Teilnehmer des Wettbewerbs „Stadtradeln“ ziehen Bilanz

„Der hat mich einfach umgefahren“

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Sie haben Kilometer für die Gemeinde Stuhr gesammelt: (v.l.) Marc Plitzko, Hans Schüler, Ines Kastens, Uwe Legler, Karl Sagemann und Andrea Wührmann.

Stuhr - Von Andreas Hapke. 13158 Kilometer, so stand es gestern auf einem Aushang im Rathaus, haben Stuhrer Gruppen seit dem 29. Juni mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das ist deutlich mehr als der Durchmesser der Erde (rund 12700 Kilometer) und hat dazu beigetragen, rund zwei Tonnen Kohlendioxid einzusparen. Genau das ist das Ziel des bundesweiten Wettbewerbs „Stadtradeln“, an dem sich die Gemeinden Stuhr und Weyhe auf Initiative ihres Klimaschutzmanagers Colja Beyer in diesem Jahr zum ersten Mal beteiligen. Die Aktion endet am morgigen Sonntag.

In der vorläufigen Bilanz kommt Hans Schüler vom Team Jugendarbeit besonders gut weg. 800 Kilometer hat er nach eigener Auskunft in den knapp drei Wochen zurückgelegt. Diese Leistung beinhaltet nicht nur die Fahrten von Bremen-Findorff zur Arbeit, sondern auch Erledigungen und vor allem private Radtouren an Wochenenden. Schüler ist als „Stadtradler-Star“ ins Rennen gegangen, das heißt er musste in dem Aktionszeitraum komplett aufs Auto verzichten. Noch nicht einmal im Taxi oder bei Freunden durfte er mitfahren.

Um ein Haar hätte Schüler aber aufgeben müssen: als er in Bremen beim Rechtsabbiegen rechts von einem anderen Radfahrer überholt wurde. , berichtet Schüler. Er stürzte, blieb aber unverletzt – im Gegenteil zu seinem Fahrrad. Das musste mit gebrochenem Lenker in die Werkstatt und Schüler für drei Tage umsteigen aufs Ersatzrad.

Eine zweite Form der Teilnahme bestand darin, als Gruppe möglichst viele Radkilometer für die Gemeinde zu sammeln. Das Rathaus ging mit gutem Beispiel voran und bildete zwei Teams mit insgesamt neun Mitgliedern, darunter Andrea Wührmann vom Fachdienst Kultur und Städtepartnerschaften. Sie, die zuvor ausschließlich mit Bus und Bahn von Bremen zur Arbeit gefahren war, hat nach eigener Auskunft der Ehrgeiz gepackt.

Selbst bei schlechtem Wetter hat sie das Rad genommen und festgestellt: „Das geht viel schneller als mit dem öffentlichen Personennahverkehr.“ Auch künftig will sie häufiger auf den Drahtesel zurückgreifen.

Ines Kastens und Karl Sagemann, beide vom Team Jugendarbeit, mussten sich für die Aktion nicht umstellen. Kastens nutzt ihr Auto nur im Notfall, Sagemann gar nicht. 13 Kilometer sind es aus Bremen-Walle bis zur Lise-Meitner-Schule, wo er als Sozialarbeiter arbeitet. Insofern wäre er wie Schüler ein geeigneter „Stadtradler-Star“ gewesen. Verhindert hat dies das Reglement des Wettbewerbs: „Stadtradler-Stars“ müssen im Aktionszeitraum bewusst auf ihr Auto verzichten, doch Sagemann besitzt keins. „Ich habe meinen Wagen 1995 verkauft, nachdem er durch den Tüv gefallen war“, erzählt er. Mehr als 400 Kilometer hat er zur Gesamtleistung seiner Mannschaft beigesteuert.

Dass ausgerechnet der Umweltbeauftragte Marc Plitzko da nicht mithalten kann, scheint diesem ein wenig unangenehm zu sein. Seinen Beitrag von knapp 100 Kilometer führt er darauf zurück, dass er in seinem Job häufig spontane Termine wahrnehmen müsse. „Und mal eben mit dem Rad nach Fahrenhorst ist halt schwierig.“ Er wolle die Aktion aber zum Anlass nehmen, mehr mit dem Rad zu fahren.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Uwe Legler hat Plitzko das Team 301 gebildet, benannt nach der Nummer ihres Zimmers im Rathaus. Legler kommt regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit und hat deshalb nach eigener Auskunft „nur ein paar Kilometer mehr zurückgelegt als sonst“. Immerhin: Um Strecke zu machen, sei er hin und wieder in einem Bogen zum Einkaufen gefahren.

Diesen Ehrgeiz legt auch Schüler an den Tag. Mit einer weiteren Radtour will er an diesem Wochenende noch ein paar Kilometer sammeln für sein Team Kastens & Co. Ziel sei ein Medaillenrang im Wettbewerb der Stuhrer Gruppen.

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