Stuhrer Wohnheim der Lebenshilfe wird 15 Jahre alt / Fest mit vielen Gästen

Feiern und klönen an der Breslauer Straße

Die Bewohner Christiane Ivers (l.), Burkhard Knief, Astrid Joost und Klaus Hill (r.) sowie Einrichtungsleiterin Anja Abels (M.) wollen morgen mit ihren Gästen feiern. - Foto: Ehlers

Heiligenrode - Von Sandra Bischoff. Am Sonnabend wird gefeiert: Die Bewohner des Heims an der Breslauer Straße begehen den 15. Geburtstag ihrer Einrichtung und haben dafür ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Höhepunkt soll die Enthüllung eines Kunstwerks sein, das sie gemeinsam gestaltet haben.

„Wir freuen uns auf ganz viele Gäste“, sagen die Bewohnervertreter Astrid Joost, Christiane Ivers, Burkhard Knief und Klaus Hill und Einrichtungsleiterin Anja Abels.

Dass es das Wohnheim der Lebenshilfe Syke in Stuhr gibt, ist Feodor Wiese, Heinrich Lüllmann und Emil Pracht zu verdanken. Sie hatten den Verein Behindertenwohnheimat gegründet mit dem Ziel, eine betreute Einrichtung für ihre geistig behinderten und erwachsenen Kinder zu gründen. Sie wandten sich an die Lebenshilfe in Syke und so entstand nach den Einrichtungen in Twistringen, Bassum und Leeste eine vierte in Heiligenrode.

30 Menschen mit geistiger Behinderung leben seit 15 Jahren an der Breslauer Straße. Der Tagesablauf für die Mitte 30- bis Anfang 60-Jährigen ist klar strukturiert: Um 6 Uhr stehen sie auf, nach dem Frühstück steigen sie um 7.20 Uhr in den Bus der Lebenshilfe, der sie in die Delme-Werkstätten nach Leeste bringt. Nach getaner Arbeit sind die Frauen und Männer gegen 16 Uhr zurück. Beim Kaffeetrinken tauschen sie ihre Erlebnisse aus. Danach stehen einkaufen, sauber machen und Freizeit auf dem Programm. „Die Aktivitäten nach der Arbeit begleiten wir“, sagt Abels. So fahren die Bewohner regelmäßig zum Kegeln, tanzen in der Gruppe „Vergissmeinnicht“ und besuchen PC-Kurse oder Angebote der Kunstschule im Ort.

Die Bewohnervertreter kümmern sich um die Belange in der Einrichtung. „Wir organisieren Feiern, laden Nachbarn zum Kaffeetrinken ein sowie jedes Jahr eine andere Organisation aus dem Ort, damit sie uns kennenlernen“, sagt Astrid Joost. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 haben die 50-Jährige und ihre Mitbewohner gemeinsam Spiele mit der Landjugend geschaut.

Ab 18 Jahren haben Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit, in das stationäre Wohnheim zu ziehen, das der Landkreis finanziert. „Der Hilfebedarf muss vorhanden sein, damit jemand aufgenommen wird“, sagt Abels, die die Einrichtung von Beginn an leitet.

Viele leben dort seit der Eröffnung. „Unsere Bewohner sind älter geworden“, sagt Abels. Dadurch bestehe mehr Unterstützungsbedarf. Für diese neue Herausforderung wünscht sich Abels für sich und ihre 26 fest angestellten Kollegen sowie die zehn Ehrenamtlichen mehr Unterstützung im Umgang damit, so beispielsweise eine bessere Vorbereitung und ein altersgerechteres Angebot.

Ganz oben auf der Liste steht jedoch der Wunsch nach einer besseren Infrastruktur. „Als wir hier anfingen, gab es noch einen Supermarkt und einen Fleischer im Ort. Heute müssen die Bewohner zum Einkaufen fahren.“ Nur drei von ihnen nutzen selbstständig die Grönemeyer-Linie. Die anderen benötigen eine Begleitperson.

Am morgigen Sonnabend beginnt der große Tag um 11 Uhr mit der offiziellen Eröffnung, Unter anderem haben sich Bürgermeister Niels Thomsen sowie Lebenshilfe-Geschäftsführer Volker Hinte angekündigt.

Für die Feier werden auf dem Parkplatz Zelte aufgestellt. Um 14 Uhr tritt die Tanzgruppe „Vergissmeinnicht“ auf und die Musikfreunde Stuhr spielen. Es gibt Bratwurst vom Grill, ein Salatbüfett sowie Kaffee und Kuchen.

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