Resonanz entscheidet über Markt 2022

Ultimatum für Stuhrer Gewerbeschau: 40 Prozent Auslastung bis Weihnachten

Menschenmasse in einem Zelt des Brinkumer Gewerbemarkts.
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Bis zu 15 000 Besucher lockt der Gewerbemarkt auf den Festplatz in Brinkum. Archivfoto: Rainer Jysch

Nur allzu gerne würde die Brinkumer Interessengemeinschaft für kommenden April zum Frühjahrs- und Gewerbemarkt einladen. Doch wie wahrscheinlich ist das? Dafür müssten – unabhängig von Corona – bis Weihnachten 40 Prozent der Stände verkauft sein, sagt der frühere Marktmeister Jürgen Schmidt.

Brinkum – Wegen seines dreijährigen Turnus’ könnte der Stuhrer Frühjahrs- und Gewerbemarkt eine der wenigen Veranstaltungen sein, die von Corona verschont bleiben. Könnte. Denn wie sich das Pandemiegeschehen im Frühjahr kommenden Jahres darstellt, vermag niemand vorherzusehen. Hinzu kommt, dass sich die Aussteller trotz dieses Restrisikos in den kommenden Wochen anmelden müssten. Nur dann würde die 15. Veranstaltung dieser Art vom 22. bis 24. April 2022 auf der Brinkumer Festwiese über die Bühne gehen.

Ohne eine verlässliche Resonanz, dies stellte der ehemalige Marktmeister Jürgen Schmidt am Mittwochabend während der Jahreshauptversammlung der Brinkumer Interessengemeinschaft (Big) im Bremer Tor klar, müsse man über Corona gar nicht erst nachdenken. „Noch vor Weihnachten muss eine Entscheidung über die Gewerbeschau her. Und bis dahin müssten 40 Prozent der Standflächen verkauft sein, sonst haben wir ein Problem“, sagt Schmidt. Auch für seinen Nachfolger als Marktmeister, Arne Budelmann, ist die Auslastung bis Ende des Jahres ausschlaggebend, „ganz unabhängig von Corona“.

Die bisherige Resonanz ist ernüchternd. Laut Schmidt gibt es gerade mal zwei feste Zusagen. Budelmann verweist noch auf 10 bis 15 Bewerbungen in seinem E-Mail-Postfach, aber keine festen Zusagen und „alles eher kleinere Stände“. Nach Auskunft von Lars Gudat, der alte und neue Vorsitzende der Big (Bericht über die Wahl folgt), hat ihm ein „großer Aussteller“ noch am Tag der Versammlung seine Zusage übermittelt. „Er hatte es einfach vergessen.“

„Wir müssen das Risiko gering halten“

Die Anschreiben an die Unternehmen hat die Big vor knapp zwei Wochen rausgeschickt. Früher seien die Reaktionen darauf zügiger gekommen, berichtet Schmidt auf Nachfrage der Kreiszeitung. „Die Leute sind vorsichtiger geworden, einigen fehlen auch die finanziellen Möglichkeiten.“ Handwerkern brauche man gerade gar nicht kommen. Deren Auftragsbücher seien derart voll, dass sie überhaupt keine zeitlichen Kapazitäten hätten.

Gegebenenfalls müsse die Big die Aussteller ein zweites Mal anschreiben, sagte Schmidt im Bremer Tor. Budelmann regte eine Anmeldefrist an, um Planungssicherheit zu bekommen.

Geht es nach Gudat, soll die Gewerbeschau „auf jeden Fall stattfinden. Wir müssen aber das Risiko gering halten, indem wir zum Beispiel gut für die Zelte und Teppiche verhandeln.“ Gudat plädierte für eine endgültige Entscheidung bis Ende März kommenden Jahres, nahm aber die Forderung Schmidts auf und schlug vor, sich Mitte Dezember noch einmal in dieser Sache zusammenzusetzen. Auch eine „kleinere Veranstaltung“ als Alternative brachte Gudat ins Spiel.

Hörgeräteakustikerin Janine Otto outete sich als Fan der Gewerbeschau. „Die war immer super. Ich verkaufe an dem Tag zwar nichts, profitiere aber in der Nachwirkung davon.“ Ihrer Ansicht nach darf man den Ausstellern „durchaus Stornogebühren zumuten. Das darf nicht komplett an der Big hängen bleiben.“ Ihre Glaskugel sei zwar in Reparatur. Sie könne sich aber vorstellen, dass sich kleinere Firmen erst später anmelden.

Auch Oldtimer-Show soll stattfinden

Nach Einschätzung von Schausteller Jürgen Mertens, der auf den Märkten und Schützenfesten mit seinem Imbissgeschäft vertreten ist, ist die Big bei der coronabedingten Absage einer Zeltbestellung nicht regresspflichtig. „Außerdem will man ja auf Jahre zusammenarbeiten. Bei der nächsten Gewerbeschau werden wieder Zelte gebraucht. Da will man es sich nicht mit der Big verscherzen.“

Mertens machte auch auf einen möglichen Rabatt in Höhe von 20 Prozent für Gema-Gebühren aufmerksam. Er selbst habe diesen schon bei kleineren Veranstaltungen für die Organisatoren beantragt. Das sei auch für die Gewerbeschau möglich.

Wie auch immer: Die alte Homepage sei für die Anmeldungen zur Gewerbeschau reaktiviert, sagte Gudat. „Wir haben dort konkrete Flächen ausgewiesen, die man sich aussuchen kann.“ An einem neuen Internetauftritt feilt die Big gerade.

Nur allzu gerne würde Gudat auch die Oldtimershow im Mai stattfinden lassen. „Das fänden alle toll. Die Show ist noch besser, seit sie in den Ortskern gezogen ist. Dafür brauchen wir aber konkret Unterstützung.“ Die Planungen müssten bereits im Oktober/November beginnen, denn dann fielen bereits Kosten an. In der Versammlung wurde deutlich, dass sich die Oldtimer-Gruppe mit Peter Bruns, Regina Helms-Felderhoff, Mike Schult, Norbert Olma und Henner Lothar entsprechend einbringen würde.

Im günstigsten Fall würde Brinkum innerhalb weniger Wochen einen Gewerbemarkt und eine Oldtimershow erleben. Der ungünstigste Fall war am Mittwoch noch kein Thema.

Von Andreas Hapke

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