Praxistest soll Aufschluss geben / Teilnehmer erhalten im Gegenzug kostenfreie Geräte / Bewerbungsfrist 31. Januar

Warum setzt sich Solarthermie nicht durch?

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Solarthermie setzt sich nur zögerlich durch. Archivfoto: Schritt

Stuhr/Weyhe - Von Andreas Hapke. Es ist ein lukrativer Praxistest, auf den der Klimaschutzmanager der Gemeinden Stuhr und Weyhe, Colja Beyer, im Internet gestoßen ist.

Für ihre Teilnahme wird den Hausbesitzern Solarthermie-Technik im Wert von 60000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Haken: Bundesweit kommen nur acht Bewerber zum Zuge.

Mehr als drei Viertel der Energie eines durchschnittlichen Privathaushaltes entfalle auf Heizung und Warmwasser, teilt Beyer mit. Dennoch komme Solarthermie nur bei etwa jeder zehnten Heizanlage zum Einsatz. Das Prinzip: Über Kollektoren auf dem Dach oder an der Fassade wird Sonnenenergie genutzt, um Trinkwasser für Bad und Küche zu erhitzen oder die Heizung zu unterstützen.

Warum sich diese Technik am Markt nur zögerlich durchsetzt, will die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online mit ihrem Praxistest herausfinden. Dafür sucht sie Hauseigentümer, die eine Solarthermieanlage nachrüsten wollen oder den Tausch ihres alten Heizkessels gegen ein neues Brennwertgerät mit Solarthermie planen. „Wer ohnehin eine neue Heizungsanlage braucht, für den kommt das vielleicht in Frage“, sagt Beyer. Immerhin seien in Deutschland 70 Prozent aller Heizungsanlagen veraltet.

Die zur Verfügung gestellte Technik beinhaltet ein Brennwertgerät, eine Solarthermieanlage sowie einen Wärmemengenzähler und/oder ein Gas Smart Meter („intelligenter Zähler“). Für die ausgewählten Haushalte sind die Geräte kostenfrei, ihre Installation wird zumindest teilweise übernommen. Nach Ablauf des Tests bleiben sie im Besitz der Teilnehmer.

Von deren Erfahrungen sollen künftig andere Hauseigentümer profitieren. Die Testergebnisse sollen eine Hilfestellung bei der Auswahl der Technik, der Suche nach Fördermitteln und Handwerkern sowie bei der Installation und Nutzung von Solarthermie sein.

Wer teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 31. Januar im Internet auf www.wirksam-sanieren.de/praxistest-solarthermie bewerben. Voraussetzung ist die Bereitschaft des Hausbesitzers, die notwendige Technik installieren zu lassen, von seinen Erfahrungen zu berichten und bei mindestens einem Vor-Ort-Termin für Fragen und Fotos zur Verfügung zu stehen. Dass am Ende bundesweit nur acht Kandidaten profitieren, relativiert der Klimaschutzmanager: „Bislang habe ich nur im Internet darüber gelesen. So publik ist das noch nicht.“

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