Noch sechs Plätze frei

Ein Traum wird wahr: Waldkita in Stuhr-Fahrenhorst öffnet

Zwei Frauen sitzen auf Baumstämmen im Wald.
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„Es ist einfach nur schön hier.“ Leiterin Kira Wiese (r.) und die pädagogische Mitarbeiterin Caroline Flaig auf Baumstämmen der naturbelassenen Sitzgruppe.

In Fahrenhorst hat Stuhrs erster Waldkindergarten eröffnet. Für Leiterin Kira Wiese und die pädagogische Mitarbeiterin Caroline Flaig ist nach eigener Auskunft „ein Traum in Erfüllung gegangen. Es ist einfach nur schön hier.“ In der Einrichtung sind noch sechs von 15 Plätzen frei. 

Fahrenhorst – Das war eine schwere Geburt: Acht Monate, nachdem die Gemeinde und der evangelisch-lutherische Kita-Verband Syke-Hoya den Kooperationsvertrag über den Betrieb einer Waldkita in Fahrenhorst unterzeichnet hatten, hat die Einrichtung im Bradenholz eröffnet. Seit 10. Mai sind Leiterin Kira Wiese und die pädagogische Mitarbeiterin Caroline Flaig dabei, sich auf dem halben Hektar großen Gelände einzugewöhnen.

Eigentlich sollte der Startschuss schon eine Woche vorher fallen. Doch der Bauwagen, auf den die Belegschaft ohnehin lange hatte warten müssen, kam weitere drei Tage später. Damit konnten Kira Wiese und Caroline Flaig aber leben. Mehr noch: „So ist es sogar schöner gewesen. Denn wegen des Unwetters hätten wir uns gar nicht im Wald treffen können“, sagt Kira Wiese. Die Premiere wäre im Heiligenroder Gemeindehaus über die Bühne gegangen, das als Ausweichquartier dient. „Außerdem hatten wir noch Zeit, ein bisschen zu werkeln. Es braucht ja eine Weile, bis im Bauwagen zum Beispiel eine Garderobe angebracht ist.“

Dass zum Auftakt nur zwei Kinder in den Wald kommen, finden die beiden Pädagoginnen auch nicht tragisch. „Es war eine lange Reise, bis wir endlich hier angekommen sind. Die 1:1-Betreuung haben wir uns verdient“, sagt Caroline Flaig und lacht. Insgesamt sind weitere sieben Kinder angemeldet, die nach und nach eintrudeln. Einige sind noch keine drei Jahre alt, andere noch in anderen Kitas untergebracht. Sechs Plätze stehen noch zur Verfügung.

„Es ist einfach nur schön hier“

Das Fahrenhorster Naherholungsgebiet Warwer Sand war den Pädagoginnen auch vorher nicht unbekannt. Die beiden hatten schon zwei Jahre in einem Bremer Naturkindergarten zusammengearbeitet und mit diesem einen Ausflug dorthin gemacht. Jetzt kommen sie dauerhaft in den Genuss der Idylle. „Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagen beide. „Es ist einfach nur schön hier.“

Die Pädagoginnen erzählen, dass die Kinder bereits Rehe gesehen hätten, außerdem Spuren vieler anderer Tiere. „Wir haben Müll gesammelt, Lieder gesungen, Musik mit Stöckern gemacht, Regenwasser eingefangen und damit eine Tannenzapfensuppe gekocht, Spitzwegerich entdeckt, und der Buntspecht hat uns begrüßt.“

Kernstück der Einrichtung: Kira Wiese und Caroline Flaig vor dem Bauwagen.

Neben dem Bauwagen als Kernstück der Einrichtung bilden eine Holztoilette und zwei Sitzgruppen aus Baumstämmen, davon eine mit Segeltuch als Regenschutz. „Ein schöner Frühstücksplatz, aber wir machen auch Ausflüge und picknicken unterwegs“, sagt Caroline Flaig.

Noch immer seien sie und ihre Kollegin dabei anzukommen. „Wo sind unsere Höhlen? Wo kommt der Buddelplatz hin? Wo hängen wir die Hängematten auf?“ – das wollen die Pädagoginnen gemeinsam mit den Kindern bestimmen. „Vieles entwickelt sich im Alltag“, sagt Caroline Flaig. An einer Stelle ist das Totholz aus den Bäumen gestapelt. „Falls wir daraus Tipis bauen wollen.“

Konzept: Am Erleben des Kindes orientieren

Im Bauwagen hängt eine Liste mit weiteren „Baustellen-to-dos“, etwa den Boden behandeln, Regale anbringen, den Stiftecontainer lackieren und Material beschaffen – von Schrauben über Glasreiniger bis hin zu Blumenkästen. Außerdem müssen die beiden noch einen Raum im Sportheim der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst aufräumen, der ihnen bislang als Lager diente.

„Alles mussten wir in den Wald ziehen“, berichten die beiden, die schweren Wände der Komposttoilette inklusive. „Gottlob haben uns da Waldarbeiter mitgenommen. Wir sind quasi mit dem Klo getrampt.“ Große Unterstützung hätten sie auch vom Bauhof erfahren, der für die Anlieferung des Bauwagens sogar Überstunden gemacht habe. Apropos Bauwagen: Zum Winter hin müssen sich die Frauen Gedanken über eine Heizung machen. „Da müssen wir uns noch beraten lassen, wie wir das lösen“, sagt Kira Wiese.

Die Selbstständigkeit fördern, viel Partizipation und Inklusion – dies sind Schwerpunkte in dem Konzept, das Wiese und Flaig schon vor längerer Zeit erstellt haben. „Jetzt, wo wir hier sind, reflektieren wir die Dinge. Das Konzept ist dauernd in Bewegung“, sagt Kira Wiese. Die beiden wollen sich vor allem am Erleben des Kindes orientieren. „Gerade lernen sie, mit Werkzeug umzugehen; zu schnitzen für Pfeil und Bogen. Das finden sie richtig spannend. Wir machen das, was die Kinder entdecken. Wir wollen das aufgreifen und als Projekte entwickeln.“ Schließlich habe der Nachwuchs Ideen, „da kommen wir gar nicht drauf. Ein Stock kann alles sein: ein Zauberstab, ein Rasenmäher, alles.“

Dass inzwischen auch eine Springer-Kraft als Ersatz für den Ausfall von Flaig oder Wiese gefunden wurde, macht den – wenn auch verspäteten – Start der ersten Stuhrer Waldkita richtig rund. Bei der Gemeinschaftsaufgabe kommt die Kommune für die Personal- und Betriebskosten auf, der Kindertagesstättenverband Syke-Hoya ist für die konzeptionelle Ausrichtung verantwortlich. So ist es in dem Vertrag zwischen Gemeinde und Träger geregelt.

Info

Wer seinen Nachwuchs für die Waldkita anmelden möchte, kann dies unter Telefon 0421/56 95 289 tun.

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