„Aufwand für Gießen extrem erhöht“

Trockenheit macht Bäumen zu schaffen - Gemeinde Stuhr fällt Buchen

Foto: Fabian Sommer/dpa
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Wälder leiden unter der fortwährenden Trockenheit.
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    vonKatharina Schmidt
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Stuhr – Der Klimawandel macht sich in Stuhr bemerkbar. Das berichtet die Gemeinde in einer Pressemitteilung. „Die Schäden durch die extremen Trocken- und Hitzeperioden der letzten Jahre wirken sich im gesamten Gemeindegebiet aus“, heißt es darin. Unübersehbar sei die große Anzahl abgestorbener Fichten in Hausgärten und Waldparzellen. Auch für die Bäume am Straßenrand würden diese Bedingungen Stress bedeuten. Einige müssten nun gefällt werden.

„Hier trifft es besonders Flachwurzler wie Birken und Buchen, aber auch Linden“, so die Gemeinde. Einige Bäume seien bereits abgestorben, andere stark geschädigt. Sie könnten die Verkehrssicherheit gefährden.

In Heiligenrode werden drei ältere Buchen gefällt, die dicht an der B 439 im Bereich des Klosterwaldes stehen. Darüber hinaus müssen an anderen Straßen weitere fünf bis sechs Bäume weichen. Bei den Arbeiten kann es laut der Gemeinde kurzzeitig zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Es handele sich bei den Bäumen sowohl um alte als auch um junge Exemplare, führt Henning Winter von der Gemeinde auf Nachfrage der Kreiszeitung weiter aus. „Sollte es wieder so trocken und heiß wie in den letzten beiden Jahren werden, wird sich die Zahl noch erhöhen“, prognostiziert er.

Ersatzpflanzungen mit Bäumen, die den geänderten klimatischen Bedingungen besser angepasst sein sollen, will die Gemeinde in der kommenden Pflanzsaison Herbst 2020 / Winter 2021 vornehmen. „Es werden bevorzugt Baumarten gepflanzt, die den einheimischen ähnlich sind, aber aus extremeren Klimagebieten kommen“, erklärt Winter. „Dies sind zum Beispiel Eichen aus Nordamerika oder aus dem Mittelmeergebiet, Lindenarten oder auch eine Hainbuchenart von der Alpensüdseite.“ Diese Bäume würden die Trockenheit besser vertragen, gleichzeitig aber frostsicher sein.

Nicht nur in puncto Verkehrssicherheit bekommt die Gemeinde die Nachwehen von Trocken- und Hitzeperioden zu spüren. „Der Aufwand für das Gießen der Bäume hat sich extrem erhöht“, schildert Winter.

Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier bestätigt, dass die Trockenheit von 2018 und das regenarme Frühjahr 2019 Spuren hinterlassen haben. In der hiesigen Region seien hauptsächlichen Eichen und Buchen zu finden. Insbesondere Letztere hätten gelitten. „Die Buche ist ein bisschen anfälliger als die Eiche, was die Dürreschäden angeht“, so der Förster.

Die Arbeitsgemeinschaft „Mehr Grün für Stuhr“ pflanzt seit 40 Jahren Babywälder in der Gemeinde. Auch sie hat mit den Dürre-Folgen zu kämpfen. „Letztes Jahr haben wir zum Beispiel hundert Bäume in einem Bereich an der Bundesstraße 322 nachgepflanzt“, sagt Andrea Radoy von der Arbeitsgruppe. Es kommt ihr zufolge immer mal wieder vor, dass einzelne Bäume vertrocknen und nachgepflanzt werden müssen. Doch das mit den 100 Bäume sei „schon eine große Aktion gewesen“. Radoy ist oft im Waldgebiet unterwegs, das an Groß Ippener angrenzt. „Man sieht, dass auch die Tannen ein Problem haben“, sagt sie. Die Folgen der Trockenheit seien ein Problem, das nicht nur Stuhr betreffe.

Die Arbeitsgemeinschaft „Mehr Grün für Stuhr“ wollte in diesem Jahr eigentlich ihren 40. Geburtstag groß feiern – aber angesichts der Corona-Krise ist fraglich, in welchem Rahmen das möglich wäre. „Wir müssen einfach abwarten, wie sich alles entwickelt“, sagt Radoy. Seit ihrer Gründung hat die Arbeitsgemeinschaft rund 20 Hektar bepflanzt. Rund 6000 Bäume wurden in die Erde gesetzt,

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