AWG macht Kommune Festpreis

Stuhr stellt Container für Laub auf – an 15 Standorten

So sehen die Container für das Straßenlaub aus. Dieser steht am Eingang des Parks Osterbruchwiesen.
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So sehen die Container für das Straßenlaub aus. Dieser steht am Eingang des Parks Osterbruchwiesen.

Stuhr – Die Bewohner Stuhrs haben jetzt eine Alternative für die Entsorgung des Straßenlaubs, das vor ihrem Grundstück anfällt. An 15 Standorten im gesamten Gemeindegebiet stellt die Kommune Laubsammelcontainer auf, welche die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) künftig entleert.

Laut Rathaus ist das auf „vielfachen Wunsch“ der Anwohner geschehen. „Sie fühlten sich alleingelassen“, sagt Mitarbeiter Henning Winter. Er spricht von einem „Experiment. Wir müssen schauen, welche Mengen zusammenkommen und wie oft geleert werden muss.“

Zunächst soll das zweimal pro Woche passieren, an Mon- und Freitagen, beginnend mit kommendem Montag. Bei Bedarf wäre laut AWG-Sprecher Wilhelm Lütke-Stockdiek eine dritte Leerung möglich. Frost und Sturm etwa sorgten dafür, dass das Laub schneller von den Bäumen falle. Er nennt die Lösung einen Modellversuch, der bis Mitte Dezember laufen soll. „Die Lebenserfahrung sagt, dass das gesamte Laub bis dahin weg sein müsste. Wenn es eine Woche länger dauert, werden wir uns auch nicht querstellen.“

Um Lärmbelästigungen zu vermeiden, sollen die Bewohner das Laub zwischen 8 und 18 Uhr entsorgen. Rasenschnitt gehöre ebenso wenig in die Tonne wie Plastik oder Restmüll, betonen Winter und Lütke-Stockdiek. „Wir machen aus dem Laub Kompost für die Landwirtschaft und für Privatpersonen. Das lassen wir uns nicht durch Störstoffe kaputtmachen“, sagt der AWG-Sprecher. Die Entsorgung von Plastik in den Behältern bedeute den sofortigen Abbruch des Versuchs an den jeweiligen Standorten. „Dass man vor den Containern keine Autos abstellen darf, sollte sich selbst erklären“, fügt Winter hinzu.

AWG-Container mit einem Fassungsvermögen von 4,5 Kubikmetern

Für den Modellversuch hat die AWG Container mit einem Fassungsvermögen von 4,5 Kubikmetern aus ihrem Bestand genommen und „etwas zurechtgemacht“, wie Lütke-Stockdiek berichtet. Die Behälter könnten mit einem Überkopflader, das heißt über das Fahrerhaus hinweg, entleert werden.

Sollte sich das Projekt positiv entwickeln, werde die AWG mit Stuhr über eine Fortsetzung sprechen, kündigt Lütke-Stockdiek an. „Für dieses Jahr haben wir mit der Kommune einen Festpreis vereinbart, der alles abdeckt. Wir gehen da ein bisschen ins Risiko, wenn es mal drei Leerungen gibt oder Schadstoffe entsorgt werden. Aber wir finden den Versuch ja gut.“ Möglicherweise gebe es in vier Wochen schon erste Ergebnisse.

Im Vorfeld seien diverse Möglichkeiten in Betracht gezogen worden, etwa eine zusätzliche Laubtonne für die Bewohner oder die wöchentliche Leerung der Biotonne. „Da bekommen wir aber in den Wintermonaten ein logistisches Problem, weil mehr Fahrzeuge und mehr Personal notwendig wären“, sagt Lütke-Stockdiek. Eine Lösung wie in Vechta, wo die Bewohner das Laub in sogenannten Mulden entsorgen, komme ebenfalls nicht infrage. Grund: Jede einzelne Mulde müsste mit einem Kipper nach Bassum gefahren werden.

Alle Behälter in Stuhr können an einem Tag geleert werden

Die aktuelle Lösung ermögliche die Entleerung sämtlicher 15 Behälter auf einer Tour, an einem Tag. Eine Ausweitung des Modellversuchs auf andere Kommunen schließt Lütke-Stockdiek nicht aus. „Wir sind für vieles offen.“

Die Gemeinde bittet die Anwohner, flexibel zu sein – zum Beispiel mit der Entsorgung von Laub bis zur nächsten Leerung zu warten, falls der Container voll sein sollte. Sollte sich der eine oder andere Standort als nicht richtig entpuppen, „wären wir zu Kompromissen bereit“, sagt Winter.

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Das Thema Laubentsorgung beschäftigt seit geraumer Zeit auch die Politik. Die SPD etwa hatte im Herbst vergangenen Jahres den Antrag gestellt, die Verwaltung möge in der Gemeinde Körbe für die Entsorgung von Straßenlaub aufstellen. Für das Aufstellen von 250 Sammelbehältern hatte die AWG aber Anschaffungskosten von 68 750 Euro ermittelt. Bei einer jeweils einmaligen Leerung wären für einen zehnwöchigen Zeitraum weitere 69.300 Euro angefallen. Eine Übernahme der Aufgaben durch den Baubetriebshof hätte die Kommune noch mehr gekostet.

Nachdem die von der AWG betriebenen Grünabfallsammelstellen an der Wilshauser Straße in Varrel und an der Heiligenroder Straße in Heiligenrode vor knapp zwei Jahren geschlossen hatten, gibt es nur noch die kostenfreie Sammelstelle in Neukrug. Zudem können die Bewohner das Laub auch kostenpflichtig zum Recyclinghof in Melchiorshausen bringen.

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