Nach Unfallserie zwischen Stuhr und Wildeshausen

Befristetes Lkw-Verbot auf der A1 geplant

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Lkw-Unfall im April auf der A1

Stuhr/Wildeshausen - Von Anke Seidel. Weil ein Lkw-Fahrer eine Baustelle übersieht, müssen drei Menschen sterben: Nach diesem Horror-Unfall am 24. April auf der A1 bei Wildeshausen und einer scheinbar nicht enden wollenden Serie ähnlicher Baustellen-Unfälle bereitet die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg eine ungewöhnliche Entscheidung vor: Anfang Juni will sie den Laster-Verkehr für vier Wochen ganz von der A1 verbannen.

Grund sind Bauarbeiten auf dem Autobahnabschnitt zwischen Stuhr und Groß Ippener, Fahrtrichtung Osnabrück, die dann auf der A1 anstehen. Solange diese Baustelle besteht, sollen Laster ab dem Autobahndreieck Stuhr in Richtung Oldenburg bis zum Autobahndreieck Ahlhorner Heide umgeleitet werden.

Die Landesbehörde folgt mit diesem geplanten, befristeten Laster-Verbot auf der A1 einer Empfehlung der Polizei, erklärte Joachim Delfs als Leiter der Landesbehörde auf Anfrage dieser Zeitung. Rechtlich ist dieser befristete Laster-Bann auf der A1 durchaus machbar. Hier müsse zwischen Rechtsgütern abgewogen werden, so Delfs - sprich zwischen dem "Rechtsgut" Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer einerseits und dem Rechtsgut der Autobahnnutzung des Lastverkehrs andererseits.

In dieser Abwägung sei den Speditionen durchaus zuzumuten, dass ihre Lastwagenfahrer während der Bauphase einen Umweg in Kauf nehmen müssen - zumal die geplante Umleitung, gemessen an den Fernverkehrsstrecken, nicht gravierend sei.

Immer wieder müssen Menschen ihr Leben auf der viel befahrenen A1 lassen. Am 23. März hatte sich in Brinkum ein tödlicher Unfall ereignet, als ein Laster auf einen Pannen-Lkw aufgefahren war. Ein 53-Jähriger starb. An diesem Tag kam es zu zwei weiteren schweren Autobahn-Unfällen mit insgesamt fünf Verletzten. Alle ereigneten sich am Ende eines Staus, an allen waren Laster beteiligt.

Traurige Bilanz der Polizei darüber hinaus: Innerhalb von nur zwei Tagen im April registrierten die Beamten der Autobahnpolizei Alhorn zehn Unfälle auf der A1, bei denen 16 Menschen verletzt worden waren - einer davon lebensgefährlich, vier schwer und elf leicht. Hinzu kommen weitere Unfälle, bei denen es bei Blechschäden blieb.

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