Der JU-Ortsverband Stuhr möchte den Nachwuchs für die Politik begeistern

„Unsere Gedanken sind jünger und anders“

Beke-Carolin Bockhop und Alexander Cordes haben gemeinsam mit fünf weiteren Mitstreitern den Ortsverband Stuhr der Jungen Union gegründet. Zum Auftakttreffen am 16. Januar laden sie alle politisch Interessierten von 14 bis 35 Jahren ein. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Andreas Hapke. Bis zum Bezirkstag der Jungen Union (JU) in Bücken kannten sich Alexander Cordes (23) und Beke-Carolin Bockhop (18) nur flüchtig. Das dürfte sich in nächster Zeit ändern. Im neu gegründeten JU-Ortsverband Stuhr wollen die beiden alles dafür tun, junge Menschen für die Politik zu begeistern. „Davon gibt es noch wenige, deshalb haben wir das Zepter in die Hand genommen“, sagt Cordes. Er als Vorsitzender und Beke-Carolin Bockhop als seine Stellvertreterin, gemeinsam mit dem zweiten Stellvertreter Kevin Pschunder.

„Auf Nordkreisebene war die JU eingeschlafen, da haben wir überlegt, was wir machen können“, sagt Beke-Carolin Bockhop. Die Gründung eines eigenen Ortsverbands erschien ihnen als die beste, die naheliegendste Lösung (wir berichteten). Zum Start waren sie sieben Leute. Jetzt wollen sie „alle ansprechen, die politisch interessiert sowie zwischen 14 und 35 Jahre alt sind“, sagt Cordes. Das Potenzial wäre da, findet seine Mitstreiterin – „wenn man sieht, wieviele junge Menschen dagegen demonstriert haben, dass die AfD Stuhr zu ihrem Wahlkampfort gemacht hat. Da können wir die Leute abholen“. Gut fände sie es, wenn sich mehr Mädchen engagierten.

Alexander Cordes musste nicht abgeholt werden, Politik hat ihn schon zu Schulzeiten interessiert: „Für mich war das stets ein spannendes gesellschaftliches Feld. Ich habe die Tagespresse verfolgt und im Politikunterricht fleißig mitgearbeitet. Ich wollte wissen, wie unser Rechtssystem funktioniert.“ Zurzeit tue sich viel in Deutschland. Er wolle die politische Aufregung nicht verpuffen lassen, sagt Cordes. „Darauf kann man aufbauen.“

Mit der Politik groß geworden

Beke-Carolin Bockhop ist zwangsläufig mit der Politik groß geworden, durch den beruflichen Werdegang ihres Vaters, dem heutigen Landrat Cord Bockhop. „Das hat am Frühstückstisch immer eine Rolle gespielt“, sagt sie. Ihr Engagement in der JU sei allerdings ihre alleinige, persönliche Entscheidung gewesen, betont sie. „Wir hatten immer eine funktionierende Regierung, jetzt gibt es Probleme. Das hat mich sehr motiviert, aktiv zu werden.“

Erste Erfahrungen haben die beiden auch schon gesammelt. Beke-Carolin Bockhop während ihres Praktikums beim CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig in Berlin, Cordes seit April vergangenen Jahres als Mitglied der JU in Bremen.

„Es war interessant, auf Gleichgesinnte zu stoßen, die man sonst nie treffen würde“, bilanziert die 18-Jährige ihre Zeit in der Hauptstadt. „Sehr gut gefallen“ hat Cordes die Arbeit in der Bremer JU. „Verschiedene Gruppen befassen sich mit unterschiedlichen Themen und entwickeln Thesen, die auf dem Landestag vorgestellt werden und es vielleicht ins Wahlprogramm schaffen“, berichtet er. Doch da sich sein Jura-Studium dem Ende neige und es ihn zurück nach Alt-Stuhr ziehe, wolle er sich als JU-ler lieber vor Ort einbringen. Ab dem Wintersemester 2019 möchte auch Beke Jura studieren, „in Niedersachsen“.

Themen erarbeiten und über die Umsetzung diskutieren – darum geht es beim Kick-off, wie Presseswart Finn Kortkamp die Auftaktveranstaltung am 16. Januar um 18.30 Uhr im CDU-Haus an der Bremer Straße nennt. Infos erteilt er auf E-Mail an finn.kortkamp@ju-diepholz. de. Die Gruppe ist inzwischen auch auf Facebook aktiv.

Als ersten Schwerpunkt hat sich der Vorstand die Situation der Auszubildenden vorgenommen. „Wir wollen mal mit Jugendlichen die Betriebe abklappern, die noch offene Stellen haben, und uns die Lehrberufe erklären lassen“, sagt Cordes. Im zweiten Schritt folge das Bewerbungstraining, idealerweise mit einem Firmenchef aus Reihen der CDU, der selbst Einstellungsgespräche führt. Auf jeden Fall wollen sich die jungen Politiker mit dem Öffentlichen Personennahverkehr in Stuhr beschäftigen. Nachholbedarf sehen sie bei der Anbindung an Bremen außerhalb der Stoßzeiten. Um gemeinsame Freizeitaktivitäten dürfte es beim Kick-off aber auch gehen. Eine Mischung aus Spaß und Politik soll das Jahresprogramm sein.

Ihre Anliegen will die JU über den Ratsherrn Kortkamp in die Gremien tragen, wobei sie nicht nur die Zusammenarbeit mit der Stuhrer CDU anstrebt. Einem Autausch mit den Jungen Sozialdemokraten würde sie sich auch nicht verschließen. „Wenn es gemeinsame Themen gibt“, sagt Cordes, „kann man sich zusammensetzen, um der Sache Ausdruck zu verleihen.“

„Wir wollen bei den jungen Leuten den Blick auf die CDU verändern. Viele denken, die Partei wäre altbacken“, sagt Beke-Carolin Bockhop, betont aber auch: „Wir sind die JU. Unsere Gedanken sind jünger und anders.“

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