Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober

Stuhrer Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Co.“: Trommeln, was das Zeug hält

Frauen trommeln mit Hölzern auf große Bälle.
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Drums alive, hier beim TSV Melchiorshausen, funktioniert auch im Rollstuhl. Es soll ein Angebot der Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Co.“ werden.

Kurz vor dem heutigen Welt-Schlaganfalltag hat die Seckenhauser Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Co.“ beschlossen, sich an das Fitnessprogramm Drums alive heranzutrauen. Die Mitglieder könnten mit ihren Rollstühlen in die Halle des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen kommen.

Seckenhausen – Trommeln auf große Bälle, was das Zeug hält. Das stellt sich Viola Trein für die Teilnehmer ihrer Selbsthilfegruppe „Schlaganfall & Co.“ vor. Sie selbst hat es bereits ausprobiert – in einem Angebot des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen. Deren Vorsitzende Birgit Sündermann stattete der Seckenhauser Gruppe jetzt einen Besuch ab, um über das auf Beweglichkeit, Konzentration und Koordination abzielende Fitnessprogramm zu informieren.

Seit acht Jahren zählt Drums alive zum Angebot des TSV, seit neuestem auch für Besucher der Delmewerkstatt. Mit ihnen sei das Training wegen der geistigen Behinderung aber „mehr wie Party“, sagt Sündermann. Das Einstudieren von Choreografien zu einem Lied sei kaum möglich. Trotzdem hat Trein während ihres Besuchs „einige Erkenntnisse rausziehen“ können, wie sie berichtet. „Man bewegt sich, stärkt die Rumpfmuskulatur und kann auch mal Frust abbauen.“

Drums alive sei eigentlich eine Übungsform im Stehen, funktioniere aber auch sitzend im Rollstuhl, berichtet Sündermann. „Wer nur im oberen Bereich arbeiten kann, der legt den Ball höher oder nimmt einen kleineren Ball. Da gibt es viele Möglichkeiten.“ Eine halbseitige Lähmung sei ebenfalls kein Hindernis, betont Trein. Sie selbst könne den Drumstick nicht mit der linken Hand festhalten. Also habe sie die linke mal mit der rechten Hand umfasst und geschlagen. „Ob nur mit einer Hand oder mit beiden im Wechsel – man kann viele Sachen machen“, sagt Sündermann.

Kombination mit Funktionsgymnastik

Da es nicht möglich sei, alle Bälle nach Seckenhausen zu schleppen, müsste sich die Gruppe in der TSV-Halle treffen, so die Vorsitzende. Diese sei barrierefrei zu erreichen. Voraussetzung: Die Teilnehmer sind geimpft oder getestet. „Etwas anderes können wir uns als Verein nicht erlauben.“ Außerdem fühlten sich viele Teilnehmer auf diese Weise sicherer.

In der ersten Abfrage wurde bereits deutlich, dass ein gemeinsamer Termin schwierig werden dürfte – auch wenn die Halle laut Sündermann immer zwischen 12 und 15 Uhr frei ist. Inklusive Aufwärmen und Cooldown würde sie eine Stunde einplanen. „Zur Not machen wir das mittwochs vor unserem regelmäßigen Treffen und nutzen anschließend den Gesellschaftsraum des Vereins“, schlug Trein vor. „Wir organisieren einen weiteren Tisch, dann müsste es passen“, fügte Sündermann hinzu. Ihr Verein würde mit dem Angebot Neuland betreten, denn eine Reha-Gruppe für Rollstuhlfahrer gibt es beim TSV noch nicht. „Der Plan ist, ein solches Angebot einzurichten. Beim Bau der Halle haben wir darauf geachtet.“

Trein würde Drums alive gerne mit Funktionsgymnastik kombinieren und nannte beispielhaft einige Übungen, die sie in ihrer Reha kennengelernt hatte. „Eine Stunde trommeln, das wird vielleicht langweilig“, befürchtet sie.

Von Andreas Hapke

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