Begehung mit Bürgermeister und Revierförster

Trockenheit setzt Buchen zu: Fällungen im Klosterwald unumgänglich

Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier im Klosterwald: Er erklärt den Besuchern die Fällungen.
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Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier erklärt, warum im Klosterwald Buchen gefällt werden müssen.

Weil die Trockenheit der letzten Jahre ihnen zugesetzt hat, müssen bald einige Buchen im Klosterwald gefällt werden. Bei einem Rundgang mit Besucher erklärte der Revierförster, warum.

Heiligenrode – „Trockenheit und Hitzeperioden der vergangenen drei Jahre haben den Buchenaltbestand im Klosterwald in Heiligenrode so stark geschädigt, dass kurzfristige Baumfällungen zur Einhaltung der Verkehrssicherheit unumgänglich sind“, ließ die Gemeinde Stuhr jüngst wissen.

Ihr obliegt, dafür zu sorgen, dass niemand durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste Schaden nimmt. Am Freitag erhielten angemeldete Besucher die Gelegenheit, sich vor Ort über den Zustand des Waldes zu erkundigen, organisiert vom Umweltbeauftragten Marc Plitzko und von Henning Winter, im Rathaus zuständig für den Landschaftsbau. Heinz-Dieter Tegtmeier von der Revierförsterei in Syke hatte es übernommen, über die Lage im Wald zu berichten.

Anzahl angeschlagener Bäumer hat zugenommen

Die Anzahl der Bäume im schlechten Zustand habe in letzter Zeit immens zugenommen, erzählte Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte den rund 20 Gästen. „Das erfordert einfach, dass wir als Gemeinde viel stärker als in der Vergangenheit bei der Baumpflege und bei der Sicherung aktiv werden müssen“, sagte er. „Bürger haben in der Regel den Eindruck: Der Baum sieht ja noch ganz gut aus. Warum wird der jetzt gefällt?“ Korte wollt selbst sich von solch einer laienhaften Beurteilung nicht ausnehmen: „Die Experten wissen mehr darüber. Deshalb haben wir Herrn Tegtmeier eingeladen.“

Der bestätigte, dass sich seit 2018 Schäden an der Buche deutlich verstärkt hätten. Tegtmeier erläuterte: „Wir nennen das Vitalitätsschwäche, die sich in Kronenverlichtungen äußert und darin, dass die Bäume ihre Blätter früher als sonst abwerfen oder verkümmerte Blätter aufweisen.“ Abblätternde Rinde an armstarken Ästen und Zweigen seien ebenfalls Hinweise darauf, dass nicht mehr genügend Wasser hinauf in die Krone transportiert werde und die Widerstandskraft der Bäume nachlasse.

Das Schicksal nicht mehr zu rettender Buchen

Wenn dann noch Pilzbefall hinzukomme, würden die Fasern, die für Festigkeit im Holz sorgen, relativ schnell abgebaut. Damit gehe die statische Festigkeit des ganzen Baumes verloren. In der Regel breche die Krone heraus. „Eine Baumruine mit fünf bis sechs Metern Höhe bleibt noch einige Jahre erhalten, aber der Schadensablauf ist dann relativ schnell“, erläuterte Tegtmeier das Schicksal von letztlich nicht mehr zu rettenden Buchen.

Im Wald zeigte er den Besuchern Buchen mit abgestorbenen Kronen und Bäume, die sich schon in der Zerfallsphase befinden. „Da, wo keine Gefährdung besteht, belassen wir Alt- und Totholz im Wald, damit Höhlenbrüter, Insekten und andere Organismen, die später an der Zersetzung des Holzes beteiligt sind, einen Lebensraum finden“, sagte er.

15 akute Fälle

Etwa 35 Exemplare mit beginnenden oder deutlich erkennbaren Symptomen habe er von den insgesamt rund 500 alten Buchen im etwa 26 Hektar großen Klosterwald lokalisiert. 15 akute Fälle sollten laut Tegtmeier spätestens im Sommer gefällt werden, damit Schäden durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste erst gar nicht entstehen. Erst kürzlich sei im Klosterwald ein Baum umgefallen und dessen Krone in ein Schuppendach gekracht.

Obwohl bei Forstarbeiten im vergangenen Herbst nach Baumschäden gesucht worden war, seien Tegtmeier wieder kränkelnde Buchen aufgefallen. Jetzt kollidierten Fällungen mit den Bestimmungen zur Brut- und Setzzeit. Aber gerade bei der Buche dürfe man das nicht auf die lange Bank schieben. Der Förster empfahl, bis Ende Juli, wenn die Jungvögel flügge sind, Bäume zu entnehmen.

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