Christian Seevers ist Monate unterwegs

Treckerreise durch ganz Deutschland

Christian Seevers bereist auf seiner Treckertour die äußersten Zipfel Deutschlands und die Anrainerstaaten. - Foto: bt

FAHRENHORST - Acht Jahre lang hatte Christian Seevers seine Traumreise in die Anrainerländer vorbereitet. Am Wochenende brach der Vorsitzende des Schützenvereins Fahrenhorst mit einem ungewöhnlichen Mobil auf – einem Treckergespann. „Besuch bei Nachbarn“ lautet das Motto dieser Fahrt, die voraussichtlich fünf Monate dauern wird. Dazu hatte Seevers Campingführer und Straßenkarten gewälzt, sich über seine Ziele informiert und einige Probefahrten unternommen.

Aus seinem Fuhrpark von inzwischen fünf Oldtimer-Traktoren wählte er den MAN-Ackerdiesel, Baujahr 1954 aus, das gleiche Jahr, in dem auch Seevers geboren wurde. Außerdem verbinden ihn mit diesem Modell seine ersten Fahrerlebnisse auf dem elterlichen Hof in Okel.

Bevor er am Sonnabend zu der rund 5 000 Kilometer langen Tour aufbrach, hatte er mit seinen Söhnen Guido und Gerrit und dem Treckergespann bereits die Lüneburger Heide, den Harz und die Oberweser erkundet sowie Amsterdam besucht, und war mit dem Gespann nach „Büttenwarder“ und durch das Brandenburger Tor getuckert. Bei der 1 000 Kilometer langen Berlin-Tour hatte er allerdings seinen Hanomag-Oldie vorgespannt. Der trägt ein historisches Kennzeichen und fiel damit nicht unter die Feinstaub-Einschränkungen für den Stadtverkehr.

„Mein Ackerdiesel macht nur Grobstaub“, sagt Seevers und lacht. Mit seinen Söhnen hatte er vor der Abreise noch bis spät in die Nacht am neuen Verdeck gewerkelt. Eigentlich hatte er ohne fahren wollen, aber die Familie erinnerte ihn: „Du bist nicht mehr 20!“. Das überzeugte ihn.

Im mitgeführten Bauwagen gibt es Schlafkojen, eine Sitzecke, einen Kühlschrank und Stauraum für Proviant, Wäsche, den unentbehrlichen Ein-Mann-Grill, einen Wok und einen kleinen Backofen für Aufbackbrötchen. Alles mit Klebeband und Gestellen transportgesichert.

Seine Reiseroute hat Seevers exakt geplant. Er fährt ohne GPS nach einer selbst verfassten Exel-Datei, auf der jede Abzweigung eingetragen ist. 93 Campingplätze wird er ansteuern und täglich zwischen 25 und 60 Kilometer zurücklegen. Nur die beiden ersten Etappen sind für seinen Ackerdiesel Gewalttouren von 120 und 140 Kilometern. Das erste Reiseziel ist Ibbenbüren, und danach geht es weiter nach Xanten.

Auch die weiteren Strecken kennt er auswendig. Auf seiner Reise stattet er allen neun Nachbarländern und Liechtenstein einen Besuch ab. Er fährt die vier deutschen „Zipfelstädte“ an: Selfkant im Westen, Oberstdorf im Süden, Görlitz im Osten und Flensburg im Norden. Zum Dorffest am 24. September kehrt er rechtzeitig nach Hause zurück.

Aber Seevers will nicht nur auf dem Trecker sitzen. Etwa drei bis vier Stunden hat er täglich auf dem Bock eingeplant, anschließend bleibt genügend Zeit für Besichtigungen und Gespräche. „Ich bin ein geselliger Typ, nach allen Seiten offen; man kann auch sagen: nicht ganz dicht“, schildert er sich und weiß, dass es unterwegs nicht langweilig sein wird.

Einige Fixpunkte auf der Reise gibt es auch: In Marktoberdorf nimmt er beim Traktorhersteller Fendt an einer Betriebsführung teil, in Immenstadt wurde er zu einem Alphornfestival eingeladen, und in Finsternwalde besichtigt er eine Privatbrauerei. Außerdem bekommt er unterwegs Besuch: Sein Freund und Nachbar Hermann Hüneke wird ihn eine Woche auf dem Weg entlang der Mosel bis Trier auf dem Fahrrad begleiten. Vorsichtshalber verfügt das Gespann auch über einen Fahrradgepäckträger.

Ein weiterer Termin, den Christian Seevers nicht vergessen darf, ist das Fahrenhorster Schützenfest am 18. und 19. Juni. Dafür unterbricht er seine Reise im Allgäu kurzzeitig, reist mit dem Zug nach Bremen und fährt nach dem Fest zurück zu seinem Gespann, um die Reise fortzusetzen.

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