Fünf Freiwillige geehrt

Stuhr zeichnet Ehrenamtliche aus: Wölfe, die man ehrt, nicht fürchtet

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Stille Helfer und stolze Preisträger: Den Stuhrer Wolf 2018 verleiht die Gemeinde im Rahmen des Frühlingsempfangs an (v.l.) Jan Neubauer, Ute Sydow, Marek Kaluza und Wilhelm Fritsche. Preisträgerin Gabriele Feldt fehlte krankheitsbedingt.

Stuhr - Von Anika Bokelmann. Wölfe sind Rudeltiere mit ausgeprägtem Sozial- und Territorialverhalten, die sich für ihre Familie und Rudelmitglieder einsetzen. Ausdauer und Geschick zeichnen die Tiere aus – Eigenschaften, die auch auf die fünf neuen Wölfe in der Gemeinde Stuhr zutreffen. Die wurden gestern der Öffentlichkeit präsentiert. Beim Frühlingsempfang zeichneten die Laudatoren Wilhelm Fritsche, Gabriele Feldt, Marek Kaluza, Ute Sydow und Jan Neubauer mit dem „Stuhrer Wolf“ für ihr ehrenamtliches Engagement aus.

Passend zum Wetterumschwung begrüßte Bürgermeister Niels Thomsen die Gäste im Rathaus zum Frühlingsempfang der politischen Gemeinde. Zur 16. Verleihung des Ehrenamtspreises hatten die Organisatoren in diesem Jahr auch die jüngere Altersgruppe eingeladen. Neben Schülern hatten sich die bisherigen Preisträger des Stuhrer Wolfes sowie Ratsmitglieder und die Jury im Ratssaal eingefunden, um dem bürgerschaftlichen Engagement ihren Dank und Respekt zu zollen. 

Für das musikalische Rahmenprogramm zeichneten Susanne Hwan (Gesang), Jens Schöwing (Klavier), Christian Frank (Bass) und Holger Twietmeyer (Schlagzeug) verantwortlich.

Einmalige Projekte als Schlüssel

„Die jungen Menschen sind in Stuhr in der Feuerwehr, Kirche und Landjugend aktiv“, sagte Thomsen in seiner Ansprache. Doch er wisse auch, dass Ehrenamt nach dem Schulabschluss nicht immer leicht sei. „Einmalige Projekte sind der Schlüssel, um junge Leute heranzuführen“, meinte der Verwaltungschef mit Blick auf Veranstaltungen, bei deren Organisation Jugendliche und junge Erwachsene auf freiwilliger Basis mithelfen könnten. „Die Vernetzung und Informationsquellen sind unmittelbarer, alles geht mit dem Smartphone schneller.“

In schriftlicher Version hingegen sind vor einigen Wochen die 33 Vorschläge für den Stuhrer Wolf 2018 in der Verwaltung eingegangen. Von der Arbeit der sechsköpfigen Jury, die gemeinsam mit Bürgermeister Thomsen über die Vergabe des Ehrenamtspreises entscheidet, berichtete Alexandre Peruzzo, der im Jahr 2014 selber in dem Gremium gesessen hatte. „Manchmal knurrt der Wolf in der Jury“, merkte er mit Blick auf unterschiedliche Favoriten und Meinungen an. So hatten Walter Böttjer, Bernd Ostrowski, Andrea Radoy, Nico Riesenkönig, Pastor Robert Vetter und Eva Gidion die Vorschläge in den vergangenen Wochen intensiv studiert und geprüft.

„Stille Helfer in der Freizeit“

Am Ende standen fünf Bürger aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport, Jugend und Kirche fest. „Es handelt sich um schlichte, stille Helfer in der Freizeit“, stellte Peruzzo die Gemeinsamkeiten der neuen Wölfe in den Fokus.

Zu jedem Preisträger hatten die Laudatoren eine anonymisierte Rede vorbereitet und steigerten somit die Spannung. Von einem „Zugezogenen, der fester Bestandteil der Kirchengemeinde geworden ist“, dem „Gemeinschaft und Ökumene am Herzen liegen“, sprach Eva Gidion – und würdigte Wilhelm Fritsche für seine Mitarbeit in der katholischen Kirchengemeinde St. Paulus.

Ihren „hohen persönlichen Einsatz neben den eigenen Kindern“, ihre Gelassenheit und resolute Art zeichnen Gabriele Feldt aus. Als Vorsitzende des Fördervereins an der KGS Brinkum sowie langjährige Elternvertreterin stelle sie eine wichtige Verbindung zwischen Elternrat, Schulvorstand, Schülern und Elternschaft dar, führte Andrea Radoy aus.

„Mama Somalia“ ist „Undercover-Wolf“ und „Glückswolf für die Gemeinde“

Ein weiterer Stuhrer Wolf ging an Marek Kaluza, der laut Walter Böttjer vom Gemeindekulturring alle Eigenschaften des Wolfes vertrete: „zugewandt, motiviert und motivierend, helfend und ein Kumpel“. Seine Freizeit verbringt Kaluza häufig im Mehrgenerationenhaus und bietet seine Hilfe nicht nur in der Küche, sondern auch im Rahmen des Reparaturcafés an.

Als „Undercover-Wolf“ und „Glückswolf für die Gemeinde“ wurde Ute Sydow vorgestellt, die „mit Verstand, Herz und Taten“ in vielen Bereich aktiv ist. Vielen in Stuhr sei sie unter dem Namen „Mama Somalia“ oder „Mama Ute“ bekannt, verriet Laudatorin Radoy und zählte einige Projekte Sydows auf, darunter die Pflegekinder der Familie, den Einsatz in der Kirchengemeinde Seckenhausen und schließlich die Arbeit in der Flüchtlingshilfe.

„Ehrenamtliche machen das Leben hier lebenswert“

„Am Ende hätten eigentlich alle Vorschläge den Preis verdient“, meinte Bernd Ostrowski vom Gemeindesportring. Das Jurymitglied freute sich dennoch, einem Sportler die Urkunde, Anstecker und einen Blumenstrauß überreichen zu dürfen. Für die Organisation des Silbersee-Triathlons würdigten die Akteure Jan Neubauer, der mit 13 Jahren seine Leidenschaft für die Leichtathletik entdeckte und bis heute auslebt.

Nachdem die Preisträger Hände geschüttelt und Gratulationen entgegengenommen hatten, nutzten die Gäste im Foyer die Möglichkeit, bei Sekt und Kaffee die Wölfe kennenzulernen und ihnen für ihren freiwilligen Einsatz zu danken. „Denn unsere Ehrenamtlichen machen das Leben hier lebenswert“, hatte Niels Thomsen angemerkt.

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