Lehre bei Rohr Flansch Fitting

Azubi im Groß- und Außenhandel: Stuhrerin Malin Conrad ist die Beste in Land und Bund

Im Hochregallager trifft Malin Conrad auf Geschäftsführer Michael Allexi.
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Im Hochregallager trifft Malin Conrad auf Geschäftsführer Michael Allexi.

Die Brinkumer Firma rff Rohr Flansch Fitting hat doppelten Grund, auf Malin Conrad stolz zu sein. Die 22-Jährige wurde in ihrem Beruf als Kauffrau im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung Außenhandel, die beste Auszubildende in Land und Bund. Ausruhen gilt nicht, denn: „Jetzt wird es ernst“, weiß sie.

Brinkum – Nach der Ehrung ist vor der Ehrung: Kaum wurde Malin Conrad am Donnerstag in Osnabrück als landesweit beste Auszubildende in ihrem Beruf als Kauffrau im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung Außenhandel, ausgezeichnet, steht ihr am Dienstag die Krönung schlechthin bevor: In den Räumen ihrer Firma rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH wird sie als beste Auszubildende in ganz Deutschland geehrt. Eigens dafür reist der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Ludolf Roshop, an.

So ganz überraschend kam zumindest der Landeserfolg nicht. Schon das Zeugnis enthielt eine lobende Anerkennung, wie Malin Conrad berichtet. Sie erfüllte die Anforderungen in den Feldern Außenhandel, Wirtschaft und Soziales, Rechnungswesen und in der mündlichen Prüfung im Schnitt zu 99 Prozent. Seit einigen Tagen wisse sie, dass es auch auf Bundesebene zur höchsten Punktzahl aller Azubis gereicht hat.

Als Au-pair in Island gewesen

Das Handelshaus rff versorgt seine Kunden mit Rohren und Rohrverbindungen. Es liefert die Produkte mit eigener Logistik an. „Wenn mich Freunde fragen, was ich mache, dann sage ich, dass ich alles verkaufe, was man für Rohrleitungen benötigt“, erklärt Malin Conrad. Ihren Erfolg wertet rff als Bestätigung der Ausbildungsqualität: „Wir können hier nicht viel falsch machen“, sagt Geschäftsführer Michael Allexi.

Malin Conrad ist in Fahrenhorst aufgewachsen und lebt noch bei ihren Eltern. Ihr Abitur hat sie an der KGS Brinkum gemacht. Schon damals habe sie mit einer Ausbildung geliebäugelt, „um das Gelernte praktisch anzuwenden. Ein Studium und nur Lernen wäre nichts für mich gewesen.“ Während ihres achtmonatigen Aufenthalts als Au-pair in Island habe sich der Gedanke verfestigt. rff sei eine ihrer ersten Bewerbungen gewesen. Und schon nach dem Gespräch habe für sie festgestanden: „Da will ich hin.“ Von dem Beruf habe sie eine ungefähre Vorstellung gehabt, da ihr Bruder Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt habe, wenn auch mit Schwerpunkt Großhandel. Die Zusage ließ nicht lange auf sich warten, im August 2018 ging es bei rff los. „Wir erkennen sehr schnell, ob jemand Potenzial hat“, sagt Allexi.

Dass Malin Conrad in ihrer mündlichen Prüfung 100 Prozent abgeräumt hat, ist insofern bemerkenswert, als sie laut Ausbilderin Sabine Höfer anfangs noch einen zurückhaltenden, schüchternen Eindruck erweckt hat. „Das hat sich wahnsinnig schnell erledigt. Sie hat sich sehr verändert im Laufe der Zeit und aus den Abteilungen immer ein gutes Feedback bekommen“, stellt Sabine Höfer fest. „Sie ist loyal, kollegial und verlässt unglaublich oft ihre Komfortzone.“

Engagiert und zuverlässig

Schon mit dem Island-Aufenthalt habe sich Malin Conrad aus der Komfortzone gelöst, fügt Allexi hinzu. „Sie ist sehr engagiert, braucht aber nicht den vorderen Teil der Bühne. Und sie ist sehr zuverlässig.“ Kein Wunder also, dass ihre für den Export zuständige Stammabteilung sie unbedingt behalten wollte. Schon seit Anfang des Jahres ist sie dort beschäftigt.

Ihre Entscheidung für die Lehre bei rff hat sie nach eigener Auskunft nicht bereut. Die Zeit habe ihr immer neue Herausforderungen beschert – genauso, wie sie es sich erhofft hatte. „Selbst im Verkauf macht es einen Unterschied, ob der national oder international abgewickelt wird“, begründet sie. Bei Schwierigkeiten standen ihr Kollegen oder andere Azubis zur Seite.

Als besondere Herausforderung wird Malin Conrad die Anfangszeit der Pandemie in Erinnerung bleiben, als sie im Lager Station machte. „Es gab erst mal keinen Abteilungswechsel mehr. Ich hatte noch ein knappes Jahr vor mir und habe mich gefragt: Wie geht es weiter? Wann komme ich in eine andere Abteilung? Welche Inhalte brauche ich noch?“ Hinzu kamen der eingeschränkte Kontakt zu Kollegen und Homeschooling statt Präsenzunterricht in der Berufsschule. „Ich hatte zwar keine schlaflosen Nächte, aber zwischenzeitlich doch Bedenken.“

Bachelorstudium geplant

Ausgelernt hat Malin Conrad nach der Lehre nicht, betont Allexi . Es brauche lange, bis die Azubis so weit seien, dass sie die technische Seite begleiten könnten. „Wir haben 500 000 Artikel im Standardlager und 1,5 Millionen im System“, erklärt der Geschäftsführer. Dieses Portfolio beinhalte auch erklärungsbedürftige Produkte.

„Anfangs“, sagt Malin Conrad, „geht man durchs Lager und fragt sich: Wofür braucht man das alles?“ Noch heute müsse sie manchmal fragen, was es mit dem einen oder anderen Artikel auf sich habe. „Das ist ein Prozess, der dauert; der in die Tiefe geht“, sagt die 22-Jährige. Für sie steht fest: „Jetzt wird es ernst. Die Verantwortung wird eine andere sein. Ich kann nicht mehr bei jeder Kleinigkeit nachfragen.“

Sie wolle auf jeden Fall bei rff weitermachen – und sich vor allem weiterbilden. Sie tendiere zu einem Bachelorstudiengang in Betriebswirtschaftslehre. „Wir werden uns beteiligen, was Kosten und Freistellung angeht“, verspricht Allexi. Die Firma unterstütze „jede Form der Weiterbildung, die zu Frau Conrad passt“. Voraussetzung: „Die Leistung und die Entwicklung sind da.“ Das sollte bei Malin Conrad aber nicht das Problem sein.

Von Andreas Hapke

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