Duo rezitiert Heinz Erhardt im MGH

Textsicheres Publikum

Heike Vroom-Lescow (l.) und Angelica Marcard als Duo „Klang-Vers“ widmeten ihren Auftritt Heinz Ehrhardt. - Foto: Ehlers

Brinkum - Kaum einer beschreibt die kleinen Dinge im Leben so wundervoll wie Heinz Ehrhardt. Seine oft überraschenden Reime um saure Zitronen, dem unschönen Kuss von Helene oder dem eigenen Werdegang lockten am Donnerstagnachmittag viele Gäste ins Mehrgenerationenhaus. Bereits zur Kaffeestunde vorab waren fast alle Plätze belegt, und Heinz Ehrhardt hätte sicherlich seine Freude am lockeren und aufgeschlossenen Publikum gehabt.

Dann betraten Heike Vroom-Lescow und Angelica Marcard als Duo „Klang-Vers“ die ehemalige Backstube. Musikalische Unterstützung erhielten sie bei ihrer szenischen Lesung über Heinz Ehrhardt durch die beiden jungen Musikerinnen Pia Teller und Alina Ehlers mit ihren Querflöten. Gefragt nach den Filmen mit Heinz Ehrhardt fielen den überwiegend älteren Gästen etliche Titel ein. „Waren es sieben oder neun Töchter?“, und schon waren die Zuhörer bei den Höhepunkten ehemaliger Unterhaltungssendungen angekommen.

Die beiden Frauen, die sich bei einem Schauspielkurs in Bremen-Schwachhausen kennengelernt hatten, hatten indes keine Filmstreifen mitgebracht. Sie ließen den Komiker durch ihre gelungene Darbietung der überwiegend eher unbekannten dichterischen Seite lebendig werden. Bekleidet mit weißen Hemden, Krawatten und schwarzen Westen spannten die Frauen optisch den Bogen zum Komiker, der nach eigenem Bekenntnis bei seinen intensiven Vorbereitungen stets hart um die richtigen Worte hatte kämpfen müssen. Warum der Saturn Ringe hat und der Vollmond leider nicht immer voll genommen wird, sondern zur Sorte des himmlischen Käses gehört, das wussten alle Gäste nach einer Stunde ganz genau. Auch die Verse über die berühmte kleine Made durften an diesem Nachmittag nicht fehlen, und das Publikum erwies sich hierbei als textsicher.

Der dringenden Bitte nach einer Zugabe konnte das Duo „KlangVers“, ebenso wie die beiden Flötistinnen zum allgemeinen Bedauern nicht nachkommen. Vielleicht gibt es dennoch eine Fortsetzung im MGH Brinkum, denn Heike Vroom-Lescow und Angelica Marcard haben sich auch mit anderen humoristischen deutschen Dichtern beschäftigt. - ak

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