Klimaschützerinnen geben in Rappel-Kiste Tipps zu nachhaltigem Alltag mit Kindern

Tauschen, leihen und in Pfützen springen

Thementische ergänzen den Vortrag von (v.l.) Diplom-Ingenieurin Sonja Barth und Diplom-Umweltwissenschaftlerin Marie Seelandt. Mit auf dem Bild ist Kita-Leiterin Christine Landwehr. Foto: Heinfried Husmann

Neukrug - Von Angelika Kratz. Ein heute geborenes Kind wird bis zu seinem 71. Geburtstag voraussichtlich eine Erderwärmung um vier Grad miterleben, wenn die Menschheit nicht ihren CO2-Ausstoß senkt. Dies erklärten die Umweltwissenschaftlerin Marie Seelandt und die Ingenieurin Sonja Barth von „Beks Energie Effizienz“, einem Tochterunternehmen der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Energiekonsens, am Mittwoch bei einem Themenabend in der Neukruger Kita Rappel-Kiste. Der Abend drehte sich um die Nachhaltigkeit in Kindertagesstätten.

Vielen Eltern brennt die Frage auf den Nägeln, wie jeder persönlich einen Beitrag für den Nachwuchs leisten kann. Daher hatte der Elternbeirat vorgeschlagen, mit einem Vortrag ein wenig Aufklärung zu leisten im Dschungel zwischen richtiger Ernährung, Konsum, Spielzeug und Produkten wie umweltfreundlichen Windeln. Und damit ins Schwarze getroffen: Es waren viele interessierte Gäste zu dem Vortrag gekommen.

Im Theorieteil des Abends richteten die Referentinnen den Blick auf die Klimaerwärmung und die daraus resultierende Frage: Was kann jeder dagegen tun, und welche Möglichkeiten gibt es insbesondere in Kitas?

„Wichtig ist es, alle – vom Kind bis zur Putzfrau – anzuschauen“, forderten die beiden Fachfrauen auf. Die Glühbirnen gelte es in Augenschein zu nehmen, ebenso wie die Heizung, die Temperaturen der Kühltruhen für das geliebte Eis oder die Effektivität des Lüftens. Das sei nicht immer einfach, bei all den Vorschriften.

Auch wenn in Kindergärten das komplette Öffnen von Fenster verboten sei, könne das Personal morgens vor dem Ansturm der Kinder für frische Luft sorgen, führten Seelandt und Barth aus. Hinsichtlich des Konsums appellierten sie, bewusst einzukaufen und sich zu hinterfragen: „Brauche ich das wirklich?“ Kleidung könne zum Beispiel auf dem Flohmarkt ge- und verkauft werden. Eine wichtige Hilfe seien dabei Gütesiegel, die es auch bei Spielzeug und Windeln gebe. „Tauschen, Leihen und Reparieren“ waren weitere Schlagworte, mit deren Hilfe dem Teufelskreis zunehmender Emissionen ein Schnippchen geschlagen werden kann.

Die Klimaschutzabkommen seien wichtig, aber noch mehr sei das eigene Handeln gefragt, um die CO2-Bilanz zu verbessern, führten die Referentinnen aus. Mit neuester Technik könne Strom gespart werden, und wenn dieser dann auch noch aus einer „grünen“ Steckdose komme, wäre das noch besser.

Ein weiteres Thema an dem Abend war die Ernährung. Die Eltern bekamen die Anregung, den guten Sonntagsbraten aus heimischer Region wieder einzuführen. „Machen Sie sich einen Essensplan für die Woche“, empfahlen Marie Seelandt und Sonja Barth, um die Mülltonne zu entlasten.

Zunehmend brachten sich die Eltern in die Gesprächsrunde ein. Es wurden Adressen ausgetauscht für Biohöfe und Geschäfte, die mitgebrachte Behältnisse akzeptieren. „Kinder dürfen in Pfützen springen“, hieß es, und so drehte sich die Diskussion weiter in Richtung Spielen an der frischen Luft und dem damit verbundenen „Dreckigmachen“. Es bedürfe eben auch Eltern, die mitmachen und nicht alles auf eine Kindertagesstätte abschieben.

Zumindest die anwesenden Papas und Mamas schienen die Lektion der Klimaschützerinnen verstanden zu haben, und entsprechend aufgeschlossen informierten sie nach dem Vortrag an drei Thementischen weiter über nachhaltiges Spielzeug, Literaturempfehlungen und Ernährung.

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