True will mehr Transparenz für Mitglieder

29-Jähriger führt SPD-Ortsverein in Stuhr an

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Der SPD-Wimpel geht jeweils in die Hände des Vorsitzenden des Ortsvereins über. Nun steht er bei Dennis True, der auf dem Bild seine Stimme beim Mitgliedervotum zur GroKo abgibt.

Stuhr - Von Katharina Schmidt. Schon in der Schule zählte Politik zu Dennis Trues Lieblingsfächern. „Aber dass es einmal zu einem Parteieintritt reichen würde, hätte ich damals nicht gedacht. Meine Mitschüler und Lehrer vermutlich auch nicht“, sagt der 29-Jährige. Heute ist er nicht nur Mitglied der SPD, sondern auch Vorsitzender des Stuhrer Ortsvereins.

Vor wenigen Tagen löste True seinen Vorgänger Arno Büchel ab (wir berichteten). Zuvor hatte er sich als Schriftführer im Vorstand des SPD-Ortsvereins engagiert. Zudem ist er Mitbegründer der Juso-Gruppe und Ratsherr.

„Es ging alles schneller als gedacht“, sagt der neue Vorsitzende mit Blick auf seinen politischen Werdegang. Diesen hat sein Opa angestoßen. Der konnte sich seinen Enkel gut in der Politik vorstellen. Dennis Trues bedachte Art zu Reden, sein sicheres Auftreten, das politische Interesse – all dies passte in den Augen des Seniors gut zusammen. In einem gemeinsamen Gespräch kam das Thema auf. Danach hat True immer mal wieder über die Worte seines Großvaters nachgedacht. Schließlich füllte er online einen Antrag auf Mitgliedschaft bei der SPD aus. „Eigentlich gab es für mich nie eine Alternative zur SPD“, erzählt er. Es sei immer die Partei gewesen, hinter der seine Familie gestanden habe.

Dennis True lebt mit seiner Freundin in Stuhr. Er arbeitet als Softwareentwickler in Bremen. Viele kennen ihn von der Stuhrer Heimatbühne, für die er seit Jahren in die unterschiedlichsten Rollen schlüpft. Wenn es der Terminkalender und das Wetter zulassen, geht er außerdem gerne geocachen. Dabei handelt es sich um eine Art GPS-Schatzsuche, bei der geografische Koordinaten zu realen Verstecken lotsen.

Fokus auf politische Arbeit vor Ort lenken

Der 29-Jährige war eigenen Aussagen zufolge nicht erpicht darauf, Vorsitzender zu werden. Doch als er darauf angesprochen wurde, ist er nach gründlichen Überlegungen zu dem Schluss gekommen: warum nicht?

True wurde zunächst für die Dauer von zwei Jahren in sein Amt gewählt. Eines seiner Vorhaben ist, die Parteiarbeit transparenter zu gestalten. „Vieles passiert im geschlossenen Kreis des Vorstands“, kritisiert er. Darüber hinaus möchte der Stuhrer den Fokus wieder auf die politische Arbeit vor Ort lenken. Diese sei durch die Landes- und Bundestagswahl ein wenig in den Hintergrund gerückt.

Ein weiteres Anliegen ist True der öffentliche Nahverkehr in Stuhr. „Die Verbindungen sind nicht schlecht, aber sie sind noch ausbaufähig,“ findet er. Nachbesserungsbedarf bestehe auch in Bezug auf die Situation der Erzieherinnen. „Es ist ein Job, der finanziell nicht wertgeschätzt wird, so wie viele Berufe im sozialen Bereich.“ Insbesondere die Jusos – die im vergangenen Jahr gegründete Gruppe ist mittlerweile gut 20 Personen stark – habe das Thema auf dem Schirm.

„Das spiegelt nicht die Gesellschaft wider“

Dennis True sorgt für eine Verjüngung des Vorstands. Eine solche wünscht er sich auch auf Bundesebene – und zwar nicht nur bei den Sozialdemokraten. Nur ein Bruchteil der Abgeordneten sei jünger als 30 Jahre. „Das spiegelt nicht die Gesellschaft wider.“

Apropos Bundespolitik: Der neue Vorsitzende steht einer Großen Koalition skeptisch gegenüber. „Meine Meinung ist, dass sich die SPD nicht von innen erneuern kann, wenn sie in den alten Strukturen, die sie in die jetzige Situation gebracht haben, bleibt.“ Die beste Alternative ist in seinen Augen eine Minderheitsregierung. Er denkt, dass Abgeordnete in einer solchen Konstellation mehr ihren Herzen anstatt dem Parteiplan folgen könnten.

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