17. Stuhrer Jazzfest mit musikalischen Leckerbissen

Professionelle Klänge – und ein toller Sound

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Latin-Jazz und heiße Rhythmen präsentierte die siebenköpfige Formation „Tin Tin Deo“ um Sängerin Katja Knaus.

Stuhr - Von Rainer Jysch. Schon zum 17. Mal servierten die Gemeinde Stuhr und die Kreismusikschule Diepholz mit dem künstlerischen Leiter der Veranstaltung, Jens Schöwing, einen musikalischen Leckerbissen für alle Freunde des Jazz. Von Donnerstag bis Sonntag ging das Jazzfest im Rathaus über die Bühne.

Die äußerst abwechslungsreichen Musikbeiträge wurden am Donnerstag von dem Percussionensemble des Jazzforums der Kreismusikschule eingeleitet. Im Anschluss daran stand das Trio „Time is monkey“ auf der Bühne (wir berichteten).

„Die Gruppe 'Cnirbs' aus Hamburg ist gerade dabei, sich in Bremen und umzu einen Namen zu erspielen“, stellte Jens Schöwing am Freitagabend die erste Profiformation vor. Mit dem Keyboarder Matthäus Winnitzki, Stephan Meinberg (Trompete/Euphonium) und Konrad Ulrich (Drums) trat ein weit gereistes Trio vor die Zuhörer. Kreativ und variationsreich erklangen Winnitzkis experimentelle Kompositionen wie „Lied für die Familie“ und „Hey Kollege“. Letzteres ist zugleich der Name der jüngsten CD. Neben heftigen Modern-Jazz-Stücken spielten die Instrumentalisten auch sanftere, nicht minder überraschende Klangbeiträge wie „Multiple Pain“ und „Discogirl“. Dem begeisterten Fachpublikum gefiel auch das schnelle Stück „Palinka Polkapops“.

Die Gruppe „Jin Jim“ aus Köln, deren Musik von Flötist Daniel Manrique Smith dominiert wird, übernahm den zweiten Teil des Freitagabends. Der Künstler beherrschte seine Instrumente exzellent und sorgte so für ein besonderes Highlight. Insbesondere mit dem Stück „Die Ankunft des Kaisers“ vom Debüt-Album „Die Ankunft“ vermochte Smith der Querflöte ganz wundersame Klänge entlocken.

Auch die übrigen studierten Musiker Johann May (E-Gitarre), Ben Tai Trawinski (Kontrabass) und Nico Stallmann (Drums) bewiesen, dass sie mit allen Stilwassern gewaschen sind und jeweils auch solistisch überzeugen können. Neben Modern-Jazz-Rock finden sich auch folkloristische Elemente, starke Rhythmen und Hip-Hop-Beats in den Eigenkompositionen von „Jin Jim“.

Bereits auf ihr zehnjähriges Bestehen kann in diesem Jahr das Quartett „Blue Note Bach“ mit Gründer und Leiter Jens Schöwing zurückblicken. Die Gruppe gestaltete den Auftakt des Sonnabends mit einer Auswahl ihrer ehemaligen und aktuellen Lieblingsstücke, mit denen sie dem „musikalischen Urvater Johann Sebastian Bach“ huldigen. Jens Schöwing (Klavier), Christian Frank (Kontrabass), Matthias Entrup (Vibrafon) und Marc Prietzel (Schlagzeug) lieferten mit den vom Pianisten arrangierten Bach-Inventionen ein überaus hörenswertes Repertoire ab, das von großer Spielfreude und einem hervorragenden Zusammenwirken der Solisten geprägt war. Virtuose Improvisationen, eingängige Themen sowie Schöwings an Bachs Werk angelehnte Eigenkompositionen, wie das Stück „Rochade“, machten den Hörgenuss aus.

Nach den klassischen Jazz-Bearbeitungen übernahm mit der Gruppe „Tin Tin Deo“ feuriger Latin-Sound die Szene. Die sieben Musiker aus dem „Großraum Ostfriesland“ von der „friesischen Copacabana“ mit Sängerin Katja Knaus präsentierten mitreißende Rhythmen, südamerikanische Klänge und kubanische Klassiker. Dazu gehörte auch „A night in Tunesia“, ein Stück des amerikanischen Jazz-Trompeters Dizzy Gillespie, der sich schon Mitte des vorigen Jahrhunderts musikalische Anleihen aus der Karibik geholt hat, wie Bassist Helmut Reuter erklärte.

Den traditionellen Abschluss des Jazzfestes bildeten am Sonntagvormittag die Big-Bands der Kreismusikschule: Mo'Jazz & Horns unter Leitung von Jens Schöwing und Dierk Bruns. Die „Jazz Invaders“ aus Delmenhorst mit Leiter Hans Kämper ergänzten den musikalischen Frühschoppen. Ein guter Schlusspunkt für das wieder einmal gelungene Jazzfest.

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