Dieter Barnewitz erhält Stuhrer Wolf

Mit über 80 Jahren Vorsitz im Skatclub übernommen

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Noch ein Tier: Nach dem Storch des Naturschutzbunds hat Dieter Barnewitz nun den Stuhrer Wolf bekommen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Je länger das Gespräch mit Dieter Barnewitz dauert, desto mehr Tätigkeiten fallen ihm ein, denen er im Laufe seines Lebens ehrenamtlich nachgegangen ist – und zum Teil immer noch nachgeht. Diese Engagement hat die Gemeinde gewürdigt.

Barnewitz erhielt, wie schon seine Frau Christa Kärsten-Barnewitz drei Jahre zuvor, den Stuhrer Wolf.

Für den 82 Jahre alten Moordeicher ist es nicht das erste Tier, das er sich ans Revers heften kann – wenn er es denn wollte. Für seine zehnjährige Mitgliedschaft im Ortsverein Stuhr des Naturschutzbunds (Nabu) hat Barnewitz kürzlich die obligatorische Anstecknadel mit Storch bekommen. Doch Barnewitz wäre nicht Barnewitz, würde er seine Auszeichnungen zur Schau stellen. Wie die meisten Ehrenamtlichen hängt auch er sein Tun nicht an die große Glocke. Dafür ist es zu selbstverständlich.

Der gebürtige Hamburger ist mit freiwilligem Engagement für die Gesellschaft groß geworden. Schon seine Eltern waren so gestrickt. Seine Mutter habe sogar „bis ins hohe Alter hinein immer ein Ehrenamt“ gehabt. Gleiches gilt für seine Frau, die erst mit 88 Jahren die Leitung eines Seniorenkreises abgegeben hat, bezeichnenderweise an ihre Tochter. „Was man zurückbekommt, wenn man Leute glücklich macht, kann man nicht in Geld umrechnen“, sagt Barnewitz und folgert daraus, dass sich der Mensch „unbedingt“ für die Gesellschaft engagieren solle.

32 Jahre bei „Mehr Grün für Stuhr“

Noch länger als beim Nabu, 32 Jahre nämlich, hat sich Barnewitz aktiv in der Arbeitsgemeinschaft „Mehr Grün für Stuhr“ eingebracht. Er hat Bäume für die Babywälder gepflanzt, die Pfähle mit den Nummern versehen und die Urkunden für die Familien mit der Hand geschrieben. Mit den Pflanzaktionen war die Arbeit nicht beendet. „Pfähle faulen, Bäume gehen ein. Jeder von uns hatte auch ein, zwei Babywälder in Pflege“, sagt Barnewitz. 

2016 hat er sein Engagement für den Nabu und „Mehr Grün für Stuhr“ etwas zurückgeschraubt, seine Frau und er sind nur noch passive Mitglieder. „Bei einem Anruf wäre ich aber verfügbar. Das wissen alle“, sagt Barnewitz. Der Nabu zum Beispiel melde sich, wenn Kopfweiden gestutzt werden müssten.

So oder so: Das Ehrenamt ruht bei ihm nicht. Nach eigener Auskunft zählt Barnewitz zu einem Kreis von fünf, sechs Personen, die für die Kirchengemeinde Besuchsdienste übernehmen. Er trägt Kirchenbriefe aus, mehrere Jahre lang hatte er diese sogar mitgestaltet. Außerdem wird Nachbarschaftshilfe bei ihm großgeschrieben. Wer kleinere Reparaturen hat, kann sich auf Barnewitz verlassen. Seine Fähigkeiten hat er sich privat angeeignet. „Als Bürokaufmann konnte ich meinen Kindern nie zeigen, was ich tagsüber gemacht habe. Da wurde das Handwerk zu meinem Hobby.“

Im Zweifel „Ja“ fürs Ehrenamt

Wenn es noch eines Beweises bedarf, dass Barnewitz im Zweifel immer „Ja“ zum Ehrenamt sagt, dann hat er diesen im vergangenen Jahr geliefert: Er wurde Vorsitzender seines Skatclubs 1. SC Moordeich, der sich ein Mal pro Woche zum Spielen trifft. „Es hat sich niemand anderes gefunden. Ich konnte den Verein doch nicht zusammenbrechen lassen“, begründet Barnewitz. Seiner Frau wäre es allerdings lieber gewesen, er hätte den Posten nicht übernommen.

Wer die beiden sieht, mag nicht glauben, dass sie zusammen bereits 173 Jahre alt sind. „Vielleicht hat uns das Ehrenamt jung gehalten“, sagt Christa Kärsten-Barnewitz. Vielleicht ist es aber auch die naturverbundene Freizeitgestaltung, vielleicht beides. „Wir sind unser Leben lang gewandert, durch ganz Europa, mit Zelt und Rucksack“, erzählt der rüstige Rentner und nennt den europäischen Fernwanderweg von Flensburg bis zum Bodensee als Beispiel. 

In Etappen seien er und seine Frau dort unterwegs gewesen. Zwei Mal pro Jahr hält sich das Ehepaar zum Hochseeangeln in Norwegen auf. Auch drei Kinder, vier Enkel und sieben Urenkel halten Barnewitz und seine Frau auf Trab; ebenso das eigene Waldstück, dass 1998 auf 1,2 Hektar in Seckenhausen entstand. „Der Tag liegt nie brach vor uns“, erzählt Barnewitz, der auch als Pensionär nach dem Motto lebt: „Hobbys machen nur dann Spaß, wenn man dafür Zeit abknapsen muss.“

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