Gemeinde Stuhr will nicht „dazwischengrätschen“

Turnhallen bleiben in den Sommerferien geöffnet

Soll in den Ferien geöffnet bleiben: die Sporthalle des FTSV Jahn Brinkum an der Birkenstraße.
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Soll in den Ferien geöffnet bleiben: die Sporthalle des FTSV Jahn Brinkum an der Birkenstraße.

Kontaktsport ist in Innenräumen wieder erlaubt. Die Gemeinde Stuhr schließt die Turnhallen deswegen nicht wie üblich in den Sommerferien, weil sie den Sportlern nicht „dazwischengrätschen“ will.

Stuhr – Seit gestern dürfen sich wieder bis zu 30 Personen in Innenräumen zum Kontaktsport treffen. Grund: Zuvor hatte der Inzidenzwert im Landkreis Diepholz fünf Tage lang zwischen 35 und 50 gelegen. Vor diesem Hintergrund – und in der Hoffnung, dass dies so bleibt oder sich sogar noch positiver entwickelt – will die Gemeinde ihre Sportstätten in den Sommerferien geöffnet lassen. „Acht Monate war kein Sport möglich. Jetzt gibt es Lockerungen durch die neue Verordnung, der Inzidenzwert lässt mehr zu“, stellt die zuständige Fachbereichsleiterin Kerstin Frohburg fest. „Da wollten wir als Gemeinde nicht zwischengrätschen.“

Üblicherweise bleiben die Sporthallen in den Sommerferien geschlossen, um „klar Schiff“ zu machen sowie fällige Reparaturen und Renovierungsarbeiten anzugehen. Dies würde die Sportvereine allerdings in ihrem Trainingsprogramm ausbremsen, heißt es in einer Mitteilung des Rathauses. Deshalb die Öffnung, von der Umkleiden und Duschen aber weiterhin ausgenommen sind. Auch auf den Sportplätzen würden sich die Pflegearbeiten, zum Beispiel das sogenannte Stöpseln beschädigter Stellen, in den Ferien „im moderaten Rahmen halten“, sagt Frohburg.

Sport in Stuhr: Vereine und Sparten brauchen die Hallen

Rolf Meyer, Vorsitzender des Gemeindesportrings, wertet die Öffnung als „gutes Signal“ an die Stuhrer Vereine. „Wir brauchen die Hallen. Allein schon, weil nicht alle Sportarten draußen ausgeübt werden können.“ Meyer nennt Tischtennis und Badminton als Beispiele. „Ich weiß, dass diese Sparten gerne wieder loslegen würden.“

Doch auch an Mannschaftssport wie Korbball oder Handball war lange nicht zu denken. „Wir durften uns ja noch nicht einmal zu zweit den Ball zuspielen“, sagt Meike Solte, Spielführerin der Korbballerinnen beim TSV Heiligenrode.

Ein negatives Testergebnis – wie es jetzt noch für den Indoorsport notwendig ist – findet Meyer nicht sonderlich abschreckend. Zumindest nicht, was das Training beim FTSV Jahn Brinkum angeht, dessen Vorsitzender er ebenfalls ist. „Wir haben ein Testzentrum in unserem Vereinsheim an der Langenstraße. Das geht sehr zügig dort und ist sicherlich etwas anderes, als wenn man dafür nach Stuhr oder Brinkum-Nord fahren müsste.“

In ihrer Funktion als Vorsitzende des Delmenhorster TV findet Frohburg eine Testung aller Sportler, die nicht älter als 24 Stunden sein darf, aufwendig. Aus ihrem Verein habe sie Rückmeldungen bekommen, dass die Mitglieder lieber noch ein Weilchen mit dem Restart warten würden.

Der Jahn sei für die Rückkehr in die Halle bereit, „doch ich denke, dass dies inzwischen für alle Vereine gilt“, sagt Meyer. Alle könnten inzwischen auf ein stimmiges Hygienekonzept zurückgreifen.

„Wichtig ist, dass die jeweils aktuelle Corona-Verordnung und der aktuelle Inzidenzwert des Landkreises den Rahmen vorgeben, wie der Sportbetrieb stattfinden kann“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Vereine müssten dafür Sorge tragen, dass die jeweils geltenden Regeln eingehalten werden. „Sie müssen sich fortlaufend informieren“, sagt Frohburg.

Nicht alle Turnhallen in Stuhr sind durchgehend geöffnet

Nicht alle Sportstätten seien die kompletten Sommerferien über geöffnet, schränkt die Fachbereichsleiterin ein. In dem Gebäude an der Danziger Straße etwa stünden Fußbodenarbeiten an, die aber noch nicht terminiert seien. Auf dem Sportplatz des Brinkumer SV müssten Nähte der Tartanbahn überarbeitet werden. Der Auftrag sei bereits erteilt. „Es geht bald los.“

Was die Renovierung der KGS-Hallen angeht, „sind wir dabei, die Aufträge zu vergeben“, sagt Frohburg. Ab den Sommerferien stünde die Sanierung der Umkleiden in Halle 2 an. Danach, voraussichtlich Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres, stehe das Gebäude zunächst einmal „in Gänze“ für den Sport zur Verfügung. Im zweiten Bauabschnitt seien Halle 1 plus Umkleiden an der Reihe, im letzten Bauabschnitt die Halle 2. Insgesamt sind zwei Jahre veranschlagt.

Die marode Turnhalle an der Jahnstraße bleibt so lange stehen, bis die Sanierung beider KGS-Hallen abgeschlossen ist. „Was dann mit dem Gebäude passiert, muss die Politik entscheiden“, sagt Frohburg.

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