Thomsen: B-Plan für B-Plan bearbeiten

Bode: Zweierlei Maß in der Stadtplanung

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„Besser“ kritisiert, dass an der Neuenstraße „Betonklötze“ entstehen dürfen, im Gegensatz zum Bereich Langenstraße/Buchenstraße.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Die Gemeinde Stuhr stellt zurzeit die Bebauungspläne „Langenstraße“ und „Buchenstraße“ auf, am Donnerstag ging im Rathaus bereits die Sitzung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung über die Bühne (wir berichteten). Ziel der Bauleitplanung ist es im Wesentlichen, den Siedlungscharakter in den betreffenden Gebieten zu erhalten und – im Umkehrschluss – größere Mehrfamilienhäuser zu verhindern.

Das sei sehr lobenswert und entspreche der langjährigen Forderung seines Vereins, teilt Gerd-W. Bode mit, Chef der Fraktion „Besser – Bürger engagieren sich“. Doch ihm geht das nicht weit genug. Bode liegt eine Überplanung des gesamten Brinkumer Gebietes am Herzen. Er macht auf die Entwicklung an der Alten Heerstraße/Neuenstraße aufmerksam, „wo eine historische Hofstätte nach der anderen dem Erdboden gleichgemacht und mit Betonklötzen zugebaut“ werde. Auch dort müsse es darum gehen, gewachsene Strukturen zu erhalten. „Welche Lobby haben die Bewohner westlich der Bremer Straße, die Einwohner Alt-Brinkums östlich der Straße nicht haben?“, fragt Bode.

Auf einen formellen Unterschied macht Stadtplaner Christian Strauß aufmerksam: Für das Gebiet Langenstraße/Buchenstraße gibt es noch gar keinen Bebauungsplan. Die an der Neuenstraße entstehenden Gebäude hingegen unterliegen dem B-Plan „Nordstraße“, der für seinen Geltungsbereich ein allgemeines Wohngebiet vorsieht. „Er ermöglicht Häuser mit zwei Vollgeschossen, die First- und Traufhöhe sind nicht festgesetzt“, erklärt Strauß.

Der B-Plan stammt aus dem Jahr 1977. Offensichtlich habe die Politik seinerzeit andere Zielsetzungen verfolgt, vermutet Strauß, nämlich „ein gewisses Maß der Nachverdichtung“. Gleichwohl sei eine Anpassung möglich – vorausgesetzt, das Thema werde in die politische Diskussion gebracht und neu beraten.

Einen Antrag auf Aktualisierung der Bauleitplanung für das gesamte Brinkum oder zumindest für den Teil östlich der Bremer Straße hat „Besser“ bislang nicht in die Gremien eingebracht. Gleichwohl habe er im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt an Politik und Verwaltung appelliert, „dringend veraltete Baupläne in der gesamten Gemeinde Stuhr zu aktualisieren, um eben jenen Wildwuchs wie jetzt in der Neuenstraße zu verhindern“, erklärt Bode.

„Wir können nicht alles

gleichzeitig machen“

Dagegen spricht laut Bürgermeister Niels Thomsen auch gar nichts. Im Gegenteil: „Wir nehmen uns verschiedene B-Pläne nach und nach vor, so wie wir die Pläne für die Gewerbegebiete auch nach und nach umgewandelt haben.“ Doch schon dieses Vorgehen binde Ressourcen. „Wir können gar nicht alles gleichzeitig machen“, erklärt der Verwaltungschef. „Wir haben Handlungsbedarf an verschiedenen Stellen in der Gemeinde. Und im Bereich Langenstraße/Buchenstraße war der Handlungsdruck am größten.“

Der Bürgermeister weist aber auch auf den abwägenden Charakter künftiger Entscheidungsprozesse hin: „Natürlich soll die Siedlungsstruktur erhalten bleiben, aber wir haben auch Bedarf an Wohnraum.“

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