AWG plant Ersatz

Zwei Grünabfall-Stellen schließen: „Wir fragen uns, wo wir bleiben“

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Noch weist das Schild auf die Sammelstelle an der Heiligenroder Straße hin.

Stuhr - Hermann Twachtmann ist besorgt. Der Varreler bringt seit geraumer Zeit seine Grünabfälle zur Sammelstelle an der Wilshauser Straße 16 in Varrel. Für ihn und viele weitere Menschen aus der Umgebung ist dieser Standort wichtig. In den vergangenen Wochen sei jedoch die Information durchgesickert, dass die Stelle auf dem Grundstück von Familie Niehaus – betrieben von der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) – zum Jahresende schließen soll.

Die Vermutung bestätigt Matthias Kühnling, Pressesprecher der AWG. Obwohl nicht nur die Annahmestelle in Varrel, sondern auch die an der Heiligenroder Straße 80 geschlossen werde, möchte er Entwarnung geben. Die AWG plane eine Neueröffnung in Stuhr. Dieser Ersatz soll an einer „komfortablen Stelle“ errichtet werden und größer sein als die bisherigen. Die Anforderungen in dem Bereich seien gestiegen, weshalb „wir unsere Aktivitäten konzentrieren müssen“. Die Bürger müssten sich keine Sorgen machen, versichert Kühnling. Einen konkreten Grund für die Schließungen nennt er jedoch nicht.

Wo genau und ab wann die neue Grünabfallsammelstelle nutzbar sein soll, könne er auch noch nicht sagen. Fest steht nur: „Die AWG wünscht sich einen nahtlosen Übergang. Wir hoffen, dass wir ganz schnell eine Nachfolgeregelung finden.“ Kühnling weist darauf hin, dass es für die Übergangszeit noch die Bio-Tonnen und im Notfall auch den großen Wertstoffhof in Melchiorshausen gebe. Dort sei mit sehr viel flexibleren Öffnungszeiten die Möglichkeit gegeben, Abfälle zu entsorgen.

Wertstoffhof Melchiorshausen für viele keine Alternative

Doch genau das ist für Twachtmann keine Lösung. Er spricht von einem hoch frequenzierten Ort in Varrel, auf den viele angewiesen seien. Sollte dieser tatsächlich schließen, müsste er fast 20 Kilometer bis nach Melchiorshausen zurücklegen. „Manchmal muss ich auch mehrfach fahren. Da kommen ziemlich viele Kilometer zusammen“, erzählt er.

Eine Option wäre es zwar, die Grünabfälle an verschiedenen Sammelstellen für Osterfeuer abzugeben, doch dabei sei der Bedarf beschränkt und viel Material nicht geeignet. Er befürchtet, dass viele Menschen ihre Grünabfälle zukünftig einfach in die Gräben kippen könnten. Das würde er schon jetzt häufig sehen, wenn er mit dem Rad in der Umgebung unterwegs ist.

Eigentlich wäre Gemeinde für Laub verantwortlich

Gerade Baumstümpfe oder dicke Wurzeln würde er immer wieder finden, wobei diese an der Varreler Stelle auch nicht abgegeben werden dürfen. Fest steht für ihn: Die weiten Wege bis nach Melchiorshausen zu fahren, ist eigentlich keine Option. „Wir fragen uns, wo wir bleiben, wenn die zu machen!“ gibt er zu bedenken.

Die Sorge kann Hartmut Niehaus verstehen. Die Varreler Grünabfallsammelstelle liegt auf seinem Grundstück, weshalb er die Aufsicht dort innehat. „Für die Bürger ist das natürlich schlecht“, sagt Niehaus. Viele würden das von der Straße gesammeltes Laub dort kostenlos abgeben, was „ja eigentlich sogar die Gemeinde entsorgen sollte“. Da stelle sich sie Frage, wie das zukünftig laufen soll. Wenn die Stelle Ende des Jahres schließt, würden die Bürger theoretisch einen ziemlich weiten Weg auf sich nehmen müssen, was zusätzlich noch der Umwelt schaden würde. „Wir können da auch nichts machen, wir sind nur Vertragsnehmer“, sagt Niehaus abschließend.

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