Nach Attacke in Stuhr: Hundehalterin beteuert die Unschuld ihres Dackels

Terrier soll der Täter sein

Vera Eichwald und ihr Dackel „Poldi“. ·

Stuhr - Von Felix Gutschmidt. Vera Eichwald hat es in die Zeitung geschafft. Aber sie ist alles andere als begeistert darüber, denn es handelt sich um eine Polizeimeldung. In der ist von einem Dackel die Rede, der einen Terrier angegriffen haben soll. Beim Versuch, die Hunde zu trennen, wurden beide Halterinnen gebissen.

Vera Eichwald ist eine davon, und ihr Dackel „Poldi“ war ebenfalls beteiligt. Allerdings sei er das Opfer der Attacke gewesen, beteuert die 71-Jährige. Es sei bereits das dritte Mal, dass der Irish Terrier ihren Hund angegriffen habe.

„Poldi“ – sechs Jahre, 15 Kilo, Bandscheiben geschädigt – liegt schnaufend auf dem Sofa. Ohne Hundekuchen, Zureden und Zugreifen hätte er es gar nicht auf das Polster geschafft. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie er einen größeren Hund angreift. Um den Hals trägt er einen dicken Verband. Er verbirgt die Spuren des Kampfes vom Sonnabend. „Fünf, acht Klammern“ halten die Wunde zusammen, sagt Vera Eichwald. Auch am Brustkorb sind Spuren zu sehen.

Die Halterin ist ebenfalls gezeichnet. Ihr linkes Handgelenk ist bandagiert. Als sie am Samstagabend mit den Bisswunden zum Arzt geht, will der zu Nadel und Faden greifen. „Aber ich bin nicht so mutig“, sagt sie und überzeugt ihn, die Wunde mit Klebestreifen zu kitten.

Es scheint nicht das erste Mal zu sein, dass der Irish Terrier mit anderen Hunden in Konflikt gerät. Er sei „als Beißer bekannt“, sagt Nachbarin Sophie Baer. Auch ihr Königspudel sei schon zweimal angegriffen worden. Deshalb habe sie sich vor einem Jahr an das Ordnungsamt in Stuhr gewandt, um eine Leinenpflicht für das aggressive Tier zu erwirken. Dort habe man sie an das Diepholzer Veterinäramt verwiesen. Eine Reaktion aus dem Kreishaus habe sie bis heute nicht erhalten. Auch gestern war der Fachdienst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Dieselbe Erfahrung hat Vera Eichwald gemacht. „Die rühren sich nicht“, sagt sie mit Blick auf den Fachdienst für Veterinärwesen. Dennoch hat sie sich am Montag erneut auf den Weg zum Ordnungsamt gemacht und ihren Fall vorgetragen. Danach ist sie zum Anwalt gegangen.

Denn Vera Eichwald wurde angezeigt. Wegen Körperverletzung. Die Halterin des Terriers wirft ihr vor, sie mit Pfefferspray angegriffen zu haben. Eichwald beteuert, sie habe auf die kämpfenden Hunde gezielt. Durch den Wind habe sich das Reizgas dann verteilt, auch sie selbst habe etwas abbekommen. Ihre Kontrahentin hat bei der Polizei angegeben, der Terrier sei angeleint und der freilaufende Dackel der Aggressor gewesen. Das bestätigt ein Sprecher der Polizei. Mittlerweile ist auch Vera Eichwalds Version in den Akten vermerkt, wonach „Poldi“ an der Leine lief und der Terrier angriff. Zum genauen Tathergang will sich die Polizei nicht äußern, bis die Widersprüche geklärt sind.

„Ach, Vera, reg‘ dich nicht auf“, ermahnt sich die Hundehalterin. Die Angelegenheit geht an ihre Substanz. „Man will ja eigentlich nichts machen“, so die 71-Jährige, die bisher einer Konfrontation aus dem Weg gegangen ist. Aber „diesmal muss es Konsequenzen haben“.

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