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Stuhrer Supermarkt-Kunden vertrauen weiterhin ihrem Mund-Nasen-Schutz

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Von: Fabian Pieper

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Ob die Maske am Handgelenk baumelt oder aufgesetzt wird, das können Kunden im Einzelhandel seit vergangener Woche selber entscheiden. Symbo
Ob die Maske am Handgelenk baumelt oder aufgesetzt wird, das können Kunden im Einzelhandel seit vergangener Woche selber entscheiden. Symbo © DPA

Die Maskenpflicht ist seit gut einer Woche passé. Dennoch tragen viele Kunden in Stuhr weiterhin die Mund-Nasen-Bedeckung - doch warum?

Stuhr – Seit Anfang April ist die Maskenpflicht im niedersächsischen Einzelhandel offiziell Geschichte – und damit auch in der Gemeinde Stuhr. Vom Hausrecht wird in den dortigen Supermärkten kein Gebrauch gemacht; es steht den Kunden frei, weiterhin zum Schutz vor einer Corona-Infektion Maske zu tragen. Wie geht die Kundschaft mit der Entscheidungsfreiheit um? Die Kreiszeitung hat sich in Stuhrer Märkten umgehört.

Zum Beispiel im Inkoop-Supermarkt in Brinkum an der Jupiterstraße. Susanne Boss ist dort Kundin – und trägt einen schwarzen FFP2-Mund-Nasen-Schutz. „Ich bin überzeugt“, sagt sie, „dass mich das schützt.“

Trägt weiterhin Maske im Einzelhandel: Susanne Boss aus Brinkum.
Trägt weiterhin Maske im Einzelhandel: Susanne Boss aus Brinkum. © Fabian Pieper

Auch die Tatsache, dass für sie als Brillenträgerin das Tragen einer Maske mit zusätzlichen Unannehmlichkeiten verbunden ist, ändere daran nichts: „Eine beschlagene Brille hält mich nicht davon ab, die Maske zu tragen.“

Eines sei ihr besonders aufgefallen: „In anderen Märkten setzen weniger Kunden eine Maske auf als hier.“ Die Brinkumerin mutmaßt, dass es daran liegen könnte, dass bei Inkoop viele ältere Menschen einkaufen.

Nicht zu diesen älteren Menschen gehört der Stuhrer Ole Nindner. Trotzdem trägt der 30-Jährige eine FFP2-Maske, „aus Anstand den anderen gegenüber“. Er führt aus: „Wegen der hohen Inzidenzen und auch wegen meiner eigenen Sicherheit halte ich das für einfach richtig.“

Trägt weiterhin Maske im Einzelhandel: Ole Nindner aus Stuhr
Trägt weiterhin Maske im Einzelhandel: Ole Nindner aus Stuhr © Fabian Pieper

Nach zwei Jahren habe er sich an den ständigen Begleiter im Alltag gewöhnt: „Die Maske stört mich nicht mehr, sie ist zur Gewohnheit geworden.“ Daher werde er sie auch weiterhin tragen, zumindest im Einzelhandel und in Abhängigkeit der Inzindenzen.

Sehr klar wird der Stuhrer auch in seiner Meinung über die Kunden, die sich der Maske bereits entledigt haben: „Es ist ihr gutes Recht“, sagt er, schüttelt dann jedoch mit dem Kopf und fährt fort: „Ich finde es aber unverantwortlich, wenn man sie nicht mehr trägt. Corona ist immer noch ein Thema.“

Corona ist noch immer ein Thema

Dass Corona noch immer ein Thema ist, sieht auch Laura Oltmanns so, die zur Leitung des Inkoop-Supermarktes gehört. Dort habe die Geschäftsführung für Mitarbeiter eine Maskenpflicht angeordnet. „Wir empfehlen es den Kunden“, sagt sie; eine Vorschrift gebe es allerdings nicht.

Und auch Barbara Wilhelmy setzt vor dem Einkauf im benachbarten Penny-Markt ihre Maske auf. Sie sei der Meinung, sie schütze damit die Allgemeinheit vor dem Corona-Virus.

Auf die Frage, ob sie sich das auch von anderen Kunden wünsche, antwortet sie diplomatisch: „Jeder so, wie er will.“ Dann schiebt sie nach: „Ich würde es aber in geschlossenen Räumen besser finden, wenn jeder sie trägt.“ Sie ist überzeugt: „Die Maske hilft.“

Trägt weiterhin Maske im Einzelhandel: Barbara Wilhelmy aus Brinkum.
Trägt weiterhin Maske im Einzelhandel: Barbara Wilhelmy aus Brinkum. © Fabian Pieper

Ramona Gottschalk ist Filialleiterin in der Kik-Filiale, ebenfalls an der Jupiterstraße. Sie trägt eine Maske. Das müssen bei ihr ebenfalls alle Mitarbeiter, jedoch mit einem Zugeständnis, wie sie erklärt: „Eine einfach OP-Maske reicht.“ Die Kunden würden, so Gottschalk, „zu 99 Prozent“ die Maske seit der Aufhebung der Tragepflicht weiterhin aufsetzen.

Sie sehe es nicht als kritisch, sollten Kunden auf die Maske in ihrem Geschäft verzichten, da sich immer nur wenige Kunden gleichzeitig im Geschäft bewegen, die Abstände eingehalten werden könnten und somit praktisch keine Ansteckungsgefahr bestehe.

Auch wenn offensichtlich ist, dass der Großteil der Stuhrer Einzelhandels-Kunden weiterhin auf den Mund-Nasen-Schutz vertraut, finden wir auch welche, die ohne Maske zwischen den Regalen schlendern. Etwa Kristina und Elsa Benz aus Brinkum. Als Grund dafür geben sie an, durch die Maske schwerer Luft zu bekommen. „Außerdem beschlägt meine Brille“, sagt Kristina Benz. Da sie in der Pflege arbeite und daher den ganzen Tag eine Maske trägt, sei es für sie „schön, mal wieder ohne Maske einkaufen gehen zu können“.

Freude über das Wegfallen der Maskenpflicht

Detlef Robel verzichtet ebenfalls auf die Maske. Auch er gibt an, seinen Mund-Nasen-Schutz auf der Arbeit zu tragen. Da er sie eher als Eigenschutz sieht, lässt er die Maske beim Einkaufen in seiner Jackentasche stecken. Er stellt klar: „Mit der Maskenpflicht hatte ich von Anfang an kein Problem.“

Im Kassenbereich des Netto-Marktes an der Bassumer Straße wartet Thomas Kirschberger – ohne Maske. Er schlägt klare Töne an und sagt: „Ich bin es satt!“ Er habe sich sehr über das Wegfallen der Maskenpflicht gefreut.

Das Virus mache ihm keine Angst: „Ich bin geimpft. Meine Lebensgefährtin und Tochter hatten Corona, ich bin drum herumgekommen.“ Daher sehe er sich gut gerüstet, zumal auch er über die schlechte Luftdurchlässigkeit mancher Maskenmodelle klagt.

Besser arbeiten ohne Mund-Nasen-Bedeckung

Amanda Taylor, stellvertretende Marktleiterin des Netto-Marktes, trägt ebenfalls keine Maske. Während sie Preisschilder an den Warenregalen verteilt, erklärt sie, dass sie und die restlichen Mitarbeiter der Filiale ebenfalls keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, wenn sie nicht möchten.

Sie sagt, sie könne so besser arbeiten – und dass sie es gut findet, dass die Kunden im Einzelhandel selber entscheiden können, wie sie sich schützen. Trotzdem halte sich die Anzahl derer, die die ohne Maske in ihrem Geschäft einkaufen, ihren Beobachtungen nach in Grenzen.

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