Stuhrer Wolf: Ralf Sbresny erhält Ehrung für Einsatz in der Bürgerstiftung

„Anfangs war es ein Fulltime-Job“

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Ralf Sbresny ist Mitbegründer der Bürgerstiftung.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Die Auszeichnung mit dem Stuhrer Wolf kam für Ralf Sbresny nicht ganz überraschend. „Sagen wir mal so, ich hatte es befürchtet“, sagt der Begründer der Bürgerstiftung Stuhr mit einem Augenzwinkern. Für sein Engagement hat der 83-Jährige jetzt den Ehrenamtspreis der Gemeinde erhalten.

Er freue sich über den „Wolf“, auch wenn er eigentlich keinen großen Wert auf Auszeichnungen lege. „Aber für das Team, das die Stiftung aufgebaut hat, ist sie enorm wichtig.“

Die Gründung der Bürgerstiftung war eigentlich ein Notfall, erinnert sich deren Initiator. Als der befreundete Brinkumer Arzt Eberhard Hesse das ehemalige Schaumlöffelhaus an der Bremer Straße 9 kaufen wollte, um dort Räume für seinen Verein Pro Dem einzurichten, half Sbresny bei der Finanzierung. „Wir gründeten 2005 die Generationen GmbH, die das Haus an Pro Dem vermietete.“ Hesses Idee, ein Mehrgenerationenhaus entstehen zu lassen, ging allerdings nicht auf. „Die Leute scheuten sich, dorthin zu gehen, weil es im gleichen Haus auch Beratungen und Angebote für Demente gab“, sagt Sbresny.

Die Männer überlegten, wie die Bereiche getrennt werden könnten, bis Sbresny 2007 die Idee hatte, eine Bürgerstiftung ins Leben zu rufen. „Ich dachte, als Stiftung können wir eher Sponsoren akquirieren als ein Verein.“

2009 gründete sich die Bürgerstiftung als Trägerin des Mehrgenerationenhauses, und Sbresny wurde Vorsitzender des Vorstands. „Das war anfangs ein Fulltime-Job“, erinnert sich der Stuhrer. Seinen Nachbarn und späteren Vorstandskollegen Johann Demoliner überredete er bei einem Osterfeuer, ebenfalls aktiv zu werden.

Er habe anfangs große Schwierigkeiten gehabt, sich an das soziale Geschäft zu gewöhnen, sagt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der 20 Jahre in der Geschäftsführung einer Bremer Firma tätig war. „Das soziale Denken ist für einen Kaufmann erst einmal zweitrangig, aber es ist auch wichtig, dass eine Bürgerstiftung und ein Mehrgenerationenhaus kaufmännisch geführt werden“, sagt Sbresny.

Vor zwei Jahren zog Sbresny sich aus der Vorstandsarbeit zurück, bleibt der Stiftung aber nach eigener Aussage auch zukünftig verbunden. „Ich schaue weiterhin, ob es läuft“, sagt er schmunzelnd.

In seiner neu gewonnen Zeit befasst sich der Ruheständler, wie sollte es anders sein, mit der Bürgerstiftung. Jüngst hat er eine Chronik über die ersten sechs Jahre der Institution verfasst.

Damit die Anfänge nicht in Vergessenheit gerieten, wollte sich Thomas Schaumlöffel mit Sbresny zusammensetzen und die Historie aufschreiben. „Das mache ich eben selber“, lautete die Antwort des Initiators. Was mit den Aufzeichnungen geschehen soll, ist noch unklar. „Vielleicht verteilen wir sie an die Stifter und die Ehrenamtlichen.“

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