem Jahr dabei.

Michael Hardemann sieht in der Weiterentwicklung des „Smart Home“ eine große Aufgabe für die Zukunft. Die Fernsteuerung der kompletten Haustechnik anhand eines Smartphones ist darunter zu verstehen. Im Übrigen will das Unternehmen auch die hauseigene Logistik optimieren, um den Weg von der Bestellung bis zur Lieferung weiter zu verkürzen. „Das machen wir eigentlich ständig.“

Die bereits 1921 als Röhrenhandlung von August Cordes und Alfred Graefe in Bremen gegründete Keimzelle der heutigen GC-Gruppe hat kurioserweise ihren Sitz genau auf der Grenze der Gemeinden Stuhr und Weyhe. „Das hat sich vor 50 Jahren einfach so ergeben“, erklärt der Firmenchef. „Probleme gab es dadurch aber nicht.“

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