Neustart mit vertrauter Belegschaft

Trotz sieben Monate Lockdown: Stuhrer Gastronomie verliert kaum Mitarbeiter

Ein Restaurant öffnet nach Lockdown.
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Wiedereröffnung am Donnerstag: das Hotel Restaurant Kreuz Meyer.

Trotz siebenmonatiger Schließung hat die örtliche Gastronomie kaum Mitarbeiter verloren. Seinen Neustart kann das Hotel und Restaurant Kreuz Meyer in Seckenhausen mit dem vertrauten Personal bestreiten – ebenso wie das Bremer Tor in Brinkum und die Galerie-Teestube von Anita Schmücker in Moordeich. Ab heute ist die Innengastronomie wieder erlaubt. 

Stuhr – Nach monatelanger Durststrecke darf die Gastronomie in Niedersachsen endlich wieder loslegen – und zwar ab heute drinnen wie draußen. Das hört sich zunächst einmal gut an. Doch gibt es überhaupt noch alle Mitarbeiter, mit denen die Betriebe Anfang November in den neuerlichen Lockdown gegangen waren? Oder haben sich Teile der Belegschaft in der Zwischenzeit andernorts nach einer Beschäftigung umgesehen?

Der Besucher der Galerie-Teestube von Anita Schmücker in Moordeich etwa trifft auf bekannte Gesichter, die Inhaberin hat ihre beiden Mitarbeiter behalten. „Sie sind noch in Kurzarbeit. Doch die wird sich jetzt nach und nach reduzieren und durch das Gehalt ersetzt“, sagt Anita Schmücker. Die Treue ihrer Belegschaft macht sie auch an dem guten Betriebsklima fest: „Wir fühlen uns miteinander wohl.“

Die Gastronomin blickt auf ein gutes Geschäft am vergangenen Wochenende zurück. Dafür habe sie bereits einen Mitarbeiter einbestellen müssen. „Ich hatte geahnt, dass ich das nicht alleine schaffen würde. Draußen war alles voll. Das war eine gute Kommunikation mit den Gästen und eine gelöste Stimmung.“

Viele Ungereimtheiten im Lockdown

Aus der Zeit des Lockdowns werden ihr „viele Ungereimtheiten“ in Erinnerung bleiben; zum Beispiel dass eine Trauergemeinde auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit 20 Personen in die Kapelle des Friedhofs durfte, ihr es aber nicht erlaubt war, für die Leute nach der Beerdigung eine Kaffeetafel anzubieten. Ihr blieb lediglich der Außer-Haus-Verkauf. „Das war ein Taschengeld“, sagt Schmücker.

Viel zu tun gab es während der Schließung auch für die Mitarbeiter des Hotels und Restaurants Kreuz Meyer in Seckenhausen nicht. In der Woche ein paar Übernachtungen von Geschäftsreisenden, dazu der Außer-Haus-Verkauf. „Gelohnt hat sich das nicht“, sagt Senior-Chef Dieter Meyer.

Und dennoch: „Wir haben niemandem gekündigt. Alle waren in Kurzarbeit, die meisten mit 100 Prozent“, sagt Junior-Chef Sören Eilers. Inklusive der geringfügig Beschäftigten habe der Betrieb 30 Mitarbeiter. „Sie sind bei uns geblieben und kommen jetzt langsam zurück.“ Dieter Meyer hat nach eigener Auskunft bereits die Aushilfen angerufen: „Die bleiben auch.“

Neustart am Freitag: das Bremer Tor in Brinkum.

Die Voraussetzungen für den Neustart sind also geschaffen. Am morgigen Donnerstag möchte Kreuz Meyer wieder drinnen und draußen öffnen. „Erst mal nur abends, ab kommender Woche dann mit Mittagstisch“, kündigt Meyer an.

Einen Tag später, am Freitag, ist das Bremer Tor in Brinkum wieder mit seiner Innen- und Außengastronomie für seine Besucher da. Junior-Chef Jörn Gefken kann dann auf die meisten der rund 50 Mitarbeiter aus der Zeit vor der Schließung zählen. „Von den Festangestellten ist so gut wie keiner gegangen“, sagt Gefken. Nur was die Aushilfen angeht, hätten sich einige wenige etwas anderes gesucht.

Während des Lockdowns kam der eine oder andere Beschäftigte bei Renovierungsarbeiten zum Einsatz. „Wir haben das Haus fit gemacht. Ein bisschen zu tun gibt es ja immer“, stellt Gefken fest. Dies habe dazu beigetragen, dass die Mitarbeiter geblieben seien.

„Wenn die Infektionsschutzmaßnahmen es zulassen, will die Familie Gefken schon in der ersten Juni-Woche mit einem neuen Tages- und Wochenkonzept an den Start gehen“ – so stand es vor einem Jahr in der Kreiszeitung, als noch kaum jemand mit derart langen Pandemiefolgen rechnete. Das Konzept gibt es seit vergangenem Jahr. Es beinhaltet unter anderem mehr Livemusik, Öffnungszeiten von Mittwoch bis Sonntag, Aktionen wie Oktoberfest- und Schnitzel-satt-Tage sowie eine neue Cocktailbar. Überhaupt steht nun das Restaurant im Vordergrund. Den Hotelbetrieb hatte die Familie Gefken bereits unabhängig von Corona aufgegeben (wir berichteten).

Von Andreas Hapke

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