Seit zehn Jahren Alternative zur Krippe

Tagespflege „sehr gut“ nachgefragt

Begleiten die Tagespflegepersonen in Stuhr: Claudia Fritsche (vorne) sowie Ingrid Kavanagh (hinten r.) und Heike Kuffel. - Foto: ah

Stuhr - Von Andreas Hapke. Seit gut zehn Jahren vermittelt das Familien- und Kinderservicebüro der Gemeinde Stuhr Tagespflegepersonen. Für Eltern stellt diese Form der Betreuung oft eine willkommene Alternative zu Krippe oder Kita dar. Sie können ihren Nachwuchs in einer familienähnlichen Situation unterbringen sowie die eigene Familie und den Beruf besser, da flexibler, miteinander vereinbaren. Die Bilanz der zuständigen Rathausmitarbeiterin Ingrid Kavanagh fällt positiv aus.

„Das Angebot wird von den Eltern sehr gut angenommen. Wer nur eine zweitägige Betreuung braucht, muss sein Kind nicht ganztags in der Krippe anmelden“, sagt Kavanagh. „Die Tagespflegepersonen sind ausgebucht, frei werdende Plätze schnell wieder belegt.“ Ihrer Auskunft nach befinden sich zurzeit 63 Stuhrer Sprösslinge in der Kindertagespflege. „Einige von ihnen werden zwar in Weyhe betreut, aber das ist andersherum genauso.“

Laut Kavanagh hat sich im Laufe des Jahrzehnts einiges getan, zum Beispiel was die Zahl der ausgebildeten Kräfte angeht. „Früher waren es sieben oder acht Tagespflegepersonen, heute sind es rund 20.“ Nicht alle hielten ein Angebot von fünf Plätzen vor, was maximal möglich sei, sondern betreuten Kinder nach ihren Vorstellungen.

Im Wesentlichen kümmern sich die Tagespflegepersonen um die Ein- bis Dreijährigen. Sämtliche 20 Betreuer sind weiblich, lediglich fünf von ihnen haben es im Rahmen der Hilfe zur Erziehung mit älteren Jugendlichen zu tun.

Aus Erfahrung weiß Kavanagh, dass sich angehende Tagespflegepersonen noch während des Qualifizierungskurses der Volkhochschule oder kurz danach beruflich umorientieren. Entsprechend hoch sei der Bedarf. Zurzeit gebe es wieder eine Fortbildung, die auch Teilnehmer aus Stuhr besuchten.

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Angebote für die Tagespflegepersonen entwickelt, allen voran das Familien- und Kinderservicebüro als Ansprechpartner vor Ort. Dort können die Eltern eine Antrag auf Kostenübernahme stellen.

Kavanaghs Kollegin Claudia Fritsche führt das Forum Kindertagespflege an, in dem sich die Betreuer seit 2010 über alltägliche Situationen austauschen können. „Wir laden auch Referenten aus dem Therapeutenpool der Gemeinde zu verschiedenen Themen ein“, sagt Fritsche und nennt als Beispiele das Elterngespräch und die Sprachentwicklung. Das nächste Forum am 27. Februar beschäftige sich mit der Bewegungsentwicklung. Insgesamt geht das Angebot alle zwei Monate für bis zu zwei Stunden über die Bühne.

Für die sogenannte kollegiale Beratung des Landkreises zeichnet die gelernte Erzieherin und systemische Familienberaterin Heike Kuffel verantwortlich. Im Unterschied zum Forum kämen dort nur Fachthemen zur Sprache. „In diesem geschützten Rahmen kann jeder sagen, wo ihn der Schuh drückt“, erklärt Kuffel. Sie begrüße durchschnittlich sechs Frauen zu den Treffen in der Schule an der Feldstraße, und das fünf Mal pro Jahr. Die nächste Zusammenkunft ist für den 25. Januar angesetzt. Über weitere Teilnehmer würde sich Kuffel freuen.

Neu im Angebot ist die Ausleihstation mit Spielmaterial, das man laut Kavanagh „nicht typischerweise zu Hause hat. Wir haben bei den Tagesmüttern nachgefragt, was notwendig ist“. Buggy, Zwillingsbuggy und Hochstuhl zählen zum Fundus.

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