„Stuhrer Wolf“: Hanna Bakker setzt sich auf vielfältige Weise für ihren Ort ein

Ehrenamt macht „gute Fee Seckenhausens“ glücklich

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Nachträgliche Ehrung: Hanna Bakker war während des Frühlingsempfangs verhindert gewesen und erhielt ihre Auszeichnung erst am Mittwoch von Bürgermeister Niels Thomsen.

Seckenhausen - Von Andreas Hapke. Hanna Bakker ist die gute Fee Seckenhausens. So jedenfalls hat sie Ute Sydow vom örtlichen Kirchenvorstand bezeichnet – in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des „Stuhrer Wolfs“. Die Geehrte selbst sieht sich in der zweiten Reihe besser aufgehoben: „Für mich ist das Ehrenamt ein Stück Selbstverständlichkeit. Darüber muss man nicht reden.“

„Frag doch mal Hanna!“ – dieser Satz fällt laut Sydow immer wieder, wenn in Seckenhausen Hilfe benötigt wird. Entsprechend lang ist die Liste der Aufgaben, die Hanna Bakker „nebenbei“ erledigt.

Als es kürzlich darum ging, Teilnehmer für die Qualifizierung zur Asylbegleiterin zu finden, hat man wieder Hanna Bakker gefragt. Sie hat zugesagt, was sonst. „Meine Mutter war Flüchtling und wurde hier gut aufgenommen. Da möchte ich etwas zurückgeben“, erklärt die 58-Jährige.

Schon Weihnachten vergangenen Jahres hat sie diese Einstellung vorgelebt. Damals organisierte sie Sachspenden, um das Fest für eine geduldete, schwangere Frau und deren zwei Kinder aus Serbien zu verschönern. Sie besucht die Familie und achtet unter anderem darauf, dass die Kinder regelmäßig zur Schule gehen.

„Ehrenamt macht glücklich, das ist wirklich so“, sagt Hanna Bakker. Dies erlebe sie zum Beispiel immer bei den „Smartins“, einer Gruppe von behinderten und nicht behinderten Menschen, in der sie seit 15 Jahren als Betreuungskraft tätig ist. Sie spielt mit den Mitgliedern und kocht für sie. „Diese Menschen geben einem ganz viel zurück.“

Noch länger, ungefähr 25 Jahre, hat Hanna Bakker in der Kinderkirche mitgewirkt. Es war der Ursprung ihres freiwilligen Engagements, entstanden aufgrund eines gescheiterten Berufswunschs. „Ich wollte eigentlich eine Ausbildung zur Erzieherin machen, aber das hätte Geld gekostet, und daran hat es gemangelt“, sagt Bakker. Also wurde sie Industriekauffrau hat sie sich nach der Geburt des zweiten Sohnes ehrenamtlich für den Nachwuchs eingesetzt. Diesen Job hat sie vor zwei Jahren aufgegeben. Es sei ihr zuviel geworden, zumal sie in Teilzeit als pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule tätig ist. Hanna Bakker hat ausnahmsweise mal „Nein“ gesagt.

Es bleiben auch so genug Aufgaben. Sei es, dass sie im Verein „Kochen mit Kindern“ anpackt oder die Bastelgruppe der neu gegründeten Ideenbörse leitet. Im Verein „Gemeinsam“, der sich um Menschen mit Behinderung kümmert, managt sie die Kochgruppe. Zudem engagiert sie sich dort in der Gruppenleitung und der Einzelbetreuung. Hanna Bakker wirkt im Vorstand des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes mit, gestaltet die Ausflüge und die gemütlichen Nachmittage, hilft bei Blutspendeterminen in der Kinderbetreuung aus. Im Rahmen des Frankreichaustauschs der TSG Seckenhausen ist sie immer bereit, Gäste zu beherbergen.

Ihr neuestes Projekt: Sie begleitet einen behinderten Jungen bis zu seiner Konfirmation im kirchlichen Unterricht.

Zwei Mal pro Woche, „manchmal häufiger“, ist Hanna Bakker in Sachen Ehrenamt unterwegs. „Das ist mein Seckenhausen, dafür setze ich mich gerne ein“, sagt sie und fügt hinzu: „Das passt alles in meinen Zeitplan. Darüber hat sich meine Familie immer gewundert.“

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