Lettischer Frauenchor zu Gast in Stuhr

Trommel trifft auf Tradition

Der Frauenchor Teiksma aus Sigulda gab am Freitagabend mit lettischer Folkloremusik Beispiele seines Könnens. - Foto: Jysch

Stuhr - Von Rainer Jysch. Mit Volksliedern aus Lettland haben am Freitagabend 19 Sängerinnen aus Sigulda (Lettland) mit ihrer Dirigentin Maija Feldmane das Publikum unterhalten. Der Frauenchor Teiksma aus der Partnerstadt weilte einige Tage in Bremen und Stuhr bevor es heute zurück in die baltische Heimat geht.

Als Vorprogramm für den Chorauftritt hatten die Veranstalter die Stuhrer Frauen-Sambagruppe „Sambrassa“ engagiert. „Teiksma heißt übersetzt so viel wie ‘Sage’“, erläuterte der ehemalige Kulturbeauftragte Edgar Wöltje. Als Mitglied des Förderkreises Stuhr-Sigulda hatte er die Begrüßung der Zuhörer übernommen. Man wolle dem Frauenchor aus Sigulda etwas Partnerschaftliches entgegenstellen, sagte Wöltje und kündigte zunächst „brasilianische Klänge aus Stuhr“ von „Sambrassa“ an. „Das ist eine gewagte Mischung“, meinte Percussion-Sprecherin Iris Rose, „aber wir haben bei den Proben gemerkt, dass das gut zusammenpasst.“

Mit rhythmischen Klängen heizten die bunt gekleideten mit phantasievollem Kopfschmuck ausgestatten Sambrassa-Trommlerinnen dem Publikum ein. Dem Samba-Raggae namens „Flaschengeist“ aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia folgte ein Stück aus Ghana, das die Musikerinnen auch mit Gesang begleiteten. „Der Rhythmus nennt sich ‘Kpacha’“, erklärte Susi Sasse. Man habe sich bei der Lautstärke bewusst zurück gehalten und nicht so intensiv gespielt, wie man das bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gemacht hätte, so die Cheftrommlerin.

Der Frauenchor aus Lettland, der bereits 38 Jahren existiert, präsentierte sehr melodiöse, traditionelle lettische Volksmusik. Alle Sängerinnen waren in regionale Trachten mit weißer Haube und langem Rock gekleidet. „Wir singen lettische Volkslieder aber auch klassische Musik, Schlager und alles was uns gefällt“, erklärte eine Sprecherin der Gäste aus dem Baltikum auf Deutsch. „Viele Stücke handeln von der Liebe zur Heimat, zur Familie und zur schönen, manchmal auch bedrohlichen Natur, aber auch von der Liebe.“

Bei einigen Liedern begleitete die Dirigentin den Chor am Flügel. So sangen die Frauen auch ein Lied mit livländischen Wurzeln, das während der Sowjetzeit als heimliche Nationalhymne fungiert haben soll. „Die Volkslieder sind ein Instrument, um die nationale Identität zu bewahren“, sagte die Sprecherin über die Dainas genannten Lieder und Gedichte. „Wir sind sehr stolz auf unsere Dainas, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören“, erklärte sie. Auch in deutscher Sprache sang der Chor einige Volkslieder wie „Du, du liegst mir im Herzen“, das das Publikum gerne mitsang.

Den Abschluss bildete ein gemeinsam von Teiksma und Sambrassa vorgetragenes Lied aus der Karibik „Come back Liza“. Susi Sasse begleitete die Sängerinnen am Akkordeon, leise unterstützt durch „Caxixi“, kleine, aus Bast geflochtene und mit Körnern gefüllte Rasseln.

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