Neue Beleuchtung soll überall bis Anfang Dezember installiert sein

Umrüstung auf LED in den letzten Zügen

Im Dunkeln spenden jetzt LED-Lampen Licht, so wie hier an der Straße Meenheit.
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Im Dunkeln spenden jetzt LED-Lampen Licht, so wie hier an der Straße Meenheit.

Stuhr – Anne Regener und Reinhold Schröder haben etwas gemeinsam. Die beiden wohnen an der Straße Meenheit in Varrel gegenüber von Laterne 9, die es Mitte Mai dieses Jahres zu einer gewissen Berühmtheit geschafft hat. Mit ihr begann die umfangreiche Umrüstung der Stuhrer Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik. Ein halbes Jahr später steht diese Mammutaufgabe vor dem Abschluss. Stand Montag waren 4 129 Lampen umgerüstet, 358 fehlten noch, wie Ann-Kathrin Dittmer vom Fachdienst Hoch-, Tief- und Landschaftsbau der Gemeinde Stuhr auf Anfrage berichtet. Der Energieversorger swb habe ihr mitgeteilt, dass noch bis Anfang Dezember alle Straßenlaternen mit LED-Modulen ausgestattet seien.

Im Umfeld von Laterne 9 können die Bewohner der neuen Lichtquelle durchaus Positives abgewinnen. Anne Regener etwa begrüßt, dass die Lampen inzwischen die ganze Nacht durchbrennen. „Früher war das hier nachts stockdunkel“, sagt sie und erinnert sich an einen Einbruch an der Straße Varreler Feld, nach dem der Täter unerkannt ins gegenüberliegende Maisfeld geflohen war. „Den haben sie damals nicht gekriegt. Hier konnte man schnell verschwinden.“

Mit der Umstellung hat sich die Gemeinde für ein neues Dimmprofil entschieden. Die Beleuchtung bleibt nachts eingeschaltet, zwischen 21 und 6 Uhr jedoch zu 50 Prozent gedimmt. Auch ein Nachbar Anne Regeners – er möchte namentlich nicht erwähnt werden – nennt das „gut für das Sicherheitsgefühl“. Früher war es in Stuhr zwischen 0.30 und 5 Uhr komplett dunkel.

Nach Auskunft von Ann-Kathrin Dittmer hätten manche Bewohner in jüngster Vergangenheit bei der Gemeinde angerufen, weil sie sich über die Veränderung gewundert hätten. „Ist das denn richtig so?“, hätten sie wissen wollen. Beschwert habe sich bislang nur eine Handvoll Bürger über die durchgehende Beleuchtung. „Sie fanden es nachts zu hell oder mögen generell das weiße Licht nicht. Da, wo zum Beispiel die Neigung des Lampenkopfes nicht optimal eingestellt war, haben wir nachbessern lassen“, sagt Ann-Kathrin Dittmer. Ein Trupp sei allein dafür unterwegs, solchen Anliegerhinweisen nachzugehen.

Laterne 9 bereitet ihrem Umfeld in dieser Hinsicht keine Probleme. Ihn störe das nächtliche Licht nicht, obwohl er sein Schlafzimmer zur Straße habe, erzählt Reinhold Schröder. „Das ist ja runtergedimmt. Die Lampe wirft nur noch einen kleinen Lichtkegel auf die Straße.“ Für Anne Regener ist das ebenfalls kein Problem. „Ich schlafe allerdings auch nach hinten raus.“

Laut Ann-Kathrin Dittmer sind die von der swb beauftragten Trupps zurzeit im Wesentlichen an Hauptstraßen und Knotenpunkten unterwegs sowie an Straßen mit sogenannten dekorativen Lampen. Darunter fallen zum Beispiel historische Leuchten mit geschwungenen Lampenschirmen. 1 189 gibt es davon in der Gemeinde Stuhr, 275 waren am Montag noch nicht umgerüstet. Den Großteil des Stuhrer Bestands machen die 3 298 technischen Leuchten aus.

Diese Zahlen entsprechen nicht ganz denen aus dem Monat Mai. Dies liegt laut Ann-Kathrin Dittmer daran, dass die swb den Bestand im Laufe ihrer Arbeiten nach oben korrigiert hat.

Dass sich der Energieversorger zunächst auf die technischen Leuchten konzentriert hat, kommt nicht von ungefähr. „Dadurch erreichen wir schneller eine Energieeinsparung“, begründete der technische Leiter der swb Beleuchtung, Marcus Cohrs, zu Beginn des Projekts. Eine Einsparung von 78 Prozent der zuvor benötigten Energie war schließlich der Grund für die Zwei-Millionen-Euro-Investition der Gemeinde. 20 Prozent dieser Kosten fördert die nationalen Klimaschutzinitiative des Projektträgers Jülich.

Neben dem Austausch der Leuchten müsse die swb bis Dezember teilweise noch die „Umverdrahtung an den Schaltstellen“ vornehmen, fügt Ann-Kathrin Dittmer hinzu. Ursprünglich sah der Bauablaufplan die Fertigstellung der Umrüstung für Ende Oktober vor. Die Verspätung habe die swb mit Lieferschwierigkeiten in Folge der Corona-Pandemie begründet, sagt Ann-Kathrin Dittmer.

Von Andreas Hapke

Der Startschuss für die Umrüstung fiel Mitte Mai mit der Laterne 9 an der Straße Meenheit im Ortsteil Varrel.
Einsatz an der Blockener Straße.

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