Im Wesentlichen profitieren Beschäftigte in Kitas und Schulen / 60 Mitarbeiter geschult

Stuhr testet selbst auf Covid-19

Ein Schnelltest-Set liegt auf einem Tisch.
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Das schnelle Testen hat die Gemeinde Stuhr vorerst selbst in die Hand genommen.

Stuhr – Die Gemeinde Stuhr organisiert eigene Corona-Schnelltests für ihre Mitarbeiter, vor allem für diejenigen, die im Publikumsverkehr und mit Kindern arbeiten. 60 Beschäftigte der Gemeinde haben sich schulen lassen, um bei ihren Kollegen den Schnelltest abnehmen zu können.

  • Vor allem Kita-Mitarbeiter profitieren.
  • Betriebsarzt schult 60 Beschfätigte.
  • Gemeinde nimmt viel Geld in die Hand.

Stuhr – Die Gemeinde Stuhr hat damit begonnen, Mitarbeiter mit „personennahen Aufgabenbereichen“ auf Covid-19 zu testen. Seit vergangener Woche werden Erzieherinnen, Teile des Verwaltungspersonals und Bauhofmitarbeiter einem wöchentlichen Schnelltest unterzogen.

Die Gemeinde sei wegen der widersprüchlichen Nachrichtenlage auf Bundesebene tätig geworden, berichtet Bürgermeister Stephan Korte. Hintergrund: Mitte Februar hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wegen der langsam anlaufenden Impfkampagne kostenlose Coronavirus-Antigentests in Apotheken zum 1. März angekündigt. Darüber hinaus sollten Selbsttests für alle zugänglich sein. Eine Woche später kassierten die Kanzlerin und die Länderchefs den Vorstoß des Gesundheitsministers. Einen Anspruch auf kostenlose chnelltests werde es so bald nicht geben, hieß es. Jedenfalls nicht zum Monatswechsel.

Also hat die Gemeinde das Testen selbst in die Hand genommen und durch ihren Betriebsarzt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehreren Gruppen in der Anwendung von Schnelltests schulen lassen. Laut Korte wurden für die ersten Wochen insgesamt 800 Covid-19-Testkits an die Kindertagesstätten und Schulen der Gemeinde Stuhr verteilt. In der ersten Runde hätten 160 Beschäftigte von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Testenden selbst haben zu ihrem Schutz ein Paket mit der entsprechenden Ausrüstung erhalten. Bei einem positiven Ergebnis müssten die Betroffenen einen Termin zur PCR-Labortestung vereinbaren.

„Wie lange machen wir das? Wie lange gibt es den Bedarf dafür?“ – eine Antwort auf diese Fragen ist laut Korte schwierig. In dem nachgebesserten Konzept Spahns hieß es zuletzt, dass alle Bürger zwei kostenlose Schnelltests pro Woche bekommen, diese Massenproben im März beginnen und zunächst bis Ende Juni laufen sollen. „Wir werden nichtsdestotrotz weiter Tests anbieten“, kündigt der Bürgermeister an.

Hoffen auf Zuschüsse vom Land

Die Gemeinde koste das „viel Geld“. Korte spricht bei der ersten Charge von knapp neun Euro pro Testkit. Inzwischen würden aber teilweise schon fünf Euro aufgerufen, weshalb die nächste Bestellung „deutlich günstiger“ werden dürfte. Um den Preis zu drücken, habe die Gemeinde keinen externen Dienstleister mit der Beschaffung beauftragt. „Wir haben viel Personal. Da lohnt es sich, selbst tätig zu werden.“ Laut Korte hat das Land einen Zuschuss von 50 Prozent in Aussicht gestellt.

Von den Schnelltests profitieren im Wesentlichen die Kita-Mitarbeiter und das gemeindliche Personal an Schulen, etwa Hausmeister, Schulsekretärinnen, Hauswirtschaftskräfte und Mitarbeiter im Ganztag. Nach Auskunft von Kerstin Frohburg, Fachbereichsleiterin Bildung, Soziales und Freizeit, kommen mehr als 50 der geschulten Mitarbeiter aus den Kitas.

„Die Betreuung in der Kindertagesstätte und Schule ist gekennzeichnet durch Nähe zwischen den Kleinen und Großen. Da wird unterstützt, getröstet, gewickelt, die Nase geputzt, die Schuhe zugebunden. Doch gerade diese körperliche Nähe birgt in diesen Zeiten auch Risiken“, begründet die Gemeinde in einer Mitteilung.

„Mit der Möglichkeit von Schnelltests möchten wir dem Wunsch der Beschäftigten und Eltern nach mehr Sicherheit nachkommen sowie zur Minimierung des Infektionsrisikos in den gemeindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen beitragen.“ Korte danke den Beschäftigten, die diese Aufgabe übernommen hätten.

Argument für Öffnung der Kitas

Für Frohburg liefern die Schnelltests ein Argument mehr, die Kindertagesstätten wieder für sämtliche Kinder zu öffnen. „Wir hoffen alle, dass wir schnell ins Szenarion B gehen“, sagt Frohburg. Szenario B bedeutet einen eingeschränkten Regelbetrieb. Unter anderem gibt es keine gruppenübergreifenden Dienste wie die Frühbetreuung, ihr Mittagessen nehmen die Kinder nur in ihrer Gruppe ein. Doch die Entscheidung treffe die Landesregierung, sagt Frohburg, und die habe sich bislang damit sehr zurückgehalten.

Von Andreas Hapke

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