Teilnehmer der Sanitätsdienst-AG der KGS Brinkum proben an heutigem Aktionstag den Ernstfall / 91 Einsätze im Schuljahr 2013/14

Mit spektakulären Beispielen auf Nachwuchssuche

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Die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft stellen sich mit ihrer Erste-Hilfe-Ausrüstung vor.

Brinkum - Von Vanessa Siemer. Verantwortung für andere übernehmen, nicht weggucken oder bloß gaffen, sondern hingehen und helfen – das lernen die Schüler der KGS Brinkum in der Arbeitsgemeinschaft (AG) Schulsanitätsdienst. Heute geht an ihrer Schule ein Aktionstag über die Bühne, an dem die Jugendlichen der Sanitätsdienst-AG unter Leitung von Björn Siemers Fallbeispiele, simulierte Unfälle, proben.

„Während der Fallbeispiele unterhalten wir uns, als wäre ein Unfall passiert, das ist realistischer und zeigt, wie das Geschehen bei einem echten Unfall abläuft“, erklärt Tamara Behrend, 19, aus Brinkum.

Die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes aus Stuhr ist ebenfalls vor Ort, schminkt die Schüler täuschend echt und organisiert den Abtransport der Verletzten mit dem Krankenwagen. Interessierte Schüler haben zudem die Möglichkeit, die Aufgaben und Teilnehmer der AG kennen zu lernen. Die Arbeitsgemeinschaft ist auf neue Interessierte angewiesen, da nach diesem Schuljahr fünf Mitglieder abgehen. Insgesamt gehören der Gruppe zurzeit 15 Mädchen und Jungen aus den Jahrgangsstufen sieben bis zwölf an. „Jüngere haben einfach noch nicht so viel Erfahrung“, sagt Nina Lervinka, 16, aus Seckenhausen. „Es ist wichtig, dass man mit Stresssituationen klarkommt“, erklärt Florian Buß, 16, aus Moordeich.

Zusammen leiten sie die Sanitätsdienst-AG und kümmern sich um die Organisation und den Dienstplan. Zusätzlich erstellen sie Statistiken über ein Schuljahr, in denen sie die Unfallhäufigkeit, die Orte, den Schulzweig der Verletzten, die Verletzungen und die Art, wie sie entstanden sind, dokumentieren. Im vergangenen Schuljahr gab es 91 Einsätze für die Sanitäter.

Häufig haben sie mit Bauch- und Kopfschmerzen oder auch Schnittwunden zu tun. Auch ein gebrochener Arm oder ein gebrochenes Bein kommen vor.

Ihre grundlegenden Aufgaben sind die Überwachung von Veranstaltungen wie Bundesjugendspiele, Sportturniere und Feste, sowie Erste-Hilfe-Leistungen während der Schulzeit.

Seit diesem Jahr ist die AG zudem mit „Piepern“ ausgestattet, die die Mitglieder in den Unterrichtsstunden bei sich tragen.

Immer zwei Schüler sind in den Pausen und den Unterrichtsstunden zum Dienst eingeteilt. Bei einem Notfall kann das Sekretariat sie erreichen. Vorher hatten sie sich über Handy verständigt, dabei hatte es jedoch Probleme mit dem Empfang gegeben. In den Pausen sind einige im Sanitätsraum, damit sie im Ernstfall sofort helfen können.

Freitags treffen sich die Jugendlichen von 13.30 bis 15 Uhr. Dann besprechen sie Fallbeispiele und Regeln. Manchmal erläutern Biologielehrer den Teilnehmern die menschliche Anatomie.

Björn Siemers ist seit 2010 an der Schule und betreut die Arbeitsgemeinschaft. „Das ist mein Hobby. Früher war ich beim Jugendrotkreuz in Bremen, habe selber Schulsanitätsdienste begleitet und war Ansprechpartner für die Lehrer. Daher hat sich nur meine Rolle getauscht“, erklärt der Englisch- und Politiklehrer.

Zu seinen Aufgaben würden lediglich die Koordination und die Festlegung der Rahmenbedingungen zählen. Der Rest werde von den Schülern organisiert, erklärt Siemers. Durch außerschulische Aktivitäten stärken sie zudem ihren Teamgeist.

Am 20. Juli nehmen die jungen Leute am Wettbewerb „Hand aufs Herz“ in Halle 7 in Bremen teil, für den sie bereits üben. Sie treten dann gegen 180 Teams aus Niedersachsen und Bremen an. Bei dem Wettkampf müssen sie fünf verschiedene Fallbeispiele meistern. Dabei werden sie von einer Fachjury beobachtet, die auf Eigenschutz, Regeln und das Benehmen achtet.

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