Fahrenhorster Schützen treiben „Zollgebühren“ in flüssiger Form ein

Tausche König gegen Gerstensaft

Erst gegen Bier und eine Brotzeit hebt sich die Schranke wieder. Die Fahrenhorster Schützen haben sich beim Haus des Gödestorfer Schützenkönigs Sören Schröder in Stellung gebracht und warten auf dessen Gefolge. - Foto: Büntemeyer

Fahrenhorst - Die Fahrenhorster Schützen haben jetzt vor dem Haus des Gödestorfer Schützenkönigs Sören Schröder an der Warwer Straße eine Zollstation aufgebaut. Ihre Botschaft: Wer dort durchwollte, musste Zoll bezahlen. Genauer gesagt: Die Gödestorfer Schützen sollten zahlen, als sie ihren König zum Schützenfest geleiten wollten.

Vor der Residenz Seiner Majestät versperrte eine herabgelassene Schranke den Weg der Gödestorfer Gruppe. Vier Posten mit Holzgewehren sowie ein weiterer Schütze im Zollhäuschen verliehen dem Fahrenhorster Wunsch nach einem flüssigen Faustpfand noch mehr Nachdruck. Zudem zielte am Straßenrand eine Kanone auf das Gefolge des Königs.

Die Truppe hatte Wind davon bekommen, dass „König Sören“ abgeholt werden sollte, und nahm die Gelegenheit wahr, ihren Vorrat ein wenig aufzubessern. Daher fragte der stellvertretende Vorsitzende Hermann Hüneke als Verhandlungsführer den Gödestorfer Schützenhauptmann Andreas Schmidt ganz scheinheilig: „Was ist euer Begehr?“

Als Schmidt ihm mitteilte, dass die Schützen ihren Regenten abholen wollten, erklärte Hüneke, dass sich der Gödestorfer Schützenkönig in Fahrenhorst ganz wohl fühle. „Eigentlich will der gar nicht mit“, behauptete er sogar, aber man könne ja trotzdem darüber reden.

Ihren Wunsch unterstrichen die Gödestorfer mit einer Kiste Bier. Sorgfältig prüfte Hüneke das Verfallsdatum. „November 2016. Das schaffen wir“, meinte er. Zum „Runterspülen“ nahm er zudem eine Flasche Korn in Empfang, dazu Brot, Butter, Mettwurst, Eier und Schinken. „Wir bitten jetzt, die Zollschranke zu heben, Hindernisse hinwegzuräumen, feurige Waffen gen Himmel zu richten und spitzige Waffen gen Erde zu neigen“, bat Schmidt. „Ich bin begeistert“, entgegnete Hüneke und befahl: „Schranke auf! Und zum Umtrunk weggetreten!“

Inzwischen hatte sich auch der König gezeigt. Er lud sowohl seine 70 Schützenbrüder aus Gödestorf als auch die in nahezu gleich großer Stärke angetretenen Fahrenhorster Schützen zu einer Erfrischungspause ein.

Von Heiner Büntemeyer

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