100 Teilnehmer beim „Tag der Sportspiele“

„Oft nur Badelatschen und Fußballschuhe im Gepäck“

Fußball verbindet. Da spielen auch sprachliche Barrieren keine Rolle. - Fotos: Jysch

Brinkum - Von Rainer Jysch. Zu einem „Tag der Sportspiele“ hatten die Gemeinde und der Gemeindesportring für Sonnabend auf das Gelände bei der KGS Brinkum geladen. „Sport kann man unabhängig von Sprache und Herkunft betreiben. Gemeinsame Aktivitäten verbinden“, fasste Rolf Meyer, Vorsitzender des Gemeindesportrings, das Motto des Tages zusammen. Nach dem „Tag des Ballspieles“ im vergangenen Jahr war dies bereits die zweite Veranstaltung dieser Art. Die Idee dazu war im Gemeindesaal der Brinkumer evangelischen Kirche im Rahmen eines Workshops entstanden.

Altaf Ahmad Bhatti zeigt seinen kleinen Schützlingen, wie man mit einem Hockeyschläger richtig umgeht.

Auf der Sportanlage dankte Stuhrs stellvertretender Bürgermeister Uwe Schweers den vielen Ehrenamtlichen, die durch ihr Mitwirken die sportliche Begegnung erst ermöglicht hatten. Die organisatorischen Fäden liefen bei Fathma Atenhahn als interkulturelle Koordinatorin zusammen. Seit drei Monaten habe man die Aktion vorbereitet, sagte Atenhahn. Einen Dank richtete sie an die Mitglieder ihres Organisationsteams. Die Freiwillige Feuerwehr Stuhr und das Deutsche Rote Kreuz standen mit Fahrzeugen bereit und gaben Einblicke in ihre Arbeit.

Diverse Übungsleiter der Sportvereine TV Stuhr, TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, TSV Heiligenrode, LC Hansa Stuhr und FTSV Jahn Brinkum waren gekommen, um den mehr als 100 Besuchern verschiedene Sportarten näherzubringen. Sehr beliebt waren Hockey und Fußball.

Eine Besonderheit bildete die „Frauenhalle“, die nur den weiblichen Teilnehmerinnen muslimischen Glaubens vorbehalten war. Übungsleiterin Sylvia Heitmüller von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst bot mit zwei Helferinnen Damenfußball, Völkerball, Basketball und Korbball an. „Ein wichtiger Teil des Konzeptes ist, dass die Frauen dort einen geschützten Raum haben“, erklärte Fathma Atenhahn. „Die Teilnehmerinnen waren völlig begeistert, haben ganz viel Spaß gehabt und sich richtig ausgepowert“, zog sie am Nachmittag Bilanz. „Sie wollen sich künftig zwischendurch mal treffen und sportlich betätigen.“

Viel Spaß hatten auch die männlichen Teilnehmer auf den Kunstrasenplätzen. Altaf Ahmed Bhatti von der Ahmadiyya-Gemeinde zeigte seinen kleinen Besuchern, wie man einen Hockeyschläger richtig hält und wie man den weißen Ball nach vorne treibt. Auf dem Nachbarplatz waren die Fußballer ganz unter sich. Torsten Budelmann, Jugendleiter, U17-Trainer und Integrationsbeauftragter der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, kümmerte sich mit Hussein Moubarak vom Fachdienst Sozialer Service um die Mannschaften, die ein kleines Turnier spielten. „Wir haben bei uns 15 bis 20 Flüchtlinge, die am Vereinsleben teilnehmen und für die Fußball eine sehr große Rolle spielt,“ sagte Budelmann. „Viele hatten, als sie nach Deutschland kamen, neben Badelatschen nur noch Fußballschuhe im Gepäck.“

Tag der Sportspiele in Brinkum

„Der ganze Prozess des sozialen Zusammenwachsens dauert, das passiert nicht von heute auf morgen,“ ist sich Fathma Atenhahn sicher. „Aber jedes Mal, wenn sich die Leute beim Sport zusammentun und gemeinsam Freude haben, dann lohnt sich das.“

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