Station von Piet Lueßen

Impfen und Testen an der Harpstedter Straße in Heiligenrode

Warten auf den Pieks in Heiligenrode.
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Warten auf den Pieks in Heiligenrode.

Gut angelaufen ist das kombinierte Impf- und Testzentrum an der Harpstedter Straße 83. „Insgesamt funktioniert das super“, sagt der Heiligenroder Hausarzt Piet Lueßen. Er hatte diese Möglichkeit geschaffen, nachdem die Nachfrage nach Impfungen seinen Praxisbetrieb nahezu lahmgelegt hatte. Grund: Lueßen hatte angeboten, auch Nicht-Patienten zu impfen – eine Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer verbreitete.

Heiligenrode –In der ersten Woche hat das Praxisteam – es sind immer ein Arzt und zwei Arzthelferinnen vor Ort im Impf- und Testzentrum an der Harpstedter Straße – täglich zwischen 200 und 300 Personen geimpft. „Der Rekord lag bei 280“, sagt Lueßen. Morgens habe es manchmal eine Riesenschlange gegeben. „Da wäre es besser, dass Einige drei Stunden später wiederkommen. Aber überwiegend konnten wir die Wartezeit unter einer Stunde halten.“

Noch schneller ginge es, wenn jeder seinen Impfpass und einen ausgefüllten Anamnesebogen mitbringen würde. Inzwischen würden die Mitarbeiter die Bögen draußen verteilen. Beim Testen hingegen habe es kaum Wartezeiten gegeben. „Da stand keiner länger als 20 Minuten“, sagt Lueßen.

Begeistert von der Impfmöglichkeit an der Harpstedter Straße sind Uta Bellmer und Petra Semrau. „Toll, dass das hier so unkompliziert geht. Das Gebäude stand ja leer, und Parkplätze sind auch genug vorhanden“, sagt Petra Semrau. Sie hat sich bereits testen lassen, weil am Abend ein lange geplanter Restaurantbesuch mit acht Personen anstand. Bei dieser Gelegenheit wolle sie sich ihre dritte Impfung abholen.

Fast alle in der Schlange möchten sich boostern lassen

Fast alle in der Schlange möchten sich boostern lassen, so auch Uta Bellmer aus Fahrenhorst. Ihre zweite Impfung liegt fünf Monate und zwei Tage zurück. Sie findet es gut, dass der Praxis von Piet Lueßen fünf Monate reichen. Und dass sie keinen Termin benötigt. Uta Bellmer arbeitet als Fluglotsin am Bremer Flughafen und darf nach eigener Auskunft für 48 Stunden nach der Impfung nicht arbeiten „Deshalb wären im ganzen Dezember für mich nur drei Termine infrage gekommen“, sagt sie.

Für die Wildeshauserin Wiebke Jacobs lag die Impfstation auf dem Weg, sie kam auf der Rückfahrt von Bremen dort vorbei. Piet Lueßen ist immer noch der Hausarzt der ehemaligen Fahrenhorsterin. „Da bekommt man das hier natürlich mit. Ich finde es super so, wenn man es schon machen muss.“

Die Beschränkungen für Ungeimpfte befürwortet Wiebke Jacobs nicht. „Ich finde diese Spaltung ganz schrecklich.“ Jeder solle die Möglichkeit haben, mit einem Test am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Um die Ecke lassen sich Inge und Thomas Schöntaube für einen gemeinsamen Friseurbesuch testen. „Das machen wir immer zusammen“, sagt Inge Schöntaube. Schon im vergangenen Jahr hätten sie sich dafür testen lassen, damals noch bei Teppich Kibek in Brinkum-Nord. „Umständlich“ findet Inge Schöntaube das. „Wir sind ja schon dreimal geimpft, aber wir machen alles, was uns in der Pandemie weiterhilft. Das ist ja einzurichten“. Auch Ehemann Thomas, nennt die verschärften Bedingungen „okay“. Einen Tag später hätten die beiden keinen Test mehr benötigt. Dann griff in Niedersachsen die neue Verordnung, wonach dies für geboosterte Personen entfällt (wir sprachen mit dem Paar am Freitag, Anm. d. Red.).

Für Besuche im Pflegeheim

Hinter den beiden wartet Daniela Pursche auf ihren Test. Sie möchte jemanden im Pflegeheim besuchen und nimmt den Umstand dafür in Kauf. „Damit Besuche überhaupt stattfinden können“, begründet sie. Auch für das Heimpersonal bedeute die Regelung einen „Riesenaufwand“. Es erschwere die Organisation von Besuchen.

Etwas abseits steht das Ehepaar Zillke, da sich Cornelia Zillke bereits hat testen lassen und nun auf das Ergebnis wartet. Sie benötige den Test für den Besuch ihrer Mutter im Krankenhaus, berichtet sie. Schon Dienstag sei sie deshalb vorbeigekommen. Sie wechsele sich bei den Besuchen mit ihrem Vater und ihrer Nichte ab.

Etwas übertrieben findet Cornelia Zillke die 2G-Plus-Regelung, denn sie sei bereits dreimal geimpft. Ehemann Peter Zillke findet das für einen Klinikbesuch in Ordnung, für den Friseur würde er das nicht auf sich nehmen. „Da setze ich lieber aus. Habe ich im vergangenen Jahr auch schon so gehandhabt.“ Seine Frau würden den Aufwand auch nicht für einen Restaurantbesuch betreiben. Die Zillkes kommen nach eigener Auskunft „aus der Syker Ecke“, hatten Anfang der Woche aber bei den örtlichen Apotheken keinen Termin fürs Testen erhalten.

Noch bis Ende Januar möchte Lueßen das Impfangebot aufrechterhalten. An der Harpstedter Straße 83 ist das montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr möglich. Zusätzlich können sich Ikea-Besucher noch an den kommenden beiden Dezember-Samstagen zu den Öffnungszeiten des Möbelhauses im Eingangsbereich ihren Pieks abholen. Impfstoff sei „Bis auf Weiteres“ genügend da, sagt Lueßen.

Das Testzentrum möchte der Arzt sogar noch länger betreiben. „Das hängt natürlich von den gesetzlichen Vorgaben ab. Sollte das zum Beispiel irgendwann Geld kosten und keiner kommt mehr, dann können wir diese Infrastruktur nicht mehr vorhalten.“

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