Kleinere Busse für die BVG

Stuhrer IT-Spezialist entwickelt umweltfreundliches Nahverkehr-Projekt

Die optimale Ausnutzung von Bussen lässt sich bei den Berliner Verkehrsbetrieben digital steuern. Foto: BVG
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Die optimale Ausnutzung von Bussen lässt sich bei den Berliner Verkehrsbetrieben digital steuern.

Viel zu große Busse für viel zu wenig Fahrgäste – das kostet Treibstoff und belastet die Umwelt. Doch dieses Problem lässt sich mit innovativer Technik lösen. Das hat Mark-Oliver Würtz mit einem Projekt für die Berliner Verkehrsbetriebe bewiesen. Dafür wurde er ausgezeichnet.

Stuhr – Mark-Oliver Würtz ist zufrieden. Das größte Verkehrsunternehmen Deutschlands, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), spart jetzt 17 Prozent Treibstoff pro Jahr. Fast 49.000 Liter weniger Diesel fließen in die Tanks der Busse – bei unverändertem Service für die Fahrgäste. Denn IT-Spezialist Würtz hat als Projektleiter mit passgenauem Einsatz künstlicher Intelligenz nachhaltige Optimierungen erreicht.

Für seine neue „Digitale DNA“ im Öffentlichen Personennahverkehr ist der 48-Jährige aus Stuhr mit dem zweiten Preis des Digital Leader Awards 2019 ausgezeichnet worden – in der Kategorie Society (Gesellschaft). Vor ihm lag ein Projekt der Bayer AG mit Partnern, die mit Quantum Computing die medizinische Erforschung von Krankheitsbildern vorantreiben kann.

Der Stuhrer leitet ein eigenes Beratungsunternehmen

Mark-Oliver Würtz hat seine Studien „Komplexe Softwaresysteme“ und „Business Management“ jeweils mit einem Master abgeschlossen und ist Diplom-Betriebswirt. Die digitale DNA ist nicht das erste Projekt, das er für die BVG realisiert hat, berichtet der Stuhrer mit eigenem Beratungsunternehmen (Jellyco Business & IT Consulting) und verweist auf die „onboard-units“: Dieses digitale System, das alle aktuellen Fahrplandaten eines Busses anzeigt und automatisch die Beschilderung – Haltestellen-Infos für Fahrgäste – steuert, hat der IT-Spezialist für die insgesamt 1600 Busse des Unternehmens erarbeitet.

„Ich will etwas bewegen und will etwas verändern“, beschreibt Würtz seine Arbeit, die in der Bundeshauptstadt Jahr für Jahr mehr als eine Milliarde Fahrgäste an Bord hat – in insgesamt 3000 Fahrzeugen auf zehn U- und 22 Straßenbahnlinien sowie 154 Buslinien; plus sechs Fähren. „Ihr Bereich ist so groß wie Hamburg, München und Stuttgart zusammen“, beschreibt der Stuhrer die Dimension.

Fahrgastzahlen im Fokus

Mark-Oliver Würtz

Für das Projekt, mit dem sich Würtz erfolgreich für den Digital Leader Award beworben hat, entwickelte er mit seinen Partnern eine künstliche Intelligenz, die vorhandene Daten neu verknüpft, und die mit externen Daten „gefüttert“ werden kann. Verbrauchswerte, Fahrgastzahlen und Stauzeiten sind Parameter, die Einfluss auf die optimale Nutzung der BVG-Busse haben. Entscheidende Fragen lauten: Wie, wo und wie lange sind die Busse unterwegs? Auf welchen Strecken und wie weit? Vor allem aber: War der Bus voll – oder gab es leere Plätze?

Aus diesen und anderen verknüpften Fakten ließ sich schnell ablesen: Je mehr Sitzplätze der Bus hat, umso mehr Treibstoff – Diesel – braucht er, und umso mehr Schadstoffe quellen aus dem Auspuff.

CO2-Einsparung: 1,3 Tonnen pro Jahr

„Wir haben 50 Fahrzeuge ermitteln können, die nie überfüllt waren“, berichtet Würtz. Nach der Analyse ersetzte die BVG 24 Busse mit 89 Sitzplätzen durch Fahrzeuge mit 69 Plätzen. Dadurch konnte der Dieselverbrauch um 17 Prozent – fast 49.000 Liter – gesenkt werden, so der Projektleiter. Umgerechnet 1,3 Tonnen CO2 können pro Jahr eingespart werden – ganz zu schweigen von der Feinstaub-Reduzierung.

„Die intelligente Fahrzeugdisposition der BVG-Busse verbindet ökonomische und ökologische Ziele“, stellt Mark-Oliver Würtz fest. Das Projekt war in einem dreiviertel Jahr (seit Mitte 2018) umgesetzt worden. Der IT-Spezialist ist zuversichtlich: „Die sich bis jetzt ergebenen positiven Ergebnisse werden wohl zu einer vollständigen Einführung eines ökologischen Vorschlagssystems für die Fahrzeugdisposition führen. Ende August soll darüber entschieden werden.“

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