Mitfahrerbänke für Senioren

Trampen zum Rathaus und nach Heiligenrode

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Dagmar Bischof, Vorsitzende des Seniorenbeirats, hofft, dass es in Stuhr bald in jedem Ortsteil Sitzbänke geben wird, auf denen Jung und Alt auf Mitfahrgelegenheiten warten können.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Der Bus kommt erst in einer Stunde, eine Mitfahrgelegenheit im Bekanntenkreis gibt es nicht, und dadurch hat manch einer der älteren Stuhrer oft keine Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden zu kommen und Angebote in den anderen Ortsteilen wahrzunehmen. Um das zu ändern, hat der Seniorenbeirat nun einen Antrag auf sogenannte Mitfahrerbänke gestellt.

„Das ist wie Trampen ohne Pappschild, also praktisch eine moderne Form davon“, sagt die Beiratsvorsitzende Dagmar Bischof. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, setzt sich auf eine der speziell gekennzeichneten Sitzbänke in der Gemeinde und wartet auf einen Autofahrer, der denjenigen mitnimmt. Mit an den Sitzgelegenheiten angebrachten Klappschildern, auf denen die Ziele innerhalb der Gemeinde vermerkt sind, kann die neue Generation der Tramper anzeigen, wo es hingehen soll. Meist seien die Ziele das Einkaufszentrum, das Rathaus, der Busbahnhof, der Arzt, Kultur-, Freizeit- und Sportangebote oder der Nachbarort, so Bischof.

„Die Mitfahrerbank für Jung und Alt soll den vorhandenen ÖPNV ergänzen und den Bürgern ermöglichen, schnell, problemlos und ohne lange Wartezeiten zu den gewünschten Zielen in der Gemeinde zu gelangen“, schreibt der Seniorenbeirat in seinem Antrag. Kinder sind von dem Angebot ausgenommen. „Es richtet sich ausschließlich an Erwachsene“, sagt Bischof. Das Angebot beruhe auf Gegenseitigkeit und sei kostenlos.

Fernsehberichte als Ideengeber

Auf die Idee kamen die Mitglieder des Seniorenbeirats durch Fernsehberichte. Auf seiner Sitzung Mitte Juni besprach das Gremium das Vorhaben und reichte einige Tage später den Antrag im Rathaus ein. Der Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales muss nun darüber beraten.

Wenn die Politik grünes Licht für das Angebot gibt, sei es wichtig, Bänke an zentralen Stellen in den Ortsteilen mit den Klappschildern auszustatten. Es müssten genügend Autofahrer vorbeikommen, gleichwohl dürfte die Straße nicht zu stark befahren sein. „Wenn es zu wuselig ist, hält keiner an“, sagt die Vorsitzende. Außerdem müssten die Mitfahrerbänke so ausgesucht werden, dass motorisierte Verkehrsteilnehmer davor gut halten könnten, ohne den nachfolgenden Verkehr zu behindern. „In jeden Ortsteil gehört eine Bank für den Hinweg und eine auf der anderen Straßenseite für den Rückweg.“

Antrag nennt zwei Anlaufpunkte

Für Brinkum können sich Bischof und ihre Mitstreiter sogar zwei Anlaufpunkte vorstellen: eine an der Bassumer Straße schräg gegenüber dem Bremer Tor und eine zweite am Nahversorgungszentrum Briseck. Mitfahrerbänke könnten den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bereichern, um spontan und sicher von A nach B kommen, schreibt der Beirat in seinem Antrag. „Da die Gemeinde Stuhr aus acht teilweise mehrere Kilometer weit auseinander liegenden Ortsteilen besteht, wird die Einrichtung dieser Mitfahrgelegenheit für alle Bürger, besonders für Senioren und Personen ohne Auto, auch außerhalb des bereits bestehenden Fahrplans des ÖPNV, eine Möglichkeit sein, ihre Fahrziele individuell zu erreichen.“ So erhöhe sich die Mobilität der Bürger. „Und es kann auch auch Spaß machen, jemanden mitzunehmen, dann hat man Unterhaltung im Auto“, sagt Bischof.

Für sie selbst ist die Idee nichts Neues. „Ich mach das schon seit Jahren: Wenn ich im Auto sitze und einen Bekannten sehe, frage ich ihn, wo er hinwill und ob ich ihn ein Stück mitnehmen kann.“

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