Mehrgenerationenhaus in Brinkum ist froh über Helfer

Ehrenamtlichen Helfer: Oft unbemerkt, aber niemals verzichtbar

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Die „Heinzelmännchen“ des Mehrgenerationenhauses: Helga Komoss (von links), Richard Weber, Günter Meyer und Heiko Köster nehmen Maß für die neue MGH-Fahne. 

Brinkum - Wer zu den Veranstaltungen in das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Brinkum kommt, wird immer wieder auf kleine Neuerungen oder Verbesserungen stoßen – sei es ein farbenfroh gestaltetes Beet, sei es eine Tür, die nicht mehr quietscht oder ein neues Geländer am Seiteneingang.

Wer sind die „Heinzelmännchen“, die meist völlig unbemerkt das Haus in der Bremer Straße 9 Instand halten, verschönern und reparieren? Fünf Männer und zwei Frauen, alle ehrenamtlich für das MGH tätig, treffen sich alle 14 Tage mittwochs mit Thomas Schaumlöffel, Vorstand der Bürgerstiftung, und Daniela Gräf, Leiterin des MGH, um zu hören, was es Neues zu tun gibt, und um über die anstehenden Arbeiten zu beraten.

Marek Kaluza, Heiko Köster, Günter Meyer, Paul Stiewe und Richard Weber sind zuständig für die vielfältigen Reparaturen im Haus, für die Wünsche nach neuen Regalen, Haken oder selbst gebauten Spendenhäuschen und für die technischen Einkäufe, schreibt das MGH über seine Helfer. Helga Komoss sowie Erika und Paul Stiewe sorgen für Hof und Garten.

„Und dabei ist es durchaus nicht nur Paul Stiewe, der für Rasenmähen, Heckenschneiden und Bäume stutzen zuständig ist“, sagt Gräf. Die ehrenamtlichen Helfer sind teilweise schon in Rente, teilweise arbeiten sie noch, wie zum Beispiel Marek Kaluza, der Elektroniker bei Daimler Benz ist, und sich in seiner Freizeit zum Beispiel um eine optimale – und dabei auch noch kostengünstige – Beleuchtung im Haus kümmert.

Über ihre Frauen kennengelernt

Alle Helfer kommen aus technischen Berufen; Günter Meyer beispielsweise war früher bei der Telekom beschäftigt und kümmert sich heute unter anderem um die Bewegungsmelder rund ums Haus.

Kennengelernt haben die Männer das MGH oft über ihre Frauen: „Bei mir ging es ganz harmlos mit der Frage los, ob ich wohl mal eine Glühbirne tauschen könnte“, erzählt Paul Stiewe. Er hatte nämlich im Begegnungscafé auf seine Frau gewartet, die am englischen Sprachtreff teilnahm, und im Begegnungscafé war gerade eine Lampe durchgebrannt.

Inzwischen bringt er sein handwerkliches Know-how auch an vielen anderen Stellen ein. „Bekannt ist er allerdings für seine Tischlerarbeiten. Ein Kellerregal, das Paul gebaut hat, überdauert uns alle“, sagt Gräf.

Richard Weber wiederum ist Spezialist für Nähmaschinen. Über mangelnde Arbeit kann er sich nicht beklagen. Für die Näh-Werkstatt, die einmal im Monat über die Bühne geht, und für das Nähcafé dienstagnachmittags werden dem Haus viele Nähmaschinen gespendet. „Die müssen aber oft erst einmal in Stand gesetzt werden“, erzählt der Rentner aus Brinkum. Dabei hat er auch schon aussichtslos erscheinende Fälle wie qualmende Maschinen wieder in den Griff bekommen.

„Auf die Fachkenntnis können wir uns verlassen“

Heiko Köster ist Architekt und zuständig für bauliche Veränderungen. Er plant zum Beispiel die Kellerbelüftung oder die Heizungsreparatur.

„Ohne das große Engagement der sieben engagierten Helfer, könnten wir die Pflege des Hauses kaum bewerkstelligen. Es gibt wohl kaum etwas, was das Team hier nicht möglich macht. Auf die Fachkenntnis können wir uns verlassen“, sind sich Gräf und Schaumlöffel einig. Für größere Aufträge würden dann aber prinzipiell örtliche Handwerksbetriebe beauftragt, betont Schaumlöffel.

Und das Dankeschön für die oft zeitaufwendige Arbeit? „Wir werden hier immer nett angesprochen und bekommen Kaffee“, sagt Köster. „Es macht uns einfach Spaß“. Und Stiewe ergänzt: „Wenn sich eine Neuerung in der Kinderkrippe bewährt hat, sind leuchtende Kinderaugen schon Dank genug.“

Die Handwerker lassen sich nie aus der Ruhe bringen, so Gräf. Sorgfältig protokollieren sie die Wünsche und Probleme, überlegen gemeinsam was zu tun ist, wer welche Aufgabe übernimmt und wann sie ausgeführt werden soll. Und eins ist dabei klar: Mangel an Arbeit gibt es in dem über 100 Jahre alten, ehemaligen Bäckerhaus, in dem sich heute Veranstaltungen, Gruppen und Kurse die Klinke in die Hand geben, nicht.

Wer Lust hat mitzumachen, ist eingeladen, mit anzupacken – gerne auch Nachwuchsbastler, teilt das Mehrgenerationenhaus mit. Interessierte können sich bei Daniela Gräf unter der Telefonnummer 0421/80 60 98 74 melden. 

ps/juk  

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