Umfrage zur „Brinkum in Fahrt“-Idee

Nur die FDP lehnt Busse am Hotel ab

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Haltestellen an der Bremer Straße? Das kann sich die FDP vorstellen, die restlichen Fraktionen lehnen das ab.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Wohin mit dem Busverkehr in Brinkum? Alternativ zu den Planungen der Gemeinde, die einen Bahnhof am Hotel Bremer Tor vorsehen, hat die Gruppe „Brinkum in Fahrt“ vorgeschlagen, Haltestellen ohne zusätzliche Parkbuchten an der Bremer Straße einzurichten (wir berichteten). In dem offenen Brief an die Politik war der Vorstoß mit dem Wunsch verbunden, alle Optionen zu prüfen. Wie sehen das die Fraktionen?

Deren Vorsitzenden verweisen zunächst einmal auf die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung am Donnerstag, 21. Januar, im Rathaus, denn dann kommt eine neue Variante der Gemeinde auf den Tisch. Es dürfte sich um die Lösung handeln, die Stadtplaner Christian Strauß bereits Anfang Oktober in einem Artikel dieser Zeitung für den Busverkehr am Bremer Tor angedacht hatte: über eine Reduzierung der Hotel-Parkplätze und damit ohne zusätzlichen Grundstückskauf mehr Raum zu schaffen für eine vom Bremer Tor abgerückte Fahrgasse. Das war vielen Bürgern und der Familie Gefken als Hotel-Betreiberin wichtig. Die Öffentlichkeitsbeteiligung sieht nicht nur SPD-Chefin Susanne Cohrs als „die geeignete Plattform, Wünsche und Anregungen vorzubringen, um gegebenenfalls weitere planungstechnische Prüfungen in Auftrag geben zu können“.

Unabhängig davon haben die Politiker aber auch jetzt schon eine Meinung zum Vorstoß von „Brinkum in Fahrt“. Cohrs etwa gibt zu bedenken, dass auch Gelenk- und Reisebusse die Haltezonen an der Bremer Straße nutzen müssten. Diese benötigten einerseits mehr Fläche und hätten andererseits eine längere Verweildauer. Auch durch verschiedene Fahrgastgruppen wie Personen mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrern und Rollatornutzern komme es zu längeren Standzeiten der Busse, was zu Rückstaus führe.

Ähnlich sieht es Grünen-Chefin Kristine Helmerichs, die ihre Zweifel daran hat, ob die Alternative von „Brinkum in Fahrt“ dem Ortskern „gut tut“, denn: „Die angedachten Haltestellen führen dazu, dass der Verkehr nicht mehr an den Bussen vorbeikommt.“ Im Zentrum der Planung stehe der Marktplatz zwischen der Kreissparkasse und Peters, wo Gebäude für Wohnen und Gewerbe entstehen. „Und diese Geschäfte müssen mit dem Auto erreichbar sein.“ Zudem benötigten die Haltestellen auch einen Wartebereich für die Fahrgäste. Dies sei am Bremer Tor gewährleistet.

Gerd W.-Bode („Besser“) findet es „ausgezeichnet, dass die Busse hinten am Hotel halten“. Seiner Ansicht nach hat „Brinkum in Fahrt“ die bisherige Diskussion nicht verfolgt. „Die Variante mit Haltestellen an der Bremer Straße stand schon im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt zur Diskussion.“ Den Vorstoß der Initiatoren zu dieser Zeit nennt Bode „kontraproduktiv, das würde die Planung des Marktplatzes nur verzögern“.

CDU setzt auf neue

Planung der Gemeinde

CDU-Fraktionschef Frank Schröder gibt ebenfalls zu bedenken, dass „wir seit vier Jahren dabei sind, den Ortskern Brinkum zu entwickeln, und haben unsere Vorstellungen immer in der Öffentlichkeit bekannt gegeben“. Drei neue Vorschläge habe „Brinkum in Fahrt“ innerhalb von drei Monaten unterbreitet, „und die Politik soll immer reagieren“. Schröder setzt auf die neue Planung der Gemeinde. In den vorangegangenen Varianten hätten die Busse zu nah am Hotel verkehrt, „wo wir persönlich nicht mit glücklich waren“.

Lediglich die FDP kommt zu dem selben Schluss wie die Brinkumer Initiative: „Die vorhandene Verkehrsfläche an der Bremer, Syker und Bassumer Straße ist ausreichend groß, um auch den ÖPNV einzubinden. Es sollten keine wertvollen Bauflächen dafür geopfert werden.“ Die Fraktion sei unabhängig von „Brinkum in Fahrt“ zu dieser Einschätzung gekommen, betont Chef Jürgen Timm, und zwar während einer Ortsbegehung am 23. Dezember. Deren Anlass war der neue Plan der Gemeinde für die Öffentlichkeitsbeteiligung. „Wir sind komplett gegen einen neuen Busbahnhof am Hotel Bremer Tor“, sagt Timm. Das Verkehrskonzept ist Teil eines Antrags der Liberalen. Sein Wortlaut: „Der Rat der Gemeinde Stuhr möge beschließen, das Ortskern-Entwicklungskonzept Brinkum auf alle in Gemeindebesitz befindlichen Flächen (...) auszudehnen und danach weitere Entscheidungen zu treffen.“

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