Den Traum vom eigenen Proberaum verwirklichen

Lenna holen zum großen Wurf aus: „Wir wollen unsere Musik im Radio hören“

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Auftritt im Rathaus Stuhr im November vergangenen Jahres: Frontfrau Alenna Rose, im Kreis ihrer Bandmitglieder und Hintergrundsängerinnen sowie mit dem Chef der Musikschule Reckeweg, Thomas Reckeweg (an der Mandoline).

Stuhr - Von Andreas Hapke. Ob Auszeichnungen für gewonnene Wettbewerbe, die Veröffentlichung zweier EPs sowie lokale und überregionale Auftritte vor mitunter großem Publikum: Die Nachwuchsband Lenna hat bereits auf verschiedene Art und Weise aufhorchen lassen. Ein Meilenstein in der Entwicklung der Musiker bildete im vergangenen Jahr das PopCamp inklusive Coachings durch Experten der Branche in Berlin. Jetzt will sich die Band über ein Crowdfunding ihren Traum vom eigenen Proberaum erfüllen.

Getreu dem Titel „Alles geht“ ihrer jüngsten Scheibe geht die Combo die Gestaltung ihrer Zukunft offensiv an. Lenna machen keinen Hehl daraus, dass sie am ganz großen Rad drehen möchten. „Wir wollen auf die großen Bühnen Deutschlands und unsere eigene Musik im Radio hören“, so der Anspruch des Quintetts.

Als „ganz wichtigen Grundstein“ auf diesem Weg bezeichnet Gitarrist und Sänger Tammo Reckeweg im Gespräch mit dieser Zeitung den Proberaum. Neben der damit verbundenen Eigenständigkeit böten die eigenen vier Wände die Möglichkeit, jeden Tag 24 Stunden zu proben und die Ergebnisse dieses Schaffens direkt aufzunehmen. „Die Musik, die wir machen wollen, entsteht in einem solchen Raum. Ohne den ist unser Ziel nicht zu erreichen“, sagt Reckeweg. Zurzeit proben die Heranwachsenden noch zwei, drei Mal pro Woche in der Musikschule von Papa Reckeweg. „Das reicht jetzt nicht mehr“, sagt Sohnemann Tammo. In der „gesund ausgelasteten“ Schule stößt die Band an ihre Grenzen.

Eine Immobilie hat das Quintett bereits im Auge: den Teil einer Scheune auf dem Bauernhof von Fynn Lammers Eltern. Lammers ist Gitarrist der Band. „Wir haben schon angefangen, Wände herauszureißen. Es müssten allerdings neue Wände eingezogen, der Boden erneuert sowie Elektrik und Heizung installiert werden“, erklärt Reckeweg.

5000 Euro will die Band zusammenbekommen

Zur Finanzierung hat die Band ein Crowdfunding ins Leben gerufen. Soll heißen: Sie sammelt Geld von Leuten, die „unsere Musik mögen, die wissen, was es heißt, sich wohlzufühlen, die wissen, dass man manchmal auch Mut haben muss, größer denken muss und ins Risiko gehen muss“. So steht es auf der Homepage der Musikschule Reckeweg. Dort können sich die Unterstützer für einen Betrag eintragen und erhalten im Gegenzug ein „Dankeschön“. Das reicht von einem Lenna-Klingelton für eine Spende von 5 Euro über die Verewigung im Proberaum und einer signierten EP nach Wahl (je 10 Euro) bis hin zu einer Rolle im Musikvideo (25 Euro), einem Essen mit der Band in einem ihrer Bremer Lieblingsrestaurants (100 Euro) und ein Live-Konzert „bei dir zu Hause“ (250 Euro). Wer auf der ewigen Gästeliste stehen möchte, muss 500 Euro springen lassen. Dies ist nur eine Auswahl der „Belohnungen“, es besteht aber auch die Möglichkeit, einen selbst gewählten Betrag ohne Gegenwert zu spenden.

5000 Euro will die Band auf diese Weise zusammenbekommen, um die Baukosten zu decken. „Das wäre wichtig, damit wir unser erspieltes Geld für die Elektronik, Aufnahmen und Videodrehs nutzen können“, sagt Reckeweg. Der Finanzierungszeitraum läuft bis Ende April, bis Ende Mai wollen Lenna den Proberaum nach ihren Vorstellungen ausgebaut haben.

Ein Leben für die Musik? Warum nicht

„Wir können uns vorstellen, unser ganzes Leben lang Musik zu machen. Je weiter wir kommen, desto mehr sehen wir diese Perspektive. Wir versuchen das zumindest“, sagt Reckeweg.

In naher Zukunft stehen zunächst einmal Auftritte in Oldenburg (4. April, Herbartsgang), Bremen (30. April, „Vielfalt rockt“ auf dem Domshof) und Bruchhausen-Vilsen (20. Mai, „Turn up for Tolerance“ im Gymnasium) auf dem Programm.

Außerdem äußert Reckeweg die „vorsichtige Hoffnung“, dass es zum Ende dieses Jahres eine neue Platte geben wird, „in Zusammenarbeit mit einem Produzenten, der schon bundesweit Erfolge hatte“. „Denken Sie groß“, hat die Gruppe Deichkind einst gesungen. Das könnte die Blaupause für Lenna sein: „Wir wollen“, sagt Reckeweg, „an die großen Fische ran.“

Mehr Infos gibt es online auf den folgenden Seiten: 

www.startnext.com/lennaproberaum

www.lenna-band.de

www.musikschule-reckeweg.de

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